Unfallzahlen 2019: Massiver Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur notwendig

Geschützter Radstreifen (Visualisierung der Planung für die Hasenheide) Bild: SenUVK, Visualisierung: Bloomimages

(ADFC NRW) Die nordrhein-westfälische Polizei hat am Dienstag die NRW-Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2019 bekannt gegeben. Die Zahl der getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (inklusive Pedelec) liegt bei 73 Personen. 2018 waren 75 Radfahrende im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

„Bezogen auf Radfahrende gibt es keine große Euphorie beim Blick auf die Unfallstatistik. Die Zahl der getöteten Radfahrerinnen und Radfahrer ist noch viel zu weit von der Vision Zero, dem Ziel von Null Radverkehrstoten im Straßenverkehr, entfernt“, heißt es vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club in NRW. Der ADFC NRW verstärkt deshalb seine Forderungen nach mehr Investitionen in eine sichere Verkehrsinfrastruktur für Radfahrende. Erforderlich sind geschützte Radwege, sichere Kreuzungen und der verpflichtende Einbau von LKW-Abbiegeassistenten. Außerdem sind stärkere Kontrollen nötig, wenn Autofahrer Radwege zuparken oder in einem zu geringen Abstand Radfahrende überholen und somit gefährden.

Massiver Ausbau der Fahrradinfrastruktur notwendig

Um der Vision Zero, dem Ziel von Null Verkehrstoten im Straßenverkehr näher zu kommen, fordert der Fahrrad-Club NRW einen massiven Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Das Angebot für Radfahrende in NRW besteht aus einem gefährlichen Flickenteppich veralteter, viel zu schmaler Radwege, die oftmals nachträglich auf der bestehenden Fahrbahn markiert wurden. Diese fehlende Priorisierung des Radverkehrs spiegelt sich auf tragische Weise in den Unfallzahlen wider.

Protected Bike Lanes – geschützte Radfahrstreifen – geben Sicherheit

Das Sicherheitsgefühl auf dem Fahrrad entscheidet darüber, ob Menschen Rad fahren oder nicht. Zuletzt hatte NRW beim großen ADFC Fahrradklima-Test mit der schlechten „Schulnote 4“ in Sachen Sicherheit und Komfort für Radfahrende abgeschnitten. Um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen, sind breite und geschützte Radwege notwendig -sogenannte „Protected Bike Lanes“ – die Radfahrende mit physischen Barrieren vor dem Autoverkehr schützen.

Kreuzungen stellen Unfallschwerpunkte dar

Um Kreuzungen zu entschärfen, müssen Radfahrende im Sichtbereich des Kfz- und des Lastkraftwagenverkehrs geführt werden. Getrennte Ampelphasen für Abbieger und Geradeausfahrer und mehr Tempo 30-Zonen sind wichtige Maßnahmen, um die Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer zu erhöhen. Auch muss der Mindestabstand von 1,50 Meter innerstädtisch beim Überholen von Radfahrenden kontrolliert und mit Bußgeld geahndet werden. Der Bundesrat hatte kürzlich den Weg für die gesetzliche Verankerung des Mindestüberholabstands in der StVO geebnet.

Lkw-Abbiegeassistenten zur Pflicht machen

Eins der Hauptprobleme im Fahrradalltag ist eine unzureichende Radinfrastruktur in Kombination mit rechts abbiegenden Autos oder Lastkraftwagen. Nicht selten enden diese Unfälle tödlich oder mit lebenslangen Verletzungen. Um Unfälle dieser Art zu verhindern fordert der ADFC NRW einen verpflichtenden Einsatz von Abbiegeassistenten und ein deutliches Umdenken in der Verkehrsplanung.

Geschützter Radstreifen (Visualisierung der Planung für die Hasenheide) Bild: SenUVK, Visualisierung: Bloomimages

Peter

Peter aus Dortmund schreibt mit der Absicht, auch von jenseits der Stadtgrenzen zu berichten. Interessiert sich für Infrastruktur und die Frage, wie man des Rad als Verkehrsmittel für die große Mehrheit attraktiv machen kann. Ist leider nicht in der Lage, mit Falschparkern auf Radverkehrsanlagen gelassen umzugehen. Per E-Mail erreichbar unter peter-bike, dann folgt das übliche Zeichen für E-Mails, und dann web.de.