VeloCityRuhr unterstützt Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“. Mach mit!

Erst informieren, dann unterschreiben, dann unterstützen. (Foto: Aufbruch Fahrrad)

Google steht noch ziemlich auf dem Schlauch. Tippt man Aufbruch Fahrrad in der Suche ein, wird die Ergänzung Fahrradschloss vorgeschlagen.

Doch seit zehn Tagen gibt es eine viel passendere Ergänzung: Volksinitiative.

Denn auf der RADKOMM #4 in Köln wurde am 16.06.2018 die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ offiziell gestartet. Das Ziel:

Wir wollen den Aufbruch in ein modernes, bewegliches Land NRW. Dafür wollen wir den Anteil des Radverkehrs bis 2025 von ca. 8% auf 25% landesweit erhöhen. Mit Eurer Unterstützung und gemeinsam schaffen wir das.

Nach dem spektakulären Erfolg des Radentscheids in Berlin bilden sich in vielen Teilen Deutschlands Initiativen, die bessere Bedingungen für den Radverkehr und eine Verkehrswende einfordern. Der „Aufbruch Fahrrad“ ist die bisher größte Initiative dieser Art und wird von einem breiten Aktionsbündnis von über 80 Organisationen getragen. Vom Kölner Verein RADKOMM e.V. und dem ADFC-Landesverband NRW über den VCD-Landesverband NRW bis hin zu BUND und NABU NRW sind alle dabei. VeloCityRuhr ist natürlich ebenfalls Mitglied.

Die Volksinitiative soll den Akteuren in Politik und Verwaltung zeigen, wie viele Menschen in NRW sich eine Mobilitätswende wünschen. Dazu werden neun Maßnahmen zur Förderung der Fahrradmobilität skizziert. Diese Maßnahmen sollen in einem Fahrradgesetz verankert werden. Gelingt es, innerhalb eines Jahres mindestens 66.000 Unterschriften von Unterstützer*innen im Land zu sammeln, muss der Landtag in NRW sich mit den Forderungen befassen. Werden es mehr, ist die Botschaft an die Politik um so deutlicher.

Wir brauchen 66.000 Unterschriften. (Foto: Aufbruch Fahrrad)

1000 Kilometer Radschnellwege bis 2025

Und das sind die neun Maßnahmen, die in einem Fahrradgesetz verankert werden sollen:

  1. Mehr Verkehrssicherheit auf Straßen und Radwegen
  2. NRW wirbt für mehr Radverkehr
  3. 1000 Kilometer Radschnellwege für den Pendelverkehr
  4. 300 Kilometer überregionale Radwege pro Jahr
  5. Fahrradstraßen und Radinfrastruktur in den Kommunen
  6. Mehr Fahrrad-Expertise in Ministerien und Behörden
  7. Kostenlose Mitnahme im Nahverkehr
  8. Fahrradparken und E-Bike Stationen
  9. Förderung von Lastenrädern

Die einzelnen Punkte werden hier ausführlich beschrieben. Natürlich hätte nicht jeder einzelne Unterstützer diese neun Maßnahmen ganz genau so formuliert (ich auch nicht) und natürlich werden sich auch Leute finden, die lieber meckern als anzupacken. Kritik an einzelnen vorhandenen oder fehlenden Punkten greift aber zu kurz, denn die neun Maßnahmen sind nun einmal ein Kompromiss, der es einer möglichst breiten Gruppe von Mitgliedern ermöglicht, die Initiative zu unterstützen. Und breite Unterstützung ist nötig, damit Nordrhein-Westfalen sich endlich dreht und das gemeinsame Ziel besserer Bedingungen für den Radverkehr erreicht wird.

Ute Symanski von RADKOMM, die die Initiative nach außen vertritt, bringt es auf den Punkt:

Das wichtigste Ziel unserer Volksinitiative ist, zu zeigen, dass wir ganz schön viele Menschen in NRW sind, die sich eine andere Mobilitätspolitik wünschen. Zum ersten Mal ist das so, dass Akteure im ganzen Land NRW sich zusammentun und an einem gemeinsamen Ziel in Sachen Mobilität arbeiten. Der ADFC NRW, der VCD NRW, der NABU und BUND machen mit. Das ist ein tolles Signal, dass „big player” rund um Nachhaltigkeit und nachhaltige Mobilität im Aktionsbündnis sind. Und wir wollen weiter gehen: Es gibt viele engagierte Leute, Vereine, Initiativen und Akteure vor Ort. Wenn möglichst viele sich dem Aktionsbündnis anschließen, wird das Signal, das wir nach Düsseldorf schicken, umso stärker.

Wir brauchen Eure Unterstützung!

Und das könnt Ihr tun:

  1. Unterschriftenbogen herunterladen
  2. Ausdrucken (Rückseite frei lassen!)
  3. Selbst unterschreiben
  4. Freunde, Verwandtschaft, Arbeitskollegen, Nachbarn und Bekannte unterschreiben lassen (Wichtig: pro Bogen möglichst nur Unterschriften aus einer Stadt, ggf. einfach noch einen Bogen ausdrucken)
  5. An Aufbruch Fahrrad, Postfach 60 06 11, 50686 Köln schicken (NICHT nach Düsseldorf).

Alternativ könnt Ihr die Bögen auch in einer der Sammelstellen abgeben. Die Sammelstellen befinden sich noch im Aufbau und sind noch nicht flächendeckend vorhanden. Aber es werden jeden Tag mehr.

Ihr könnt noch mehr tun!

Packt mit an und unterstützt uns!

Meldet Euch unter meiner unten angegebenen E-Mail-Adresse und sagt, wo ihr mit dem Rad unterwegs seid! Wir suchen Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Ruhrgebiet für das Unterschriftensammeln und Aktionen rund um die Volksinitiative und können Euch auch mit Werbematerial wie Flyern, Aufklebern und Plakaten versorgen, wenn die aktuellen Startschwierigkeiten überwunden sind. Oder klickt unter Aufbruch Fahrrad auf Mitmachen! und dann auf „Im Team sein“.

Jeder kann mithelfen. Besonders suchen wir:

Menschen, die selbständig Unterschriften sammeln, allein oder im Team
Menschen, die helfen, wenn wir eine Aktion zum Unterschriftensammeln starten
Menschen, die Läden als Sammelstelle ansprechen
Menschen, die andere Radfahrende an der roten Ampel mit Flyern informieren
Menschen, die Leserbriefe schreiben und über die Sozialen Medien informieren
Menschen, die noch eine andere Idee zur Unterstützung der Volksinitiative haben

Mit Eurer Unterstützung wird es nicht lange dauern, bis sogar Google verstanden hat, wofür Aufbruch Fahrrad steht: Bessere Bedingungen für den Radverkehr.

Peter Maier

Peter Maier aus Dortmund, schreibt unter Pseudonym und mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich für Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel für die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das übliche Zeichen für E-Mails, und dann web.de.