Durchgeschnittsgeschwindigkeit in Tempo 30 Zonen über der Höchstgeschwindigkeit

Tief im Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund findet man aktuell hoch interessante Infos (Drucksache Nr. 08740-17-E1). Auf Wunsch der BV Mengede wurden die Daten zweier Dialogdisplays ausgewertet von 10 bzw. 18 Wochen. An der  Schlossstraße (Kräutergarten)  betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit (Vd) 46,7 km/h vor Einschaltung der Anzeige im Testbetrieb und danach 39,1 km/h. 15 % fuhren schneller als 55 km/h bzw. 49 km/h.

Eine Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h konnte bei 32% der Kraftfahrzeuge vor Einschaltung der Anzeige gemessen werden. Nach der Inbetriebnahme waren es noch 12 %. 10 Messungen (von rund 140.000 Messungen) wurden mit 90 bis 104 km/h festgehalten (8 mal in der Nacht, 2 mal mittags). Die Geschwindigkeitsreduzierung von der ersten Fahrzeugerfassung (Anfangsmessung) bis zum Endpunkt der Messung (unmittelbar vor dem Display) betrug nach Einschaltung der Anzeige durchschnittlich 7,5 km/h. Der Zeitpunkt der ersten Erfassung ist vom Fahrzeugtyp abhängig. Ein LKW mit großer Frontfläche wird sehr frühzeitig erkannt (100 bis 150 m vor dem Display).

In der Dörwerstraße (Ecke Butzstraße) betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit vor Einschaltung der Anzeige 32,4 %, danach 30,0 km/h, zwischen 7 und 8 Uhr 27,7 km/h. 15 % waren schneller als 40 km/h bzw. 36 km/h.

Eine Geschwindigkeit von mehr als 30 km/h konnte bei 62 % der Kraftfahrzeuge vor Einschaltung der Anzeige gemessen werden. Nach der Inbetriebnahme waren es noch 42 %. Zwischen 07:00 und 08:00 Uhr fuhren nach Einschaltung 3% über 40km/h. 30 Messungen (von rund 205.000 Messungen) wurden mit 80 bis 95 km/h festgehalten. Die Geschwindigkeitsreduzierung von der ersten Fahrzeugerfassung bis zum Endpunkt der Messung betrug nach Einschaltung der Anzeige durchschnittlich 2,8 km/h (vorher 3,1 km/h).

Irre, oder?

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

Ein Gedanke zu „Durchgeschnittsgeschwindigkeit in Tempo 30 Zonen über der Höchstgeschwindigkeit

  • 22.04.2018 um 20:12
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    Ich Radler dort täglich lang und kann die objektiven Zahlen subjektiv untermauern.

    Auf dem Rad wird man aber interessanterweise weniger subtil (durch z.b. zu dichtes auffahren) bedrängt, als hinter einem Lenkrad.

    Ich glaube nicht, dass das Bewusstsein über einen Sicherheitsabstand Ursache dessen ist, sondern angebliches Verständnis, dass man auf dem Rad nunmal nicht schneller fahren können. Wer aber mindestens 50PS kontrolliert, soll doch bitte mich nicht künstlich aufhalten.

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