Weihnachtsmann beschenkte Falschparker

Wer kennt das nicht? Auch der Weihnachtsmann musste die Erfahrung machen, dass der Radfahrstreifen in der Viktoriastraße ein beliebter Parkplatz ist. Leider floh die TĂ€terin vor der Bescherung. (Foto: Alexander)

So mancher wĂŒnscht Falschparkern auf Geh- und Radwegen einen Besuch von Knecht Ruprecht oder Schlimmeres. Doch am Montag hatten einige Falschparker in der Dortmunder Innenstadt großes GlĂŒck: Der Weihnachtsmann höchstpersönlich besuchte sie. Statt eine Anzeige zu schreiben oder gar die Rute auszupacken, beschenkte er die verdutzten TĂ€ter.

„Ich möchte diese Menschen unterstĂŒtzen, damit sie beim nĂ€chsten Mal nicht wieder falsch parken“, sagte der Weihnachtsmann lĂ€chelnd und erklĂ€rte, dass zugeparkte Geh- und Radwege FußgĂ€ngern, Familien mit Kinderwagen, Nutzern von RollstĂŒhlen und Rollatoren und Radfahrern das Leben schwer machen. Selbst Busse, Stadtbahnen und die Feuerwehr wĂŒrden immer wieder von Falschparkern aufgehalten.

Der Weihnachtsmann versuchte, den Falschparkern ins Gewissen zu reden. Ob es hilft? (Foto: Alexander)

Darum hatte er einen Sack voller Geschenke mitgebracht. FĂŒr jeden war etwas dabei: Gutscheine fĂŒr Fahrradreparaturen, kostenlose Fahrscheine und Infomaterial fĂŒr Bus und Bahn. Die Botschaft war klar: Wer öfter mal das Auto stehen lĂ€sst, muss nicht nach einem Parkplatz suchen und kann seine Mitmenschen auch nicht durch Falschparken belĂ€stigen und gefĂ€hrden. FĂŒr alle, die trotzdem auch beim nĂ€chsten Mal das Auto nehmen wollten, gab es als besonderen Service LageplĂ€ne fĂŒr die umliegenden ParkhĂ€user und Informationen zu Park & Ride PlĂ€tzen.
Empfehlen wollte der Weihnachtsmann die Anreise in die City mit dem Auto allerdings nicht: „Mit meinem schönen roten Lastenrad bin ich gerade einfach zĂŒgig an diesem endlosen Stau vorbeigefahren“, erzĂ€hlte er. Und Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche habe er auch noch nie gehabt. Versuche mit Autos und Rentierschlitten habe er schon vor langer Zeit aufgegeben, denn die seien einfach zu sperrig fĂŒr die Innenstadt.

Auch Falschparker auf BehindertenparkplÀtzen wurden reich beschenkt. (Foto: Alexander)

Die Aktiven von Aufbruch Fahrrad Dortmund und VeloCityRuhr, die den Weihnachtsmann an diesem Tag beim Verteilen der Geschenke unterstĂŒtzten, waren zufrieden. Vielleicht habe man den einen oder anderen zum Nachdenken gebracht, meinte Darius Silski von Aufbruch Fahrrad. Aber natĂŒrlich könne der Weihnachtsmann das Dortmunder Falschparkerproblem nicht allein lösen. Dazu seien deutlich mehr Stellen in der VerkehrsĂŒberwachung nötig. DĂŒsseldorf habe 163 Stellen und Köln 277, aber Dortmund komme selbst nach der letzten Erhöhung nur auf 40. Das könne natĂŒrlich nicht funktionieren.

Statt das Dortmunder Falschparkerproblem endlich richtig anzupacken, habe der Rat leider erst vor wenigen Tagen zusĂ€tzliche Stellen verweigert. „Wir hĂ€tten gern vom Weihnachtsmann gewusst, ob er die Ratsvertreter nun auch beschenkt oder ob er ihnen doch den Knecht Ruprecht schickt“, meinte Peter Fricke von VeloCityRuhr und Aufbruch Fahrrad. Aber der Weihnachtsmann lĂ€chele immer nur und wolle es einfach nicht verraten.

Der Weihnachtsmann wurde bei seiner Arbeit unterstĂŒtzt von DSW21, die Fahrscheine und Infomaterial stellten, und vom FahrradgeschĂ€ft Radgebiet, das Gutscheine fĂŒr Fahrradreparaturen beisteuerte.

Peter

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich fĂŒr Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel fĂŒr die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das ĂŒbliche Zeichen fĂŒr E-Mails, und dann web.de.