Hohe Teilnehmerzahl bei der Critcal Mass Dortmund

Nachdem im April bereits 250 Radler*innen bei der Chritical Mass Dortmund gezĂ€hlt wurden, konnte auch im Mai diese Zahl ermittelt werden. Das sind fĂŒr das Ruhrgebiet, aber auch fĂŒr Dortmund seit Jahren die höchsten Teilnehmerzahlen bei einer Critical Mass. Zuletzt gab es in Dortmund  am 9.7.2011 mit rund 300 Radler*innen eine etwa gleiche Anzahl.

Im bundesweiten Vergleich, ist die Zahl aber eher im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter sind hier in der Regel Hamburg, Berlin, NĂŒrnberg, Stuttgart, Köln, Braunschweig und Wuppertal mit 700-5000 Teilnehmer*innen.

Aber am Ende zÀhlt nicht die schiere Anzahl, sondern vor allem die KontinuitÀt, jeden Monat gemeinsam mit möglichst mindestens 16 anderen Radfahrer*innen zu zeigen, dass FahrrÀder auch Teil des Verkehrs sind.

Dazu bieten sich im Ruhrgebiet wöchentlich zahlreiche Möglichkeiten! HĂ€ufig gibt es auch einen so genannten „CM-Tourismus“, d.h. es wird von einer Stadt gemeinsam zu einer anderen Stadt gefahren, in der an diesem Tag die allmonatliche Critical Mass statt findet.

Zur Zeit gibt es folgende Critical Mass Fahrten im und um das Ruhrgebietes herum:

Jeden 1. Freitag im Monat:

  • Bottrop, Berliner Platz, 19 Uhr
  • Wuppertal, Kluse, 19 Uhr

Jeden 2. Freitag im Monat:

  • Essen, Willy-Brandt-Platz, 19 Uhr
  • Hagen, Berliner Platz, 19 Uhr
  • DĂŒsseldorf, FĂŒrstenplatz, 19 Uhr
  • Witten, Hauptbahnhof, 17 Uhr

Jeden 3. Freitag im Monat:

  • Dortmund, Friedensplatz, 19 Uhr
  • Neuss, Hamtorplatz, 18 Uhr
  • Solingen, Parkplatz Eissporthalle, 19 Uhr

Jeden 4. Freitag im Monat:

  • Bochum, Rathaus, 19 Uhr

Jeden letzten Freitag im Monat:

  • Duisburg, Bahnhofsvorplatz, 19 Uhr
  • Köln, Rudolfplatz, 18 Uhr

Jeden 3. Montag im Monat:

  • Gelsenkirchen, Ebertstraße 11, 19 Uhr

Fabian Menke

Raumplaner, Fahrradschrauber, Alltags- und Lastenradler aus Dortmund. Seit 2012 mit diversen Projekten bei VCR mit dabei. Initiator der Fahrradsternfahrt Dortmund und MitbegrĂŒnder von dein-RUDOLF.de. Von 2016 bis Mitte 2017 berufenes Mitglied im NahmobiliĂ€tsbeirat der Stadt Dortmund fĂŒr VCR. Seit Mitte 2017 Radfahr- und FußgĂ€ngerbeauftragter der Stadt Dortmund.

20 Gedanken zu „Hohe Teilnehmerzahl bei der Critcal Mass Dortmund

  • 19.05.2018 um 12:44
    Permalink

    … und was machen die Radfahrer auf dem Gehweg im linken Bild?

    Antwort
      • 19.05.2018 um 17:57
        Permalink

        Und das bedeutet? Beides ist nicht zulÀssig.

        In diesem Fall begeht nicht nur der Radfahrer auf dem Gehweg einen Verstoß sondern auch nach § 49 Abs. 2 Nr. 1 der VerbandsfĂŒhrer.

        Ordnungswidrig im Sinne des § 24 des Straßenverkehrsgesetzes handelt auch, wer vorsĂ€tzlich oder fahrlĂ€ssig als FĂŒhrer eines geschlossenen Verbandes entgegen § 27 Absatz 5 nicht dafĂŒr sorgt, dass die fĂŒr geschlossene VerbĂ€nde geltenden Vorschriften befolgt werden.

        Ob so eine Ordnungswidrigkeit in den letzten Jahren jemals geahndet wurde, weiß ich nicht.

