Erstes Ghost Bike in Dortmund aufgestellt

Am 2. Februar wollte ein Lkw-Fahrer mit seinem Gespann gegen 10.20 Uhr von der Westfalenhüttenallee aus kommend die Rüschebrinkstraße überqueren um geradeaus auf die B 236 aufzufahren. Ein 86-jähriger Dortmunder fuhr zu der Zeit mit seinem Pedelec auf der Rüschebrinkstraße in Richtung Süden. Schwer verletzt durch den Aufprall auf den LKW wurde er auf eine Intensivstation gebracht auf der er diese Woche verstarb. Aktuell sucht die Polizei noch nach einem mutmaßlichen Unfallverursacher und bittet Zeugen, sich zu melden.

Im Rahmen der laufenden Ermittlungen ergaben sich Hinweise, dass zuvor ein Pkw mit Anhängergespann die B236 verlassen haben könnte. Das Fahrzeug hat möglicherweise die Vorfahrt des entgegenkommenden Lkw missachtet und bog dann links in die Rüschebrinkstraße ein. Dadurch musste der Lkw im Kreuzungsbereich abbremsen. […] Der Pkw mit Anhänger entfernte sich über die Rüschebrinkstraße in Richtung Dortmund-Wambel.

Quellen: Pressemitteilungen der Polizei.

Aktive Radfahrer*innen stellten in Gedenken an den verstorbenen Radfahrer im Rahmen der CM am Freitag nun das erste Ghost Bike an der Unglückskreuzung auf, um an den Unfall zu erinnern und zu gedenken. Heute Nachmittag fehlte noch das übliche Schild. Das wird aber sicherlich noch folgen. Dies war der erste tödliche Radverkehrsunfall seit länger Zeit. Radfahren ist also nicht gefährlich.

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

7 Gedanken zu „Erstes Ghost Bike in Dortmund aufgestellt

  • 20.03.2017 um 12:41
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    Was bezweckt man eigentlich mit diesen Ghost Bikes und welche „Aktiven Radfahrer“ stellen diese auf?
    Solche Fahrräder signalieren lediglich: Rad fahren ist sehr, sehr gefährlich! Also bringt die Kinder lieber mit dem sicheren SUV zur Schule. Besser kann man keine Anti-Radfahrwerbung betreiben.

    Sinnvoller wäre in diesem Fall die Aufstellung eines Ghost-LKW. Das würde zumindest auf die Gefährlichkeit von LKW auf unseren Stadtstraßen hinweisen.

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    • 20.03.2017 um 23:19
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      Die Gefahr besteht, aber die ganzen Kreuze an den Bundesstraßen führen auch nicht dazu, dass irgendjemand das Autofahren für gefährlich erachtet.

      Weiteres in der Pressemitteilung.

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  • 21.03.2017 um 8:06
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    Die Kreuze sieht man in der Regel nur, wenn man zu Fuß oder per Rad unterwegs ist. Fürs Auto sind sie zu niedrig und man ist schnell vorbei. Die Kreuze sollen an den Verunglückten erinnern und werden wohl auch nicht von „Autoaktivisten“ aufgestellt. Der Bezug zum benutzten Fahrzeug fehlt. So meinen viele, dass es sich um einen Radfahrer oder Motorradfahrer gehandelt hat, was ja auch sein kann.

    Solange es keine Geisterautos für Verünglückte gibt, welches noch Sinn machen würde, sollte man auch keine Geisterräder aufstellen.

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    • 22.03.2017 um 1:03
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      Ich halte die Sorge nicht für falsch, dass eine ungewollte Botschaft ankommt, aber zu verschweigen, dass es tödliche Unfälle gibt, halte ich auch nicht für richtig. Ghost Bikes sind m. E. auch ein Zeichen, dass auf die unsichtbaren Verkehrstoten hinweist, an die wir uns als Gesellschaft längst gewöhnt haben. Irgendwer muss anfangen. Warum soll ich erst darauf warten, dass Trucker weiß lackierte LKW-Räder aufstellen?

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    • 22.03.2017 um 9:33
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      Wir haben es in Essen mit dem Ghostbike geschafft Öffentlichkeit udn Handlungsdruck zu erzeugen. Die Polizei und die Unfallkommission sind aktiv geworden und haben sogar zum ersten Mal Schwerpunktkontrollen durchgeführt.

      Und es geht dabei in erster Linie darum den Medien ein Bildmotiv zu liefern, mit dem dann Öffentlichkeit erzeugt wird. Die Marker am Boden verblassen innnerhlab von Tagen. S

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      • 22.03.2017 um 13:00
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        Die Ruhr Nachrichten haben die Pressemitteilung fast 1:1 veröffentlicht gestern und Lokalzeitungen sind immer noch das Medium für Verwaltung und Politik vor Ort und nicht Webseiten wie diese hier, auch wenn einzelne Verwaltungsmitarbeiter inzwischen hier mitlesen.

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