Forderungen und Demo: Fahrradwende jetzt!

KOPENHAGEN WESTFALENS?

2005 lag der Anteil des Fahrrads an allen Wegen in Dortmund bei 10%. Trotz vieler schöner Worte über die Förderung des Radverkehrs lag der Anteil im Jahr 2019 immer noch bei 10%. Nach 14 verlorenen Jahren muss man feststellen: Es ist viel zu wenig passiert – und Kopenhagen liegt in weiter Ferne!

Bei Städtevergleichen zur Fahrradfreundlichkeit landet Dortmund meist auf den hintersten Plätzen, und die Unzufriedenheit der Menschen in Dortmund mit dem Zustand der Radwege nimmt von Jahr zu Jahr zu. Zuletzt vergaben sie die Schulnote 4 bis 5. Noch schlechter schneidet die Stadt bei der Verkehrsüberwachung ab: Für die Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen vergaben 84 % der Befragten der Stadt die Schulnoten 5 oder 6. Falschparker, Hoppelradwege, schmale Schutzstreifen und gefährliche Kreuzungen mit schlechter Sicht: An vielen Stellen in Dortmund ist das Radfahren weder angenehm noch sicher.

2019 haben 30.000 Personen in Dortmund für die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ und für besseren Radverkehr unterschrieben. Das zeigt: Die Menschen in Dortmund wollen Rad fahren. Und sie wünschen sich Bedingungen, unter denen das sicher und ohne Angst möglich ist.

Ein Anfang ist gemacht: Im letzten Jahr wurden Stellen für zehn neue Mitarbeiter*innen für den Radverkehr geschaffen und es wurde beschlossen, Radwege grundsätzlich zu asphaltieren, um die Qualität zu sichern. Ein Drittel des Walls wird für den Radverkehr ertüchtigt und vielleicht wird nach zahllosen Verzögerungen bald sogar ein kurzer Abschnitt des Radschnellwegs Ruhr fertiggestellt.

Aber all das ist nur ein erster Schritt, um den Investitionsstau der vergangenen Jahre und Jahrzehnte aufzulösen. Nun müssen weitere Schritte folgen und der Hebel nachhaltig umgelegt werden, damit den leeren Worten vom Kopenhagen Westfalens endlich flächendeckend mutige Taten folgen. Darum:

FAHRRADWENDE JETZT!

Unter diesem Motto ruft ein Bündnis aus Fahrrad- und Umweltverbänden sowie der For-Future-Bewegung zu einer Fahrrad-Demo am 29. August um 18 Uhr auf dem Hansaplatz in der City auf. Der ursprünglich eingeplante Friedensplatz ist baustellenbedingt gesperrt. Der Forderungskatalog ist unter fahrradwende-jetzt.de zu finden.


Peter

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich fĂĽr Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel fĂĽr die groĂźe Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das ĂĽbliche Zeichen fĂĽr E-Mails, und dann web.de.