300 Radfahrende testen neuartigen Radfahrstreifen

Foto: Sebastian Peter

Über 300 Radfahrende haben am Dienstag eine Testfahrt auf einer sogenannten Pop-up-Bikelane auf dem Heiligen Weg in Dortmund gemacht. Bei einem solchen vorĂŒbergehend angelegten Radweg wird der gesunkene Autoverkehr in der Corona-Krise genutzt und ein Fahrstreifen einer mehrstreifigen Straße in einen Radfahrstreifen umgewandelt und mit Leitkegeln vom Autoverkehr getrennt.

„Von 17 Uhr bis 18 Uhr war der Heilige Weg mit dem Fahrrad entspannt und sicher befahrbar“, meint Peter Fricke von Aufbruch Fahrrad Dortmund und VeloCityRuhr und ergĂ€nzt: „Selbst Kinder, die den Heiligen Weg normalerweise gar nicht befahren können, waren angstfrei dort unterwegs und hatten sichtlich Spaß an dem tollen Streifen.“ Die Straße sei ein Beispiel fĂŒr die ungleiche FlĂ€chenverteilung in der Stadt: Es gebe vier Fahrstreifen fĂŒr den fahrenden Autoverkehr und in den meisten Bereichen zusĂ€tzlich zwei weitere Streifen fĂŒr parkende Autos. Insgesamt stĂŒnden mehr als 16 Meter fĂŒr den Autoverkehr zur VerfĂŒgung, wĂ€hrend Radfahrende auf nur 1,20 m schmalen Schutzstreifen von fahrenden und parkenden Autos in die Zange genommen wĂŒrden.

„Viele vierstreifige Straßen in Dortmund sind ĂŒberdimensioniert, dort wĂŒrde ein Fahrstreifen pro Richtung eigentlich ausreichen“, so Sven Teschke von Aufbruch Fahrrad Dortmund, „und in der Corona-Krise gilt das wegen des stark zurĂŒckgegangenen Verkehrs natĂŒrlich umso mehr.“ Gerade in solchen Straßen entsprĂ€chen die Radverkehrsanlagen oft nicht den heutigen Anforderungen oder fehlten ganz.

Ein BĂŒndnis aus zwölf Fahrrad- und UmweltverbĂ€nden hat darum in einem offenen Brief an den OberbĂŒrgermeister vorgeschlagen, fĂŒr die Dauer der Corona Krise an einigen mehrstreifigen Straßen temporĂ€r einen Fahrstreifen fĂŒr den Radverkehr zu nutzen. Dazu habe man eine Liste von VorschlĂ€gen vorgelegt, bei denen die Umsetzung ganz besonders einfach sei. Neben dem Heiligen Weg sind das die Hohe Straße, die untere Ruhrallee und der Straßenzug Treibstraße/GrĂŒne Straße/Steinstraße. Zu dem stetig wachsenden BĂŒndnis gehören auch die örtlichen Gliederungen von ADFC, VCD, BUND und NABU sowie die Parents for Future Dortmund.

„Der erste Test am heutigen Tag ist positiv verlaufen“, so Werner Blanke vom ADFC Dortmund. Nun gehe es darum die Erfahrung zu nutzen. FĂŒr Blanke ist klar: „Das war nicht nur eine Demonstration, sondern es geht darum, Dinge auch tatsĂ€chlich umzusetzen.“

Die Politik wird schon bald Gelegenheit bekommen ĂŒber diese Frage zu entscheiden. Die GrĂŒnen haben einen Antrag fĂŒr den Verkehrsausschuss geschrieben, die Vorschlagsliste der zwölf VerbĂ€nde umzusetzen (Pressemitteilung dazu). UnschlĂŒssige Ausschussmitglieder haben schon bald Gelegenheit zu einer weiteren Testfahrt: Die Planung fĂŒr die nĂ€chste Pop-up-Bikelane lĂ€uft bereits.

Pressespiegel und mehr
Ruhrnachrichten vom 19. Mai
Nordstadtblogger vom 19. Mai
Ruhr24 vom 19. Mai
WDR Aktuelle Stunde vom 19. Mai
Mengede-InTakt vom 19. Mai
IN Stadtmagazine vom 19. Mai
ErwÀhnung in Pressemitteilung ADFC NRW vom 20. Mai
Antrag GrĂŒne fĂŒr den Verkehrsausschuss, unsere VorschlĂ€ge umzusetzen
City-Anzeiger
Ruhrnachrichten vom 20./21. Mai
Nordstadtblogger vom 20. Mai
Radio 91.2 vom 20. Mai
Mengede-InTakt vom 20. Mai
IN Stadtmagazine vom 20. Mai
Online-Petition der GrĂŒnen Jugend Dortmund zu Pop-Up-Bikelanes
Pressemitteilung SPD zur Ablehnung im Verkehrsausschuss
Faktencheck SPD-Pressemitteilung („arbeitet bereits seit Jahren erfolgreich an der Verbesserung und einer Zunahme des Radverkehrs in Dortmund“): FĂŒnfzehn verlorene Jahre fĂŒr den Radverkehr
Ruhr24 vom 31.05.

Foto: Sebastian Peter
Build it and they will come. (Foto: Sebastian Peter)
Foto: Sebastian Peter
Foto: Sebastian Peter
Foto: Sebastian Peter
Foto: Sebastian Peter
Foto: Sebastian Peter
Foto: Sebastian Peter

Peter

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich fĂŒr Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel fĂŒr die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das ĂŒbliche Zeichen fĂŒr E-Mails, und dann web.de.