Wegweisender Beschluss in Dortmund: Radwege werden asphaltiert

Auf Initiative der SPD, hat der Bauausschuss des Rates der Stadt Dortmund diese Woche beschlossen, Radwege zu asphaltieren, berichten die RN in ihrer heutigen Ausgabe. Der genaue Wortlaut des Beschlusses ist nicht bekannt, da die Drucksache nicht online verfügbar ist. Aus dem lokalpolitischen Kontext heraus vermute ich, dass es um eigenständige gemeinsame Geh- und Radwege z. B. auf alten Bahntrassen, an Flüssen und am Kanal geht, aber vielleicht ist es auch das Ende der Bauklötzchenwege.

„Mit der ausschließlichen Verwendung von Asphalt als Oberflächenbelag für die Radwege wollen wir die Nutzung des Fahrrads attraktiver und sicherer für die Menschen machen. Denn für Radfahrerinnen und Radfahrer bestehen Sicherheitsrisiken bei Fahrten auf den unterschiedlichen Untergründen der Fahrradwege. Insbesondere Fahrradwege, bei denen Schotter als Oberflächenbelag gewählt wurde, bieten neben einem Verschmutzungsrisiko ein Risiko für Stürze und Schäden am Rad. Durch die Verwendung von Asphalt als Bodenbelag werden diese Risiken verkleinert, der Fahrkomfort gesteigert und die ganzjährige Befahrung der Radwege ermöglicht. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden E-Bike-Nutzung von Bedeutung“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Bauen, Verkehr und Grün Hendrik Berndsen (SPD).

Doch nicht nur die Verbesserung des Fahrkomforts spricht für eine Asphaltierung der Fahrradwege, denn ein Oberflächenbelag aus Asphalt bietet im Vergleich zu einer wassergebundenen Wegedecke eine höhere Haltbarkeit und ermöglicht eine kostengünstigere Pflege. Mögliche Kritik hinsichtlich der Flächenversiegelung durch asphaltierte Radwege weist Berndsen zurück: „Aus ökologischer Sicht bestehen keine Bedenken gegen eine Asphaltierung der Radwege, da der Niederschlag seitlich von den Radwegen abfließt und vor Ort verbleibt. Der Wasserabfluss bei einer Asphaltdecke ist nicht schlechter als bei einer wassergebundenen Wegedecke“.

Zudem soll bei Neubauten von Fahrradwegen in Wäldern und Naturschutzgebieten zukünftig als Obenflächenbelag nicht schwarzer Asphalt, sondern farblich hellerer Asphalt verwendet werden. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass sich der Bodenbelag bei hohen Tagestemperaturen im Sommer weniger aufheizt und hierdurch eine Querung von kleinen Tieren, wie z.B. Insekten, über den Radweg möglich ist.

Update 26. 09. 2018 16:50:

Hier der Wortlaut des Antrags

Beschlussvorschlag:

1. Der Ausschuss für Bauen, Verkehr und Grün der Stadt beschließt, dass bei Neubau und Erneuerung von Fahrradwegen zukünftig ausschließlich Asphalt als Oberflächenbelag verwendet werden soll, sofern dies möglich ist.

2. Bei Neubauten von Fahrradwegen in Wäldern und Naturschutzgebieten soll zukünftig als Obenflächenbelag nicht schwarzer Asphalt, sondern farblich hellerer Asphalt verwendet werden. Ökologische Belange sollen beachtet werden.

Begründung:

Zu 1.: Für Radfahrerinnen und Radfahrer bestehen Sicherheitsrisiken bei Fahrten auf den unterschiedlichen Untergründen der Fahrradwege der Stadt. Insbesondere Fahrradwege, bei denen Schotter als Oberflächenbelag gewählt wurde, bieten neben einem Verschmutzungsrisiko ein Risiko für Stürze und Schäden am Rad. Durch die Verwendung von Asphalt als Bodenbelag werden diese Risiken verkleinert, der Fahrkomfort gesteigert und die ganzjährige Befahrung der Radwege ermöglicht. Auch bietet ein Oberflächenbelag aus Asphalt im Vergleich zu einer wassergebundenen Wegedecke eine höhere Haltbarkeit und ermöglicht eine kostengünstigere Pflege. Hinsichtlich der Flächenversiegelung bestehen aus ökologischer Sicht keine Bedenken gegen eine Asphaltierung der Radwege, da der Niederschlag seitlich von den Radwegen abfließt und vor Ort verbleibt.

Insgesamt steigert die Verwendung von Asphalt als Obenflächenbelag die Akzeptanz für die Benutzung von Fahrradwegen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden E-Bike-Nutzung von Bedeutung.

Zu 2.: Durch die Verwendung von hellerem Asphalt wird sichergestellt, dass sich der Bodenbelag bei hohen Tagestemperaturen im Sommer weniger aufheizt und hierdurch eine Querung von kleinen Tieren über den Radweg möglich ist.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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