Das ist Bullshit!

Poetry Slams sind bekannt dafür, dass Klartext gesprochen wird. Und mittlerweile sind diese literarischen Vortragswettbewerbe auch bekannt dafür, dass man dort richtig gut Unterschriften für Aufbruch Fahrrad sammeln kann. Mittwoch ist es in Dortmund wieder so weit: Wir bekommen vor 800 Zuschauern im FZW die Bühne und Lukas erklärt mit seinem legendären Text Aufbruch Fahrrad – natürlich im Poetry Slam Style. Anschließend gehen die Listen durch die Reihen und wir ernten in nur zehn Minuten einen fetten Stapel Unterschriften, für den man auf konventionellem Weg richtig hart arbeiten müsste. Und das Beste: Ihr könnt dabei sein, Aufbruch Fahrrad unterstützen und an einer coolen Aktion teilnehmen! Worauf wartet Ihr noch? Meldet Euch unter dortmund@aufbruch-fahrrad.de, noch sind Plätze frei!

Für alle, die nicht dabei sein können, hier der Text von Lukas, der natürlich live noch viel besser wirkt:

Auch wenn es den Anschein haben mag, dies ist kein Slam-Beitrag. Ich, wir werben hier nur für eine Sache, die uns am Herzen liegt. Wir machen idealistische Werbung – für schönere Städte.

Wir sind es alle gewohnt, dass Straßen überfüllt sind und haben früh gelernt, dass wir sie lieber nicht betreten sollten, wenn uns unser Leben lieb ist.

Wenn du zu Fuß gehst oder Rad fährst, hast du keinen Platz – und mit dem Auto keinen Parkplatz. Busse und Bahnen sind keine verlässlichen Partner im Alltag, dafür aber maßlos überteuert – auch wenn unser Semesterticket uns das hier nicht spüren lässt. Aber einmal Münster und zurück in der Eurobahn kosten 27 Euro und es läuft alles irgendwie darauf hinaus, dass keine Alternative die angenehmere ist.

Was also tun? Wo ist der Fehler?

Helmut Schmidt, ein stilvoller Kettenraucher, als diese Kombination noch möglich war, hat einmal erklärt, wer Visionen habe, der solle zum Arzt gehen.

Das ist Bullshit.

Wir brauchen mehr Visionen und weniger Ärzte!

Wir brauchen Visionen, damit wir Lust auf die Zukunft bekommen. Damit wir nicht warten wollen, bis morgen ist. Damit morgen alles besser wird und nicht früher alles besser war. Wir brauchen Utopien, um darüber
nachzudenken, wie wir in 10, 20 oder 50 Jahren einmal leben wollen. Denn das ist das Ding: Wir haben die Wahl. In einem gewissen Maße können wir – als junge Menschen – entscheiden, wie diese Welt in Zukunft aussehen soll.

Wir können weitermachen wie bisher. Uns mit dem Geld, dass unser hoffentlich gutbezahlter Job in ein paar Jahren einmal abwerfen wird, ein Auto kaufen und selbst die Straßen verstopfen und zuparken.

Wir können aber auch dafür sorgen, dass die Dinge sich verändern! Und zwar so, wie wir das für richtig halten.

Der Name Aufbruch Fahrrad beschreibt die Idee, dass wir alle davon profitieren werden, wenn mehr für den Radverkehr getan wird.

Mehr Fahrräder fahren schneller auf besseren Radwegen und nehmen dabei weniger Fläche weg. Die Straßen sind auf einmal wieder groß genug und die Luft spürbar sauberer. Der Grund, weshalb wir Auto fahren, besteht oft nur darin, dass es keine vernünftige Alternative gibt.

Mit dieser Unterschriftensammlung fordern wir den Landtag NRWs dazu auf, solche Alternativen zu schaffen.

Wenn ihr jetzt eure Unterschrift auf diesen Zettel setzt, unterstützt ihr eine Vision. Eine, von der wir und tausende andere Menschen glauben, dass sie unser aller Leben besser machen kann.

Und das nicht, weil wir nur Kampfradler sind, die ohne Hindernis heizen wollen, sondern weil wir der Meinung sind, dass wirklich alle Menschen im Straßenverkehr Platz finden sollten.

Vielen Dank.

Der nächste Poetry Slam ist am Mittwoch, 3. April, ab 19:15 im FZW, Ritterstraße 20 in Dortmund. Wer mithelfen möchte, kann sich gern unter dortmund@aufbruch-fahrrad.de melden. Es sind noch Plätze frei! Vielen Dank an Chris und die Crew von WortLautRuhr und das FZW für die Unterstützung!

Habt Ihr auch manchmal das Gefühl, zu einer merkwürdigen Sekte zu gehören, die ihrem seltsamen Kultobjekt huldigt?
Lukas: „Das ist Bullshit!“
Beim Poetry Slam werden aus Zuschauer*innen schnell neue Aktive.
Team Poetry Slam. Nur Marie fehlt…
… weil sie gerade die Bühne erkundet.
Marie ist extra aus Berlin, der Stadt des Radentscheids, zu uns gekommen, um dem Radverkehr mehr Gewicht zu verleihen.
Beim Zählen der Unterschriften beim Poetry Slam ist sie immer sehr zufrieden.
Kein Wunder…
…bei dieser Ansage…
..und diesem Publikum!

Peter

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich für Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel für die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das übliche Zeichen für E-Mails, und dann web.de.

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