        Antwort
        • 19.05.2018 um 18:17
          Permalink

          Ich rĂ€tsle ja immer noch, was fĂŒr ein Trauma du bei einer CM erlebt haben könntest? Die Narben scheinen wirklich sehr tief zu sein…! ;)

          Daher: Naja… lass mal die Kirche im Dorf. Da ist auch nur die Rede von den ausdrĂŒcklich „fĂŒr geschlossene VerbĂ€nde geltenden Vorschriften“ (und das sind ja nicht wirklich viele). Und Gehwegradeln (kann ja sein, dass man mal kurz rechts ranfĂ€hrt, weil man eben nicht wĂ€hrend der Fahrt telefonieren will) oder ob die Leute mit ihren Handys hantieren, fĂ€llt da also nicht drunter. Wenn das die Polizei schon im Alltag nicht schafft…

          Außerdem hat eine „echte“ CM ja auch keinen VerbandsfĂŒhrer.

          Antwort
          • 19.05.2018 um 18:31
            Permalink

            Warum muss ich es gut finden, dass bei einer CM auf Gehwegen gefahren wird – neben einem Radweg? Aber wehe ein Autofahrer wĂŒrde sich so gegenĂŒber dem Radverkehr verhalten …

            So eine echte CM ist auch kein Verband (der zwingend einen VerbandsfĂŒhrer hat) und dann wĂŒrde da die Radwegbenutzungspflicht gelten an der Stelle. Aber auch dann wĂ€re der Gehweg tabu. Es ist schlicht unnötig da zu fahren.

            Antwort
            • 19.05.2018 um 19:41
              Permalink

              Nein, musst du nicht gut finden und ist mit etwas Übung tatsĂ€chlich unnötig. WĂŒrde ich jungen Fahrradenthusiasten aber nicht vorwerfen. Was hilft ist Mitfahren, Bessermachen!
              Das Feld einer CM macht sich hĂ€ufig breit, um zĂŒgig und sicher unterwegs zu sein. Das hat sich ja auch bewĂ€hrt, weil es dagegen hilft, dass von hinten Kfz dazwischenbrettern. Es gibt aber gelegentlich FĂ€lle von Engstellen, die ohne hektische BremsvorgĂ€nge nur ĂŒber seitlich verfĂŒgbare FlĂ€chen abgewickelt werden können; ja auch ĂŒber S-Bahngleise und Ă€hnliches. Ein Trick wĂ€re das Tempo gleichmĂ€ĂŸig zu reduzieren.
              Ein Perfektionierungsweg wĂ€re, grundsĂ€tzlich darauf zu achten, links am Rand der CM immer einen halben Fahrstreifen Platz fĂŒr die spritzig ĂŒberholende RadfahrerInnen zu lassen, die sich insbesondere darauf spezialisiert haben, das Feld abzusichern und vor jeder Kreuzung möglichst weit vorne mitzufahren.

              Antwort
              • 19.05.2018 um 20:57
                Permalink

                Da ich immer wieder (bewusst (?)) missverstanden habe, fĂŒge ich auch hier den Disclaimer ein, dass ich ĂŒberhaupt nichts dagegen habe, wenn andere zusammen Rad fahren. Wie sie das nennen ist mir herzlich egal. Nur ist das nichts fĂŒr mich:

                Was hilft ist Mitfahren

                In großen Gruppen radzufahren finde ich uninteressant. Und bei allen CM, die ich mir angeguckt habe, war mir schlicht langweilig. Andere finden das total toll, manche essen auch gerne Pflaumenkuchen. Weder das eine noch das andere will ich jemanden verbieten, nur weil mir das nicht zusagt.

                Es gibt aber gelegentlich FĂ€lle von Engstellen, die ohne hektische BremsvorgĂ€nge nur ĂŒber seitlich verfĂŒgbare FlĂ€chen abgewickelt werden können; ja auch ĂŒber S-Bahngleise und Ă€hnliches.

