Erstes Ghost Bike für Lünen und Ride of Silence Dortmund am Mittwoch

Die Unfallstelle (Foto: ADFC Lünen)

Am 2. Mai ist ein 58-jähriger Radfahrer in Lünen-Preußen von einem rechts abbiegenden LKW-Fahrer erfasst worden und verstarb noch an der Unfallstelle an den Unfallfolgen. Die Ermittlungen laufen noch, so Polizeisprecher Kim Freigang gegenüber VeloCityRuhr.Net. Das ist im Raum Dortmund der dritte tödlich ausgegangene Unfall zwischen einem Radfahrer und einem rechts abbiegenden LKW-Fahrer in einem halben Jahr. Im November verstarb ein 11-jähriger Radfahrer und im Februar ein 63-jähriger Radfahrer in der Dortmunder Nordstadt.

Auch diesmal stellen wir mit anderen zusammen ein Ghost Bike auf, um unsere Anteilnahme mit den Angehörigen auszudrücken. Die weiß lackierten Fahrräder werden seit 2003 weltweit und seit 2017 auch in Dortmund an Unfallorten in Gedenken an verstorbene Radfahrer*innen aufgestellt. Sie sind eine Erinnerung daran, dass Radfahrer*innen ein Anrecht auf sichere Straßen haben und mahnen alle Verkehrsteilnehmer*innen zu einem rücksichtsvollen Umgang miteinander. Ghost Bikes stehen an der Kreuzung Rüschebrinkstraße/Springorumstraße, an der Kreuzung Eisenstraße/Bornstraße und an der Kreuzung Mallinckrodtstraße/Lepoldstraße.

Die Aufstellung des ersten Ghost Bikes in Lünen ist in den Ride of Silence am 16. Mai (Mittwoch) eingebunden. Beim Ride of Silence gedenken Radfahrer*innen den in den letzten Jahren getöteten und schwer verletzten Radfahrer*innen. Er findet traditionell am dritten Mittwoch im Mai statt. Der erste Ride of Silence fand 2003 in Dallas (Texas) statt. Nach Deutschland wurde der Ride of Silence 2015 vom ADFC und der Webseite itstartedwithafight.de nach Osnabrück geholt, nachdem 2014 allein drei Radfahrer*innen in der Stadt getötet worden waren. Auch weitere Städte schlossen sich daraufhin der Bewegung an. Nachdem in den letzten anderthalben Jahren allein drei Ghost Bikes in Dortmund für durch Unfälle verstorbene Radfahrer aufgestellt worden, ruft VeloCityRuhr daher nach 2016 dieses Jahr zum zweiten Mal zur Teilnahme am internationalen Ride Of Silence auf. Damit drücken wir unsere Anteilnahme aus und machen auf die Schicksalsschläge hinter den abstrakten Zahlen der Unfallstatistik aufmerksam. Jeder tödlich ausgehende Unfall– egal ob auf dem Fahrrad oder nicht – ist einer zu viel.

Die Gedenkfahrt startet am Mittwoch, dem 16. Mai um 19:15 am Friedensplatz in Dortmund. Es werden alle drei Dortmunder Ghost Bikes besucht. Dort wird jeweils eine Gedenkminute auf der Kreuzung eingelegt. Die Teilnehmer*innen fahren auch zur Stadtgrenze zu Lünen. In Lünen-Preußen verstarb Anfang Mai ein Radfahrer, für den auch ein Ghost Bike aufgestellt werden soll. Um etwa 20:30 erfolgt die Aufstellung des aus Dortmund kommenden Ghost Bikes im Rahmen einer Gedenkminute an der Unfallstelle.

Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung. Die Tour dauert etwa 2 bis 2,5 Stunden und hat eine Länge von etwa 28 km. Fahrräder müssen der StVZO entsprechen.

Die zeitnahe Aufstellung ist möglich durch die Zusammenarbeit von Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Lünen (ADFC), Critical Mass Dortmund, VeloKitchen Dortmund, Verkehrsclub Deutschland Dortmund-Unna (VCD) und VeloCityRuhr.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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