Radwegweisung an der Schnettkerbrücke: Für Ortsunkundige ungeeignet

Seit über Jahren rühmt sich die Stadt Dortmund, fahrradfreundlich zu sein. Der damals zuständige Dezernent ist inzwischen Oberbürgermeister und bis heute hat Dortmund keine funktionierende Wegweisung.

Wenn man vom Nord Campus kommt und der Wegweisung folgt, nähert man sich einer Ampel.

(Foto: Norbert Paul)

und kommt ihr näher …

(Foto: Norbert Paul)

und näher.

(Foto: Norbert Paul)

Es gibt dort keinen Wegweiser. Und es gab ihn auch nie. Gut, nach der Querung auf der anderen Straßenseite und damit unlesbar und im Dunkeln kaum zu entdecken gibt es Wegweiser für die Gegenrichtung, aus den man hier aber wenig schließen kann, wie es sonst häufig der Fall ist.

Anfang 2016 (Foto: Norbert Paul)

Das Bild mit dem Schnee – das nur am Rande – zeigt, wie unsinnig die Anforderung für die Ampel für Radfahrer positioniert ist. Trotz meines Hinweises fehlt hier weiterhin ein Wegweiser, wie auch der Wegweiser an der Stelle, die sich rechts der im letzten Bild zu sehenden Lärmschutzwand befindet und über den wir kürzlich berichteten.

Nehmen wir an, die Intuition hätte den Radfahrer auf den Weg über die Nordseite der Schnettkerbrücke geführt. Nach der Brücke kommt man hier hin. Frage an Ortsunkundige: Gibt es hier einen Wegweiser der landesweit einheitlich Radwegweisung?

(Foto: Norbert Paul)

Ja tatsächlich, kann man zwischen den Bäumen einen viel zu weit links stehenden Wegweiser erkennen. Wer entdeckt den als Ortsunkundiger bei Dunkelheit und wer kann den dann auch noch beim Fahren lesen? Spätestens beim letzten Aspekt haben wir eine Quote von 0 %, d. h. die Wegweisung kann ihren Zweck nicht erfüllen und hat den Nutzen eines fehlenden Wegweisers und damit einen negativen Nutzen gegenüber gar keiner Wegweisung.

Was ist hier das Problem? Ein Pfosten soll die Wegweisung für drei Richtungen tragen. Beim Kfz-Verkehr verzichten man auf solche Lösungen aus gutem Grunde auch. Hier bräuchte es aus jeder der drei Fahrtrichtungen eine Pfosten vor der T-Kreuzung. Notfalls ginge auch ein gemeinsamer Wegweiser für beide Richtungen des sichtbaren Weges rechts an der Lärmschutzwand. Die Wegweiser müssen von vorne zu lesen sein, damit man sie rechtzeitig erkennt und beim Fahren lesen kann. Wegweiser, die parallel zur Fahrbahn angebracht sind oder zu weit links oder rechts stehen, liegen außerhalb des Leuchtkegels aktueller Fahrradbeleuchtung.

Dank des Einsatzes des Teams für Nahmobilität der Stadt Dortmund ist nun was passiert.

(Foto: Norbert Paul)

Wer erkennt den Unterschied?

(Foto: Norbert Paul)

Die Schilder sind nun an einem Arm. Schön verdeckt durch den Pfosten und den Baumstamm und im Sommer durch Laub. In die Gegenrichtung sieht man wenigsten einen Wegweiser, aber ob es da in die Hauptrichtung (Campus Nord), erfährt man erst nach der Abzweigung, wenn man anhält und nach oben starrt.

(Foto: Norbert Paul)

Wer aus der einmündenden Kuithanstraße kommt, kann zwar den Wegweiser erkennen, …

(Foto: Norbert Paul)

aber das Lesen ist nun noch schwieriger als vorher.

(Foto: Norbert Paul)

Parallel zur Fahrtrichtung kann man lesen, aus welcher Richtung man kommt. Ein völlig überflüssige Info, so man sie im Fahren lesen kann mit den Ohren. Diese Zielangabe dürfte aus der Richtung kommend nicht zu lesen sein. Alles andere ist falsch beschildert. Nur, wo geht es nach rechts hin und wie weit ist es bis dahin? Viel Spaß beim Anhalten.

Das ganze ist übrings einer der wichtigsten Radverkehrsverbindungen der Stadt.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung.

Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

2 Gedanken zu „Radwegweisung an der Schnettkerbrücke: Für Ortsunkundige ungeeignet

  • 04.12.2017 um 10:01
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    Mahlzeit,

    diese Wegweiser sind leider sehr oft schlecht angebracht.
    Als ich vor vielen Jahren das Radroutennetz NRW für mich entdecke bin ich oft danach gefahren. Auch viele Touren von Castrop-Rauxel nach Düsseldorf, Benrath, Soligen, Velbert, aber auch Richtung Münsterland war ich viel unterwegs.
    Ich war sehr oft froh, dass ich die Route parallel noch runtergeladen und auf den GPSr geschoben habe.
    Oft steht man an großen Kreuzungen und sucht erstmal die Schilder… und ob denn welche da sind.
    Wenn man sie gefunden hat muss man nicht selten erstmal die Kreuzung in eine ganz andere Richtung queren, um zu sehen wo man eigentlich hin muss/will.

    Leider sind aber auch viele Strecken dieses Netzes nicht wirklich fahrradfreundlich, bzw oft brauch man ein schon ein Fully um die Wege angenehm fahren zu können… aber das ist nochmal ein ganz eigenes Thema.

    Aber zum eigentlichen Thema.
    Ja, dass haben die schon gut verbeutelt. Man sollte den ganzen Mast näher an die Kreuzung pflanzen.

    Antwort
    • 06.12.2017 um 16:44
      Permalink

      Ich war sehr oft froh, dass ich die Route parallel noch runtergeladen und auf den GPSr geschoben habe

      Brauchst du dann die Wegweisung noch?

      Antwort

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