Autobahn zur Polizei – Ein erneuter Ausflug in die Fallstricken der Welt der Verkehrszeichen

Zum Leidwesen der Straßenverkehrsbehörde Dortmund muss ich gar nicht mehr suchen, sondern mir stechen die Dinge ins Auge, um die sich die Behörde kümmern muss. Stammleser können sich nach einem Bericht neulich denken, dass mir das Schild rechts im Bild sofort auffiel.

(Foto: Norbert Paul)

Das gehört Verkehrszeichen 101-54 <Unzureichendes Lichtraumprofil>  hin.

Das mag auf den ersten Blick haarspalterisch klingen. Da man im Verkehr aber sehr viele Infos sehr schnell verarbeiten muss, ist es wichtig, dass die Verkehrszeichen gut zu erkennen und einheitlich sind, sodass man nicht erst die Bedeutung erraten muss. Daher ist es wichtig, dass die Beschilderung dem VzKat entspricht oder Baustellen nach RAS abgesichert sind. Und wen das egal ist: Es ist rechtlich schlicht nur dieses Schild erlaubt und von Behörden darf der Bürger erwarten, dass diese sich an das Gesetz hält (Gesetzmäßigkeit der Verwaltung).

Hier ist aber eine andere Sache viel interessanter. Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass Schilder auf Autobahnen blau sind. Das hilft der Orientierung, auf welcher Straße man ist. Entsprechend weisen blaue Pfeilwegweiser in Richtung Autobahn. Auch das hilft unterbewusst der Orientierung. Das ist auch schon ewig so. Was da auf die Polizei hinweist, sieht aus wie Zeichen 430 <Pfeilwegweiser  zur Autobahn>.

Was mag der Straßenverkehrsbehörde Dortmund durch den Kopf gegangen sein, als sie dieses Schild angeordnet hat? Und was mag sie sich dabei gedacht haben, dass an dieser T-Kreuzung dass Schild beidseitig ist?

(Foto: Norbert Paul)

Was wäre hier möglich? Denkbar wäre Zeichen 432 <Pfeilwegweiser zu Zielen mit erheblicher Verkehrsbedeutung> mit dem Text „Polizei“.

Die Frage ist, ob die Polizei in Hombruch erhebliche Verkehrsbedeutung hat. Eine andere Möglichkeit wäre Zeichen 363 <Polizei> mit Zeichen 1000-20 <Richtungsangaben durch Pfeile: Richtung, rechtsweisend>

Ich habe die Straßenverkehrsbehörde angeschrieben. Es gibt dort neue Mitarbeiter, die – dem ersten Eindruck nach – engagiert scheinen. Es sind aber nur noch zwei für ganz Dortmund. Mal sehen, was passiert, da es neben unnötigen Anträgen aus den BV auch noch den Rückstau aus Jahrzehnten abzuarbeiten gilt.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung.

Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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