Vision Zero für Umlaufsperren wird Wirklichkeit

Foto: Angelika

Umlaufsperren sind schon für die Nutzenden von Standard-Fahrrädern scheußlich. Noch störender sind sie, wenn Lastenräder oder Anhänger im Spiel sind. Die Regelwerke für den Radverkehr bewerten Umlaufsperren daher recht zurückhaltend und die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS) zählt den Abbau von Umlaufsperren sogar zu ihren Aufnahmebedingungen.

Dortmund ist seit 2007 in der AGFS, hat sich aber bisher von diesen Aufnahmebedingungen nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Wer in Dortmund Umlaufsperren loswerden wollte, musste daher einen mühsamen und nicht immer erfolgreichen Kampf gegen jedes einzelne dieser Monster führen.

Im Juli hat der Aufbruch-Fahrrad-Dortmund-Stammtisch beschlossen, dass wir eine grundsätzliche Lösung brauchen. Das Ziel: Vision Zero für Umlaufsperren. Einfach weg damit.

Im August haben wir über VeloCityRuhr einen Vorschlag zur Abschaffung von Umlaufsperren in den Beirat Nahmobilität einbracht und das Problem mit schönen Fotos verdeutlicht. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Es werden künftig keine neuen Umlaufsperren mehr errichtet, die Altlasten im Bestand werden möglichst innerhalb von drei Jahren abgebaut und ggf. erforderliche Ersatz-Poller werden zurückhaltend eingesetzt (Details hier).

Im November haben Grüne und CDU das Thema aufgegriffen und eine verwässerte Form unseres Antrags im Mobilitätsausschuss beschlossen (z.B. ohne die dreijährige Frist für Altlasten). Dadurch dürfte allerdings kein größerer Schaden entstanden sein, denn der Beschluss im Beirat Nahmobilität erfolgte auch mit den Stimmen der Verwaltung, die sich damit festgelegt hat.

Nun seid Ihr dran: Schickt uns Standorte von ganz besonders scheußlichen Umlaufsperren, die als Erste dran glauben sollen. E-Mail: kontakt@aufbruchfahrrad-dortmund.de. Bitte schickt nur Standorte der schlimmsten Umlaufsperren und nicht einfach alle, die Euch einfallen. Die normal-scheußlichen Sperren sollten nach spätestens drei Jahren von allein verschwunden sein.

Zur Info: Bei Umlaufsperren an Bahnlinien ist alles etwas komplizierter und dauert auch länger, siehe Link oben. Umso wichtiger ist es, der Stadt möglichst früh diese Standorte zu nennen.

Peter Fricke

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich für Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel für die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter.fricke, dann folgt das übliche Zeichen für E-Mails, und dann velocityruhr.net.