                „Geht halt nicht anders“ sagen im Kern auch die ganzen EngĂŒberholer, Mal-Eben-Blockierer, …

                Antwort
            • 19.05.2018 um 19:54
              Permalink

              Wenn ich gelegentlich rechts ranfahre (um anzuhalten), fahr ich auch immer ein paar Zentimeter auf dem Gehweg. Auwei…! Es kann daher halt auch einfach sein, dass da mal jemand rechts an den Rand gefahren ist; vielleicht weil die Nase lĂ€uft oder man dringend im GebĂŒsch die Blase entleeren muss. Oder man ein Foto machen will, ohne den anderen Leuten im Weg rumzustehen. Andernfalls hĂ€ttest du ja hier ja erst gar nix zu meckern gekriegt. Wenn da keine FußgĂ€nger waren, wurde niemand behindert oder gefĂ€hrdet. Man kann es mit teutscher Regelhörigkeit dann halt auch ein wenig ĂŒbertreiben. ;)

              In § 27 (1) StVO steht auch so direkt nirgends, dass es unbedingt einen VerbandsfĂŒhrer geben muss, wenn sich mehr als 15 Radler zu einem Solchen formieren. Wie soll das bei einem belgischen Kreisel denn auch funktionieren?

              Absatz 5 lese ich als Kann-Bestimmung – „Wer einen Verband fĂŒhrt“. Wenn halt eben keiner einen Solchen fĂŒhrt, gilt auch die Regelung nicht. Aus diesem Absatz ergibt sich auch keine Verpflichtung, irgendwen zum VerbandsfĂŒhrer zu machen.

              Antwort
              • 19.05.2018 um 20:45
                Permalink

                Wenn es eine Kann-Bestimmung wĂ€re, wĂŒrde da stehen: „Ein Verband kann einen VerbandsfĂŒhrer haben, der …“.

                Vielen Leuten scheint nicht mehr klar zu sein, was ein geschlossener Verband ist, um den es hiergeht. Offensichtlich wirkt sich die Abschaffung der Wehrpflicht da negativ auf die Allgemeinbildung aus. ;-) Es ist das Wesensmerkmal eines Verbandes, dass er unter einheitlicher FĂŒhrung steht und die Formulierung macht auch nur Sinn, wenn man das voraussetzt. Hier geht es z. B. um Bundeswehrkolonnen, Polizeieinheiten. Als geschlossener Verband werden mehrere Fahrzeuge quasi zu einem Fahrzeug und jedes Fahrzeug hat (noch) einen FahrzeugfĂŒhrer und der VerbandsfĂŒhrer ist quasi der FahrzeugfĂŒhrer des ganzen Fahrzeugs.

                Eine CM ist nichts Verbotenes, aber warum muss man das in einen unpassendes Paragrafen quetschen und warum muss dass unbedingt so bleiben? So wie es meist ablĂ€uft, ist das vielleicht ein offener Verband und fĂŒr den gelten die Sonderrechte nicht.

                Andernfalls hÀttest du ja hier ja erst gar nix zu meckern gekriegt.

                Es war eine Frage. Mögliche Antworten hast du aufgezeigt. :-)

                Wenn da keine FußgĂ€nger waren, wurde niemand behindert oder gefĂ€hrdet.

                Das sagen die „ich war nur kurz-Brötchen holen“-Geh-/Radweg-Parker mit ihren SUV auch. Und bei genau denen wird dass dann immer gerne kritisiert von vielen Radfahrer*innen.

                Antwort
                • 19.05.2018 um 23:35
                  Permalink

                  Wenn es eine Kann-Bestimmung wĂ€re, wĂŒrde da stehen: „Ein Verband kann einen VerbandsfĂŒhrer haben, der 
“.

                  Da steht aber eben nun einmal auch nicht, dass der Verband ĂŒberhaupt einen FĂŒhrer haben muss. Mit FĂŒhrern hat man in D doch noch nie gute Erfahrungen gemacht…

                  Offensichtlich wirkt sich die Abschaffung der Wehrpflicht da negativ auf die Allgemeinbildung aus. ;-)

                  Ich bin froh, dass ich da nicht hinmusste. Mir scheint da dann eher militaristische Betriebsblindheit die Urteilskraft zu beeinflussen…!? :P

                  Hier geht es z. B. um Bundeswehrkolonnen, Polizeieinheiten. Als geschlossener Verband werden mehrere Fahrzeuge quasi zu einem Fahrzeug und jedes Fahrzeug hat (noch) einen FahrzeugfĂŒhrer und der VerbandsfĂŒhrer ist quasi der FahrzeugfĂŒhrer des ganzen Fahrzeugs.

                  Aber auch nur, weil § 27 (1) S. 2 und 3 mit sonstigen (motorisierten) VerbĂ€nden in einen Topf geschmissen werden. Ein Radfahrverband braucht nicht mehr als 15 Mann – und keinen AnfĂŒhrer. Reicht doch!

                  Eine CM ist nichts Verbotenes, aber warum muss man das in einen unpassendes Paragrafen quetschen und warum muss dass unbedingt so bleiben?

