Zwischen Kapitulation und Fortschritt: 1. Sitzung des Jahres der BV Innenstadt-Ost in Dortmund

In der nĂ€chsten BV soll ein Bauvorhaben durchgewunken werden, dass deutlich vom gĂŒltigen Baurecht abweicht. In der Theorie hat die Kommune mit dem vorhanden Baurecht schon eine AnwĂ€gung aller Belange vorgenommen. In der Praxis zĂ€hlt das offensichtlich nicht mehr ganz so viel, wenn jemand gerade was erwĂŒnschtes (hier Wohnungen) bauen will. WĂ€hrend gerade viele von urbaner Mischung schwadronieren – was auch immer das jeweils gefĂŒllt wird – wird hier die weitere Entmischung voran getrieben. Aus einem Viertel mit BĂŒros und BĂŒros ein reines Wohngebiet zu machen, entmischt die Funktionen Arbeiten und Wohnen und verlagert das Arbeiten – hĂ€ufig wohl auf die grĂŒne Wiese.Das nur am Rande.

In den zugehörigen PlĂ€nen (keine rechtsverbindlichen B-PlĂ€ne!) tauchen tatsĂ€chlich schon FlĂ€chen fĂŒr FahrrĂ€der auf und zwar sowohl Abstellmöglichkeiten vor dem Haus z. B. fĂŒr Besucher als auch eine grĂ¶ĂŸere Anlage im Hof. Im Plan finde ich insgesamt 93 FahrradabstellplĂ€tze.

(Analyse auf Basis von Drucksache Nr. 09822-18)

Erst einmal ist es gut, dass in diesem Projektstatus das Thema bereits mitgedacht wird und im Plan festgehalten wird. Von den Kommilitonen, denen man Dollarzeichen in den Augen nachsagt, die sich also fĂŒr Immobilienentwicklung interessieren, hört man, dass RadabstellplĂ€tze entgegen rechtlicher Vorgaben und den Markanforderungen in der Lehre zur Immobilienentwicklung noch nicht zum Kanon der Erwartungen gehört. Naja, auch diese wird irgendwann der Praxisschock ereilen, dass RadabstellplĂ€tze geplant werden mĂŒssen.

Die 93 FahrradstellplĂ€tze hören sich nach viel an, aber das ist nicht mal einer fĂŒr jede der 101 Wohneinheiten. Es gibt 106 TiefgaragenstellplĂ€tze. In der Vorlage heißt es zum Thema:

Aufgrund des Höhenunterschiedes von ca. zwei Metern an der sĂŒdwestlichen GrundstĂŒcksecke (Haus 7) zum öffentlich angrenzenden Gehweg wurde hier im Erdgeschoss auf die Anordnung von Wohnraum verzichtet. Stattdessen ist an dieser  Stelle ein Fahrradraum geplant.

und

FahrrĂ€der können von den Bewohnern teilweise im Bereich der HauseingĂ€nge abgestellt werden. Ein großer Anteil der FahrrĂ€der soll jedoch im Innenhof in einem ĂŒberdachten Fahrradunterstand abgestellt. Da diese Überdachung vom NachbargrundstĂŒck aus einsehbar ist, ist eine extensive DachbegrĂŒnung des Unterstandes vorgesehen.

Beim Thema Elterntaxis hingegen ist eher Resignation angesagt. Außer gelegentlichen Kontrollen durch den Bezirksbeamten könne man nichts machen, so das Ergebnis eines Ortstermins.

Außerdem in der BV:

Norbert Paul

Norbert Paul ist per PGP-SchlĂŒssel erreichbar (Testphase) ĂŒber die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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