Dortmund: Im Schneckentempo zu Tempo 30

Im Juli 2021 haben sieben StĂ€dte beim Bund mehr kommunale EntscheidungsspielrĂ€ume fĂŒr Tempo 30 eingefordert und ihn zu einem Modellvorhaben aufgefordert – und keine einzige Ruhrgebietsstadt war dabei. Aufbruch Fahrrad Dortmund und VeloCityRuhr haben beschlossen, das zu Ă€ndern: Tempo 30 selber machen, sozusagen. Schon im August 2021 wurde unser Beschlussvorschlag dazu im Beirat NahmobilitĂ€t einstimmig (auch mit den Stimmen von Politik und Verwaltung) angenommen und die Verwaltung sagte zu, eine entsprechende Vorlage in die politischen Gremien einzubringen.
Und dann passierte, was in Sachen MobilitÀtswende in Dortmund meistens passiert: nichts.

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Dortmund will doch keine Fahrradstadt werden

Im Dezember 2019 hat der Rat der Stadt Dortmund beschlossen, dass Dortmund Fahrradstadt werden will und den Anteil des Radverkehrs an allen Wegen verdoppeln möchte. Dortmund wollte sich Kopenhagen zum Vorbild nehmen und den Radverkehr massiv ausbauen. An allen Straßen in der Baulast der Stadt sollten Radwege mit QualitĂ€t und einer Regelbreite von 2,3 m entstehen. Nun hat die Stadt den Entwurf einer Fahrradstrategie fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre in die politischen Gremien gegeben, und es zeigt sich: Das alles soll nicht mehr gelten. QualitĂ€t und breite Radwege soll es nur noch auf einem winzigen Bruchteil der Straßen geben, auf allen anderen sollen nun wieder 1,5 m schmale “Schutz”-Streifen im TĂŒrbereich parkender Autos möglich sein. Statt eines vollwertigen Alltagsnetzes in hoher QualitĂ€t soll es in den nĂ€chsten zehn Jahren nur ein paar kĂŒmmerliche Velorouten geben, die dem Radverkehr kaum Vorteile bringen. Ein klarer Zeitplan, verbindliche Zwischenziele und eine engmaschige Kontrolle des Radverkehrsanteils fehlen völlig, sodass noch nicht einmal sichergestellt ist, dass die Stadt das Wenige, was sie sich vornimmt, auch tatsĂ€chlich umsetzt.

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Nach Radunfall in der Langen Reihe reagiert die Stadt Dortmund mit Haltebalken und Stopp-Schildern

Nach dem Unfall in der Fahrradstradstraße Lange Reihe bringt die Stadt nun Haltebalken, Stoppschilder und Fahrbahnschwellen an. Die Geschwindigkeit, mit der die Unfallkommission tĂ€tig wurde, und die Bereitwilligkeit, mit der auf die eher grenzwertigen Forderungen aus der Öffentlichkeit nach Stoppschildern eingegangen wurde, zeigen, dass die Stadt das Thema zĂŒgig abrĂ€umen möchte.

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Fahrradfahrer bei Verkehrsunfall in Dortmund-Körne schwer verletzt

Die Lange Reihe wurde kĂŒrzlich in eine Fahrradstraße umgewandelt und die Vorfahrtregelung von Rechts-vor-Links zu Vorfahrt fĂŒr die Lange Reihe geĂ€ndert. Wie schon auf dem Radschnellweg Ruhr in der Großen Heimstraße kam es nach der Änderung der Vorfahrtregelung zu einer HĂ€ufung von VorfahrtverstĂ¶ĂŸen. Am Freitag wurde dort ein Radfahrer schwer verletzt.

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Aufbruch Fahrrad Dortmund und Naturfreunde nehmen Einsicht in das Geheimgutachten der DEKRA zum Westfalenhallenweg

Bei der Diskussion um die Sperrung des Wegs an den Westfalenhallen spielte die Zusammenfassung des GefĂ€hrdungsgutachtens der DEKRA eine wichtige Rolle, in dem eine GefĂ€hrdung von Fuß- und Radverkehr durch ladende Lkw behauptet und die Sperrung als einzige Lösungsmöglichkeit vorgeschlagen wurde. Das Originaldokument wollte die Verwaltung geheim halten. Aufbruch Fahrrad Dortmund und Naturfreunde Kreuzviertel waren hartnĂ€ckig, haben das Informationsfreiheitsgesetz genutzt und durften nun, was die Verwaltung dem fĂŒr die Entscheidung zustĂ€ndigen Rat verweigert hat: Wir konnten Einsicht in das DEKRA-“Gutachten“ zum Westfalenhallenweg nehmen.

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Stadt Dortmund muss Aufbruch Fahrrad Dortmund Einsicht in DEKRA-Geheimgutachten zum Westfalenhallenweg gewÀhren

Die Sperrung des Westfalenhallenwegs wurde mit einer geheimen Stellungnahme der DEKRA begrĂŒndet, die niemand sehen durfte, noch nicht einmal die Menschen im Rat, die die Entscheidung ĂŒber die Sperrung treffen mussten. Aufbruch Fahrrad Dortmund hat den Tresor des Gutachtens mit dem Informationsfreiheitsgesetz gesprengt und erhĂ€lt nun Einsicht.

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