Nach Radunfall in der Langen Reihe reagiert die Stadt Dortmund mit Haltebalken und Stopp-Schildern

Beginn der Langen Reihe. Nicht die Unfallkreuzung. Foto: Peter

Nach dem Unfall in der Fahrradstradstraße Lange Reihe bringt die Stadt nun Haltebalken, Stoppschilder und Fahrbahnschwellen an. Die Stadt schreibt dazu:

Bei dem Ortstermin zeigte sich, dass viele Autofahrende die neue Vorfahrtsregel, die dem Verkehr auf der Fahrradstraße Vorrang gibt, nicht beachteten. Ein sofortiges Handeln wurde als notwendig erkannt. Weil das Aufbringen dauerhafter Farbmarkierungen höhere Temperaturen und anhaltend trockenes Wetter erfordert, kommt es zunächst zu anderen Maßnahmen: So schnell wie möglich werden Stopp-Schilder die Vorfahrt-beachten-Schilder ersetzen. Zusätzlich werden gelbe Haltebalken (Spezialfolie) auf die Straßenoberfläche geklebt. Ergänzend kommen auch Fahrbahnschwellen in den Einmündungen der untergeordneten Straße Am Zehnthof hinzu. Da diese jedoch lange Lieferzeiten haben, wird das noch etwas Zeit benötigen. Die Schwellen werden mittig auf der Fahrbahn montiert, so dass Radfahrende gut auf der rechten Seite vorbeifahren können, Autofahrende sie aber nicht umfahren können. Damit wird ein zusätzlicher Wahrnehmungseffekt erzielt und eine deutliche Reduzierung der Geschwindigkeit. Die Fahrbahnschwellen werden geräuscharm sein, um die Anwohnenden vor Lärm zu schützen. Die Straßenverkehrsbehörde wird beobachten, ob sich die Maßnahmen in der Langen Reihe bewähren und dauerhaft bleiben können. In Sachen Markierung wird noch zu prüfen sein, ob das Fahrradstraßen-Verkehrszeichen als Piktogramm mehrfach im Kreuzungsbereich aufgetragen wird, oder ob eine rote Farbfläche die bessere Variante ist.

Die Geschwindigkeit, mit der die Unfallkommission tätig wurde, und die Bereitwilligkeit, mit der auf die eher grenzwertigen Forderungen aus der Öffentlichkeit nach Stoppschildern eingegangen wurde, zeigen, dass die Stadt das Thema zügig abräumen möchte.
Gut ist, dass auch die Sichtlinien überprüft werden. Bei der Unfallkreuzung war diesbezüglich alles in Ordnung, aber bei benachbarten Kreuzungen gab es Verbesserungsbedarf. Das zeigt, dass dort bei der Planung nicht genau genug hingeschaut wurde bzw. zu viel Angst vor dem Wegfall einzelner Parkplätze bestand. Künftig sollte die konsequente Verbesserung der Sichtlinien, auch auf Kosten von Parkplätzen, zum Standardprogramm bei der Einrichtung einer Fahrradstraße gehören. Weil man sich mit dem Rad besonders in Nebenstraßen nie darauf verlassen kann, die eigene Vorfahrt nutzen zu können, muss man an Kreuzungen und Einmündungen doch abbremsen – und zwar umso stärker, je schlechter die Sicht ist. Schlechte Sichtlinien schaden also nicht nur der Sicherheit, sondern auch Komfort und Tempo. Gute Sichtlinien verbessern die Nutzbarkeit einer Straße fürs Rad je nach Verkehrsaufkommen unter Umständen sogar stärker als die Vorfahrtregelung.

Peter Fricke

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich für Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel für die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter.fricke, dann folgt das übliche Zeichen für E-Mails, und dann velocityruhr.net.

Ein Gedanke zu „Nach Radunfall in der Langen Reihe reagiert die Stadt Dortmund mit Haltebalken und Stopp-Schildern

  • 12.02.2022 um 13:46
    Permalink

    An der Unfallstelle steht jetzt wie angekündigt ein Stoppschild. Markierungen und Kissen fehlen noch.

    Foto: Felix

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