                  Muss es das? Sind wir doch froh, dass ĂŒberhaupt was in der Art wo in der StVO steht.

                  Das sagen die „ich war nur kurz-Brötchen holen“-Geh-/Radweg-Parker mit ihren SUV auch. Und bei genau denen wird dass dann immer gerne kritisiert von vielen Radfahrer*innen.

                  Äpfel und Birnen. ;) Wer ohne SĂŒnde ist, werfe den ersten Stein; jeder, der im Straßenverkehr unterwegs ist, verletzt stĂ€ndig regeln – und sei es nur der verlorengegangene Pedalreflektor…!

                  Wenn in der Tat niemand behindert wird, kann von mir aus auch mal kurz ein Auto wo rumstehen; ich betrachte Regelungen jedenfalls nicht als Selbstzweck. Mal nachts durch eine menschenleere FußgĂ€ngerzone radeln? Hab ich ja auch kein Problem mit.

                  Genau deshalb hab ich mir im ÖD-Studium auch so schwer getan. Man kann auch nicht Beamte stĂ€ndig wegen ihrer Paragraphenreiterei verspotten, sich aber selber noch pedantischer auffĂŒhren.

                  Antwort
                  • 20.05.2018 um 0:09
                    Permalink

                    Und wie legst du dann z. B. § 2 Abs. 3 a aus? Gibt es demnach Kraftfahrzeuge die fĂŒhrerlos sind und dann kann man ohne Winterreifen fahren? Da setzt man sich einfach auf den Beifahrersitz und die Pflicht entfĂ€llt? Ungeahnte Möglichkeiten tuen sich da auf.

                    § 3 Abs. 1, § 3 Abs. 2a, § 4 Abs. 2 … beginnen alle genau so. Sind das fĂŒr dich auch alles kann-Vorschriften?

                    Nach deiner Logik dĂŒrfte jede Autokolonne bei rot rĂŒberfahren, wenn sie den Eindruck eines Verbandes macht, auch wenn es keinen VerbandsfĂŒhrer gibt.

                    Äpfel und Birnen. ;) Wer ohne SĂŒnde ist, werfe den ersten Stein

                    Die Argumentationslogik ist die Gleiche und das ach so selbstgerechte Empören mancher Radfahrer*innen wurde doch von mir hier thematisiert …

                    Antwort
                    • 20.05.2018 um 10:11
                      Permalink

                      Sich immer tiefer in irgendwelche (unpassende) Paragraphen verbuddeln, ist typisches Beamtenverhalten. :P

                      Wen interessiert das ĂŒberhaupt…? Mir ist nicht bekannt, dass bei irgendeiner CM selbst die Polizei derart engstirnig darauf beharren wĂŒrde, dass eine solche CM unbedingt einen „VerbandsfĂŒhrer“ benötige. Hier und da geht man eher den Weg, die Leuten ĂŒber das Versammlungsgesetz zu kriminalisieren.

                      Du steigerst dich da meiner Ansicht nach vermehrt in was hinein. Deine ablehnende und ĂŒberkritische Haltung gegenĂŒber dem Thema CM wird sicher auch von vielen Kraftfahrern 1:1 so geteilt…

                      Die Argumentationslogik ist die Gleiche und das ach so selbstgerechte Empören mancher Radfahrer*innen wurde doch von mir hier thematisiert 


                      Mir ist aber bewusst, dass ich in vielerlei Hinsicht selber (wie jeder andere auch) hĂ€ufig genug gegen Verkehrsregeln verstoße; oft, weil es (wegen Inkompetenz der StraßenverkehrsĂ€mter und -baubehörden) gar nicht anders geht. Ich lass mich auch ungerne widerstandslos (hpts. durch Radwege) diskriminieren oder ggĂŒb. dem motorisierten Verkehr benachteiligen. Und gefĂ€hrden schon gar nicht!

                      Seien es eben Blauschilder, Z 250 oder fehlendes Reflektorengedöns an meinen RĂ€dern. Im Gegensatz zu Autofahrern ist das von einem regelverletzenden Radfahrer ausgehende GefĂ€hrdungs- und Behinderungspotenzial aber nun einmal um Welten geringer; deshalb bleibt die pauschale Kritik am „RĂŒpelradler“ stets ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen!

