Radverkehr im Dortmunder Winter

Am letzten Wochenende fiel innerhalb eines Tages fĂŒr Dortmunder VerhĂ€ltnisse sehr viel Schnee. Nach Beobachtungen von VeloCityRuhr wurde umgehend der Winterdienst auf der Pilotstrecke (Technologiepark-Stadthaus) zum Winterdienst fĂŒr den Radverkehr aufgenommen und regelmĂ€ĂŸig durchgefĂŒhrt – zumindest in den ersten Tagen.

(Foto: Norbert Paul)

FĂŒr mehrere Tage waren auch naheliegende Hauptstraßen auf der Fahrbahn nicht besser gerĂ€umt. Das Tiefbauamt hat gezeigt, dass es einen gleichwertigen Winterdienst fĂŒr den Radverkehr und Autoverkehr organisieren kann, wenn es will und darf, und die EDG als Auftragnehmer hat gezeigt, dass sie Winterdienst fĂŒr den Radverkehr erbringen kann, wenn sie beauftragt wird.

Gegen Ende der Woche waren alle Fahrbahnen auf Hauptstraßen gut gerĂ€umt, auf der Pilotstrecke gab es jedoch weiterhin vereiste Schneeschichten an vielen Stellen.

(Foto: Norbert Paul)

Der Rest der Radinfrastruktur war gestern am Sonntag weitestgehend unter einer Schicht vereistem Schnee verschwunden oder nur grob gerĂ€umt. Fahrbahnaffine Radfahrer*innen konnten gestern auf gerĂ€umten Fahrbahnen problemlos von einem Stadtteil in den anderen kommen. Radentscheider mussten allen Mut zusammen nehmen, denn der Autoverkehr lief auf diesen Straßen wie gewohnt, nur schrĂ€nkten Schneeberge die verfĂŒgbare Fahrbahnbreite ein. In Nebenstraßen und auf selbststĂ€ndigen Wegen konnte man mal gut mal nur schlecht auf der Schneedecke fahren. Heute kam Regen hinzu, sodass die Situation sich in den verschlechtern wird.

Wir wollten von der Stadt wissen, wie sie das Ergebnis im ersten HĂ€rtetest des Pilotwinterdienst beurteilt und ob es Optimierungspotenzial aus Sicht der Stadtverwaltung gibt. Die Anfrage ist bisher unbeantwortet geblieben. Wir wollten auch wissen, ob es parallel zu den Infos der DSW21 zum wetterbedingt eingeschrĂ€nkten ÖPNV-Angebot auf der Stadtwebseite Infos dazu gibt, an welchen Stellen inzwischen gerĂ€umte Fahrbahnen oder Radwege ein sicheres Fortkommen mit dem Rad ermöglichen.

Es braucht das Geld, um bei der EDG ein flĂ€chendeckendes Winter-Netz des Radverkehrs zu bestellen. Die Expertise zur Definition des Netzes ist im Tiefbauamt vorhanden und RĂŒckhalt fĂŒr eine schnelle Erarbeitung bei der Amtsleitung sicherlich gegeben. Der zustĂ€ndige Dezernent Arnulf Rybicki könnte sich beim politischen Trendthema Radverkehr profilieren. Nun sind aber vor allem die drei entscheidenden Parteien am Zug, die ja inzwischen eigenen Bekundungen nach alle mehr fĂŒr den Radverkehr tun wollen.

Richtig problematisch war und ist die Situation fĂŒr den Fußverkehr. Hier gibt es in Dortmund zur Zeit kein funktionierendes Konzept.

Norbert Paul

Norbert Paul ist per PGP-SchlĂŒssel erreichbar (Testphase) ĂŒber die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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