Qualität der Dortmunder Radwege ähnelt der Sauberkeit öffentlicher Toiletten

Ein Schutzstreifen in der fahrradfreundlichen Stadt Dortmund. (Foto: Peter)

Seit vielen Jahren macht Dortmund im Radverkehr nur einen winzigen Bruchteil des Nötigen.
Das Ergebnis überrascht nicht: Bei Städtevergleichen landet Dortmund regelmäßig auf den hintersten Plätzen. ADAC, ADFC oder Greenpeace: Ganz egal, wer misst – beim Radverkehr schneidet Dortmund fürchterlich ab.

Das gilt auch, wenn die Stadt selbst misst. In einer Befragung vergaben die Bürger*innen für „Ausbau/Zustand der Radwege“ die Schulnote 4,18. Das ist ein neuer Negativrekord, nochmals um 0,15 schlechter als der Vorjahreswert von 4,03, der seinerseits bereits ein Negativrekord war. Damit landet „Ausbau/Zustand der Radwege“ wie schon in den Vorjahren unter den fünf am schlechtesten bewerteten Themen (von 61).
Vergleichbar schlechte Noten gab es etwa für die „Sauberkeit öffentlicher Toiletten“ (Note: 4,45).

Interessant wird die Entwicklung in den kommenden Jahren.

Einerseits gibt es vereinzelte positive Ansätze: Der extreme Personalmangel wird gelindert, zwei Schotterpisten wurden asphaltiert und auf 0,9 km des Straßennetzes von 1800 km wird Radinfrastruktur mit Qualität gebaut.

Von einer echten Kehrtwende ist aber bisher wenig zu erkennen: Fuß- und Radverkehr sollen trotz des Bekenntnisses zur Stadt der kurzen Wege auf neue Umwege geschickt werden. Minimale Einschränkungen für den Autoverkehr stoßen immer noch auf so große Widerstände, dass die Teilzivilisierung des gesamten Wallrings mit Wegnahme eines Fahrstreifens auf die ganz lange Bank geschoben werden soll. Und im kommenden Doppelhaushalt sind vorläufig nur ein paar kümmerliche Krümelchen für den Radverkehr vorgesehen.

Es bleibt spannend.

Peter

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich für Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel für die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das übliche Zeichen für E-Mails, und dann web.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.