                      Allein wegen des FußgĂ€ngern betreffenden GefĂ€hrdungspotenzials kritisiere ich in meinem Blog Radfahrer daher hauptsĂ€chlich in Sachen Gehweg- und Geisterradelei. Und nicht dafĂŒr, weil sie keinen „GroßflĂ€chenrĂŒckstrahler“ am Heck haben, sie hin und wieder Blauwege missachten (kommt in 1 % der FĂ€lle mal vor), freigegebene Gehwege mit mehr als 7 km/h befahren oder verbotene Wirtschaftswege befahren…

                      Das Angebot steht ja noch, mir per e-mail mal mitzuteilen, was dich da in Sachen CM so traumatisiert hat. ;)

                    • 20.05.2018 um 13:51
                      Permalink

                      Bei jedem Argument pauschal zu sagen, dass man Äpfel mit Birnen vergleiche, dass das engstirnig sei usw. usf. ist fĂŒr mich das klare Indiz dafĂŒr, dass hier keine Diskussion stattfindet. Aber ich wiederhole mich gerne noch mal:

                      1) Ich habe kein CM-Trauma. Ich habe auch keine „ablehnende und ĂŒberkritische Haltung gegenĂŒber dem Thema CM“. Ich teile nur die Rechtsauffassung zur StVO § 27 nicht und ich halte das Heranziehen von § 27 schlicht fĂŒr nicht nötig. Die Veranstalter schaffen sich da unnötig ein Problem. Es gibt weiterhin die Möglichkeit des offenen Verbandes ohne Sonderrechte nach § 27 wie jede Freizeittour eines Vereins z. B. oder die Möglichkeit einer Versammlung nach Versammlungsrecht.
                      2) Bitte nicht die Findung der aktuellen Rechtslage damit in eins setzen, dass man diese fĂŒr vollumfĂ€nglich gut erachtet.
                      3) Nun, die Frage war, wie du diese anderen Paragrafen anwendest, die formal genau gleich aufgebaut sind. Die Frage umgehst du geschickt, denn dann dĂŒrfte man sich – deiner Logik folgend – bei Schnee ohne Winterreifen mit dem Auto durch die Pfalz bewegen, wenn man es fĂŒhrerlos betreibt, in dem man sich z. B. auf den Beifahrersitz setzt und mal guckt was so passiert. Dass die materiell nichts mit der Thematik zu tun haben, ist ja wohl klar.
                      4) In Stuttgart hat die Polizei m. W. in Gesetz und Fachliteratur geschaut und auch in anderen StÀdten ploppt das immer mal wieder auf.
                      5) Wo wird eine CM ĂŒber das Versammlungsrecht kriminalisiert? Genau dass ist die Rechtsmaterie, die eine CM möglich macht.

                    • 20.05.2018 um 14:07
                      Permalink

                      zu 1) Dann ist es dir bislang einfach nicht gelungen, das verstĂ€ndlich zu kommunizieren. Nebeneinander Radfahren ist gem. StVO halt leider so gut wie gar nicht erlaubt, das Missachten von Blauschildern schon gar nicht. Ohne Zuhilfenahme des § 27 dĂŒrfte eine CM also nicht auch nur annĂ€hernd rechtmĂ€ĂŸig sein.
                      zu 2) Auch hier sollte man das dann auch irgendwie anmerken. Es sollte schon halbwegs klar sein, dass man die Rolle des Advocatus diaboli einnimmt.
                      zu 3) Strohmann. Ich bewerte andere, willkĂŒrlich ausgewĂ€hlte Rechtsvorschriften nicht wegen Ă€hnlichen „Aufbaus“ anders. Sie haben mit der Frage, ob ein Radfahrerverband tatsĂ€chlich einen „FĂŒhrer“ braucht, nĂ€mlich nichts zu tun.
                      zu 4) Keine Ahnung, (juristische) Fachliteratur spiegelt wie des öfteren erwÀhnt hpts. die Meinung der Herrschenden wieder.
                      zu 5) Im Gegenteil – hier wird eine rechtmĂ€ĂŸige Radtour, die im § 27 eine m. E. ausreichende Rechtsgrundlage hat, (rechtsmissbrĂ€uchlich) von der Obrigkeit zur „Demonstration“ umgedeutet. Denn es ist ja schließlich auch keine „Demo“, wenn die Rennradabteilung des RSC Popelsdorf oder der ADFC-Rentnertreff Wanne-Eickel mit 20 Mann einen Sonntagsausflug unternimmt.

