Kinder aufs Rad: Kidical Mass Dortmund abgesagt

(Kidical Mass Dortmund) Die fĂŒr den 22. MĂ€rz geplante Familien-Fahrrad-Demonstration „Kidical Mass“ Dortmund fĂ€llt wegen der aktuellen Entwicklungen zum Corona-Virus aus. Gesichert von der Polizei war eine bunte Radtour vom Friedensplatz zum Westpark geplant, bei der hunderte Kinder die großen Straßen der Stadt erobern wollten, um der Forderung nach einem kinder- und fahrradfreundlichen Dortmund Nachdruck zu verleihen.

Die Kidical Mass sollte anknĂŒpfen an den Erfolg des Vorjahres, als die erste Kidical Mass in Dortmund stattfand. Damals waren 1100 Kinder und Erwachsene mitgefahren und hatten den Wallring, der sonst ganz den Autos gehört, in ein Meer von FahrrĂ€dern und lĂ€chelnden Menschen verwandelt. Die Kidical Mass Dortmund wurde so zur grĂ¶ĂŸten Kidical Mass, die bisher weltweit stattgefunden hat. Diesmal sollte die Veranstaltung Teil eines bundesweiten Aktionswochenendes sein: In ĂŒber 70 StĂ€dten sollte eine Kidical Mass stattfinden und bessere Bedingungen fĂŒr Rad fahrende Kinder einfordern.

Die meisten beteiligten StĂ€dte haben ihre Kidical Mass ebenfalls wegen des Corona-Virus abgesagt. „Die Entscheidung zur Absage der Kidical Mass Dortmund ist uns nicht leicht gefallen, aber wir stehen zu unserer Verantwortung und sorgen dafĂŒr, dass durch unsere Aktion nicht zusĂ€tzliche Kontakte entstehen“, so Mitorganisator Max Kumpfer. „Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns unterstĂŒtzt haben, zum Beispiel beim Verteilen von Flyern und Plakaten.“

Der Wunsch nach einer kinder- und fahrradfreundlichen Stadt Dortmund bleibt natĂŒrlich trotz der Absage: „Ich finde es schade, dass Kinder in Dortmund furchtlose Eltern brauchen um Fahrrad zu fahren, weil es nicht genug mutige Politiker gibt, die sich fĂŒr sichere Radwege einsetzen“, meint Mitorganisatorin Anna Meckmann. Das betreffe nicht nur Straßen, bei denen vor Jahrzehnten der Radverkehr vergessen worden sei, sondern auch ganz aktuelle Planungen.

„Die GrĂŒnen in der Innenstadt-Ost haben gerade den Vorschlag gemacht, bei der Umgestaltung der stark befahrenen Saarlandstraße den Radweg wegzulassen“, bestĂ€tigt Mitorganisator Peter Fricke. Dort mĂŒssten dann ZehnjĂ€hrige auf der Fahrbahn zwischen 13.000 Autos am Tag fahren. „So etwas passiert, wenn man alle anderen Dinge höher gewichtet und die Belange des Radverkehrs und speziell Rad fahrender Kinder wieder einmal an die hinterste Stelle setzt“, Ă€rgert sich Fricke.

Damit ein Umdenken in Politik und Verwaltung stattfindet, ist die nĂ€chste regulĂ€re Kidical Mass Dortmund fĂŒr den 30. August geplant, also kurz vor der Kommunalwahl. Ob es einen zusĂ€tzlichen Ersatztermin fĂŒr die ausgefallene Kidical Mass geben wird, ist noch nicht entschieden. Das bundesweite Aktionswochenende soll ebenfalls nachgeholt werden, aber ein Termin steht noch nicht fest. Es wird von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie abhĂ€ngen, ob diese Veranstaltungen auch wirklich wie geplant stattfinden können. Aktuelle Informationen gibt es auf kidicalmass-dortmund.de.

Hintergrund: Eine Kidical Mass ist eine Familien-Fahrrad-Demo fĂŒr eine kinder- und fahrradfreundliche Stadt. Die Polizei begleitet die Veranstaltung und sichert die Wege.
Die erste Kidical Mass fand 2008 in Oregon in den USA statt. Die Idee verbreitete sich zunĂ€chst in Nordamerika und kam spĂ€ter nach Europa, und seit 2018 gibt es in immer mehr deutschen StĂ€dten eine Kidical Mass. Organisiert wird die Kidical Mass Dortmund von den Fahrradgruppen Aufbruch Fahrrad Dortmund und VeloCityRuhr, die zeigen wollen, dass es in Dortmund viele Kinder und Familien gibt, die sich mehr FreirĂ€ume und sichere Fahrradwege wĂŒnschen.

Pressemitteilung

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