Radverkehr in der Dortmunder Politik & Verwaltung

Man stelle sich vor, es gäbe vom Dortmunder Tiefbauamt eine Pressemitteilung, sobald es zu einer kurzfristigen Einschränkungen auf einem Drittel der Breite einer wichtigen Radverkehrsverbindung gäbe. Gut, das klingt utopisch. Beim Autoverkehr ist das hingegen längst Realität.

In der Eigenwahrnehmung der Stadt versucht die Straßenverkehrsbehörde Risiken zu sehen, bevor was passiert. Aber selbst, wenn man sie drauf hinweist, passiert nicht, wie Leser*innen dieser dauerkritischen Nischenseite wissen. Bündnis 90/Die Grünen sehen hingegen Handlungsbedarf bei der Radverkehrssicherheit. In Lütgendortmund hätte man gerne ein eigenes Radverkehrskonzept.

Die Repräsentanten von Mitbürger*innen mit anderer politischer Gesinnung als ich sie habe sorgen sich darum, dass Moscheebesucher*innen auch genug Parkplätze vorfinden. Die notwendigen Fahrradabstellplätze müssen nicht herhalten für den verzweifelten Versuch, religiöse Realitäten nicht sichtbar werden zu machen. Wobei die Stadt die bestimmt viel eher vergisst oder drauf vertraut, dass schon einen Felgenbieger aufgestellt wird, so wie das bei den Kitas auch ist.

In Dortmund war ja großes Demowochenende. Dass hat etwas geschaffen, was Politik und Verwaltung nicht hinbekommen wollen: Nicht komplett zugeparkte Straßen.

(Foto: Nico Faust)

 

 

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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