                      Belassen wir’s dabei. ;)

                    • 20.05.2018 um 14:33
                      Permalink

                      Ich habe ein wichtigen Punkt vergessen:

                      6) Man kann durchaus gezielt aus ethischer Überlegung oder politischer Überzeugung Gesetze missachten, aber dafĂŒr sollte man sie kennen und bereit sein, die Konsequenzen zu tragen.

                      zu 1) Nebeneinander zufahren ist innerorts meistens erlaubt. Habe ich in einem Artikel zu Fahrradstraßen nĂ€her ausgefĂŒhrt.
                      http://www.mobilogisch.de/archiv/archiv-ausgaben/40-ml/archiv/256-februar-2018.html
                      zu 3) HĂ€hh?!
                      zu 4) Das ist das Wesensmerkmal von Recht, dass es die Herrschenden schaffen.
                      zu 5) In anderen LĂ€ndern wĂŒrde man sich freuen, legal demonstrieren zu dĂŒrfen. Die Rennradabteilung des RSC Popelsdorf oder der ADFC-Rentnertreff Wanne-Eickel mit 20 Mann sind auch weder eine Demo noch ein Verband.

  • 21.05.2018 um 13:17
    Permalink

    WÀre es möglich und sinnvoll, morgens und abends auf ausgewÀhlten Strecken eine Radpendler-CM zu organisieren?

    Vermutlich nicht, andernfalls gÀb es das schon. Aber warum nicht?

    Antwort
      • 22.05.2018 um 8:10
        Permalink

        Danke fĂŒr den Link! Wie mĂŒsste man das heutzutage organisieren, damit es klappt? Mit Handy-Apps sollte da mehr als in 2013 gehen, oder nicht?

        Antwort
        • 22.05.2018 um 11:17
          Permalink

          Ich weiß nicht, warum ich die FlexibilitĂ€t als Systemvorteil aufgeben sollte. Ich „stupse“ Albert mal an, dass er sich einklingt.

          Antwort
          • 22.05.2018 um 11:49
            Permalink

            Das ist ja genau der Punkt, den ich im letzten Post auf VeloBus angesprochen habe. Ich denke, wir bekommen das hier auf die bisherige Weise gar nicht hin, weil zu wenige Leute mit dem Rad unterwegs sind. Wenn man warten wollte, bis 16 zusammen sind, muss ja der erste relativ lange warten und eben seine FlexibilitĂ€t aufgeben. Der nĂ€chste will vielleicht noch einen Zeitungsartikel fertiglesen – beim Bus wĂŒrde er erst zum Bus laufen, und dann die Zeitung wieder aufschlagen; beim Fahrrad radelt er halt ein paar Minuten spĂ€ter los.

            Ich denke aber, das hat dennoch sehr wohl Potential: Ich sehe das nicht unbedingt von der App abhĂ€ngig (dazu gleich mehr), sondern vielmehr von den AnlĂ€ssen. Wenn man etwa in dĂ€nischen oder niederlĂ€ndischen StĂ€dten sieht, wieviele Leute auf dem Rad sich auf Radwege zwĂ€ngen, fragt man sich, warum sie nicht einfach spontane CMs organisieren. Oder große Arbeitgeber oder solche mit festen Arbeitszeiten. Man könnte es also wie folgt lösen: Leute nutzen App und geben an wann sie von A nach B fahren, App legt alle Strecken zu bestimmten Zeiten, z.B. alle 5 Minuten (anfangs vielleicht alle 10/15 …) ĂŒbereinander und bildet dann Matches. Alle die zusammenpassen werden benachrichtigt, so dass der eine noch 3, der nĂ€chste 7 Minuten wartet und evtl. einen kleinen Umweg fahren soll, so dass auf der Hauptstrecke ein Verband/VeloBus zustande kommt. Ansonsten kommt halt ne kleine Gruppe zusammen, die dann aber den Vorteil hat, miteinander schnacken zu können. ZurĂŒck zu den AnlĂ€ssen: man sollte vielleicht mit einem Uni-Campus oder einem großen Arbeitgeber wie Thyssen Krupp beginnen. Ich nenne die App „SĂŒper“ oder einfach nur VeloBus. Ich hab eh grad vor, ne App fĂŒr Sternfahrten zu machen, da wĂ€re der VeloBus nur ne Abwandlung von. Die Technik ist sehr Ă€hnlich. Also: machen wir. Bei Interesse: Mail an albert.hoelzle@velocityruhr.net .

            Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.