Erster Bauabschnitt des Radschnellwegs in Dortmund offiziell eröffnet

Foto: Peter

Heute hat die Leiterin des Tiefbauamts, Sylvia Uehlendahl, den ersten Bauabschnitt des Radschnellwegs RS1 in Dortmund offiziell eröffnet.

Alle Fahrradstraßen- und Haltverbotsschilder sind jetzt angebracht und nicht mehr verhüllt. Wer vom Tiefbauamt beim Falschparken erwischt wird, bekommt einen freundlichen „Wunschzettel“ mit Hinweisen zu den neuen Regeln. Das Ordnungsamt wird dagegen Knöllchen verteilen und bei Behinderung auch abschleppen.

Verlustängste von Autofahrenden, wie sie nun vereinzelt bei Anwohnenden auftreten, sind aber unbegründet: Der Straßenraum gehöre noch immer ganz überwiegend den Autos, so Uehlendahl. Und man gewinne durch den „neuen Nachbarn“ Radschnellweg viel mehr, als man verliere. Gemeint sind damit natürlich die Verbesserungen fürs Radfahren. Aber tatsächlich sind in der großen Heimstraße nur etwa zehn Parkplätze weggefallen, aber 19 neu geschaffen worden. Falschparker würden zwar gern auch Gelegenheiten zum Falschparken in dieser Bilanz berücksichtigen, aber ein Anrecht auf fortgesetztes Falschparken gibt es natürlich nicht.

Der erste Bauabschnitt des RS1 in Dortmund in der Führungsform „Fahrradstraße“ bringt dem Radverkehr nur moderate direkte Vorteile. Er muss vor allem als Verbindungsstück betrachtet werden für die weiteren Abschnitte, die teils dramatische Verbesserungen bedeuten. Man denke nur an den Abschnitt zwischen Ruhrallee und Defdahl, der unabhängig vom Autoverkehr geführt wird und eine neue, direkte Wegebeziehung erschließt, wo bisher Herumgurken im Zickzack angesagt ist, oder den Abschnitt an der TU zwischen Sebrathweg/Hauert und Dorstfelder Allee, der ebenfalls komplett unabhängig vom Autoverkehr verlaufen wird, die Nutzung der schrecklichen Emil-Figge-Straße in vielen Fällen überflüssig macht und künftig (je nach bisheriger Fahrweise) drei bis fünf Ampeln durch Brücken und Unterführungen einsparen wird.

Schaut man im richtigen Moment hin, sieht es es auf dem RS1 manchmal fast aus wie im Erfolgsmodell Niederlande: Vorfahrt fürs Rad, Fahrradstraße, Radschnellweg und Radfahrende mit Regenschirm. Foto: Peter
Aber natürlich ist der erste Bauabschnitt nur ein winziger erster Schritt. Etwa ein Kilometer des Straßennetzes von 1800 Kilometern ist jetzt etwas fahrradfreundlicher. Und selbst auf diesem „fahrradfreundlichen“ Kilometer gilt, was die Leiterin des Tiefbauamts sagt: Der Straßenraum gehört noch immer ganz überwiegend den Autos. Foto: Peter

Peter

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich für Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel für die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das übliche Zeichen für E-Mails, und dann web.de.

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