SPD Mengede erkennt massive Einschränkungen für Rad- und Fußverkehr

In der nächsten Sitzung der BV Mengede wird es grundsätzlicher. Die SPD-Fraktion hat ein Problem erkannt:

Das gesteigerte Verkehrsaufkommen in Mengede und die unübersichtliche Parksituation fordern ein zukunftsweisendes Konzept, um die Verkehrssituation endlich zu verbessern. Radfahrern eine schnelle und sichere Anfahrt zum Arbeitsplatz oder die Anfahrt zu den Bahnhöfen zu ermöglichen, ist eine Möglichkeit, die derzeit sehr unbefriedigende Situation zu entschärfen. Parkchaos an den Schulen und am Bahnhof in Mengede, Rasen auf dem Burgring und Zuparken von Geh- und Radwegen machen es Fußgängern und Radfahrern immer schwieriger, das bereits vorhandene Angebot zu nutzen. Eine Ausweitung der Zufahrtsmöglichkeiten für Radfahrer wäre sicherlich eine Lösung der derzeitigen Problematik.

Der Radfahr- und Fußgängerbeauftragte der Stadt wird nun dazu Stellung am Anfang der Sitzung Stellung nehmen. Ob er dem Lösungsvorschlag der SPD etwas abgewinnen kann?

Daher wünschen wir uns ein Fahrradstraßen-Konzept in Mengede und bitten die Verwaltung um Prüfung der Möglichkeiten und kurzfristige Umsetzung.

Von Fahrradstraßen profitiert der Fußverkehr überhaupt nicht und der Radverkehr – wie Stammleser*innen sicherlich wissen – auch nicht, da sich defacto an den Rechten und Pflichten der Verkehrsteilnehmer*innen nichts substanzielles ändert gegenüber einer Tempo 30-Zone. Fahrradstraßen sind bei aktueller Rechtslage reine Kosmetik.

Die CDU stört sich hingegen an Falschparker*innen vor einem längst geschlossenen Geschäft, das sich an Menschen mit Migrationshintergrund wendet, und an einem Gehweg in schlechtem Zustand.

Mal wieder kommen aus der Politik Klagen und die Forderung nach mehr Kontrollen. Sinngemäß kommt dann immer die gleiche Antwort wie auch diesmal:

Eine ständige, flächendeckende Überwachung ist in Anbetracht der personellen Ressourcen und der Größe des Stadtgebietes Dortmund derzeit nicht möglich. Ebenso können Kontrollen nur während der Dienstzeiten durchgeführt werden.

Und wieder fehlt der Hinweis, dass es in der Hand der Politik auf Ratsebene liegt, wieviel Personal zur Verfügung steht und ob man Nachts und am Wochenende machen kann, was man will. Ob diesmal jemand aus der Politik auf die Idee kommt, was wohl die Konsequenz sein könnte? Besonders erschreckend ist hier, dass Gartenbesitzer*innen entlang eines Geh- und Radweges unbemerkt von der Stadt Einfahrten und Stellplätze anlegen konnten und die Stadt kündigt keine Maßnahmen an. Sie vermutet lapidar, dass wohl die Pfosten mit einem Schlüssel herausgenommen werden.

Sinnvoll ist es, dass die Fraktion Die Linke & Piraten fordert, dass im zeitlichen Zusammenhang mit der Erschließung des Geländes des Kraftwerks Knepper die Erschließung mit dem ÖPNV und für den Radverkehr fertig sein muss. Wenn die Leute zu einem neuen Ziel müssen, gibt es eine kurze Zeitspanne, in der man sich orientiert und wer sich dann einmal festgelegt hat, der lässt sich kaum noch zum Umsteigen bewegen bis er umzieht oder die Arbeitsstelle wechselt und wieder eine kurze Zeit ein Fenster besteht, in dem Alternativen in Betracht gezogen werden.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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