Arbeitsstellenabsicherung in Dortmund weit entfernt von Richtlinien

Dass diese Seite immer wieder die Missachtung der┬áRichtlinien f├╝r die Sicherung von Arbeitsstellen an Stra├čen (RSA 95) an einzelnen Dortmunder Baustellen aufzeigt, darf nicht missverstanden werden dahingehend, dass es in Dortmund schlechter w├Ąre als anderswo. Das nur vorneweg.


Hier mal wieder ein besonders gruseliges Beispiel. Das hier ist eine Standardsituation, für die es einen Regelplan gibt, den man nur nachbauen muss. Den Regelplan B II/6 kann man auf rsa-online.com kostenlos abrufen, falls man sich nicht sicher ist bei der Aufstellung.

Die Probleme fangen schon an mit den fehlenden VZ 123 <Arbeitsstelle> (s. rechts), geht ├╝ber die v├Âllig fehlenden Warnleuchten hin zu einer mehr fehlenden als vorhanden Absicherung des Notweges f├╝r den Fu├čverkehr. Das einzig korrekte ist, dass alle Absperrschranken eine Tastleiste f├╝r Blinde und Sehbehinderte mit Langstock haben und dass nicht gegen die VwV-StVO ┬ž┬ž 39 bis 43 III 8 Satz 2 („Pfosten, Rahmen und Schilderr├╝ckseiten sollen grau sein.“) versto├čen wird, wie es an vielen Baustellen leider inzwischen ├╝blich ist.

(Foto: Norbert Paul)

Die Absperrschranke im Bild links h├Ątte in der Breite des Gehweges gew├Ąhlt werden m├╝ssen und drei Warnleuchten (einseitig, gelbes Dauerlicht) in gleichm├Ą├čigem Abstand geh├Ârten darauf. Das aufgestellte Exemplar geh├Ârt nur noch in den Schrott, so ausgeblichen wie es ist. Links fehlt eine Fu├čplatte f├╝r genug Standsicherheit. Mindestens einen Meter weiter vorne m├╝sste eine Absperrschranke auf der Fahrbahn stehen, die den Fu├čverkehr absichert. Darauf m├╝ssten sich ebenfalls mindestens 3 gelbe Warnleuchten in gleichem Abstand (einseitig, gelbes Dauerlicht). Der Notweg w├Ąre auf ganzer Strecke ÔÇô au├čer bei der Grundst├╝ckszufahrt ÔÇô mit Absperrschranken und doppelseitige Leitbaken im┬áAbstand von max. 10 m abzusichern.┬á Hinzu k├Ąmen mindestens 3 Warnleuchten, es reicht eine auf jeder 2. Leitbarke.

(Foto: Norbert Paul)

Aus dieser Perspektive sieht man, dass man hier 2 kurze und 2 lange Absperrschranken gebraucht h├Ątte. Absperrschranken gibt es in unterschiedlichen Breiten.

Schmale Absperrschranke 2016 an einer Dortmunder Baustelle (Foto: Norbert Paul)

Auch hier fehlt eine Fu├čplatte und die andere h├Ąngt abenteuerlich in der Luft. Dass ein Teil des Lochs vor den Absperrschranken liegt, ist nat├╝rlich auch nicht zul├Ąssig. Oben drauf k├Ąmen gelbe Warnleuchten. Parallel zur Stra├če m├╝ssten die in beide, quer zum Gehweg in eine Richtung eine Dauergelb abgeben.

(Foto: Norbert Paul)

Hier w├Ąren die Anforderungen die gleichen, nur dass hier die Umsetzung noch schlechter ist.

 

(Foto: Norbert Paul)

Der Notweg ist hier unsichtbar, d. h. Kinder m├╝ssen in den flie├čenden Verkehr treten, wenn sie z. B. zum nahegelegenen Supermarkt wollen. Der Notweg w├Ąre hier genauso auszugestalten, wie oben geschildert. Der Zustand ist jetzt schon mindestens 2 Tage so. Selbst wenn das ein Notfall war, h├Ątte man zwischenzeitlich das notwendige Material zum Absperren herbei schaffen k├Ânnen.

Erg├Ąnzung 02. 04. 2018 16:02

Es wurde der Hinweis auf die richtige Farbe der Pfosten der Absperrschranken erg├Ąnzt.

Erg├Ąnzung 04. 04. 2018 05:43

Ein Satz zu den unterschiedlichen Breiten mit Beispielfoto wurde erg├Ąnzt.

Update 09. 04. 2018 13:48

Die Stadt k├╝ndigte heute eine Kontrolle an.

Norbert Paul

Norbert Paul ist per PGP-Schl├╝ssel erreichbar (Testphase) ├╝ber die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

2 Gedanken zu „Arbeitsstellenabsicherung in Dortmund weit entfernt von Richtlinien

  • 02.04.2018 um 7:03
    Permalink

    Leider ist das ja kein Einzelbeispiel. Ich kenne in Dortmund nur eine einigerma├čen richtige Absperrung und die ist an der Vo├čkuhle Ecke B1.
    Ansonsten k├Ânnte ich dir viele Beispiele f├╝r katastrophale Absperrungen nennen.
    Hilft es denn solche dem Tiefbauamt zu melden, oder ist denen das egal?

    Antwort
    • 02.04.2018 um 14:55
      Permalink

      Ich kenne in Dortmund nur eine einigerma├čen richtige Absperrung und die ist an der Vo├čkuhle Ecke B1.

      Die ist eine absolute Katastrophe, finde ich. In mancher Hinsicht noch schlimmer als dieser Fall. (Eine Erg├Ąnzung folgt im Artikel noch)

      Hilft es denn solche dem Tiefbauamt zu melden, oder ist denen das egal?

      Da es nur ca. 3 Sachbearbeiter gibt, fehlt es an Kapazit├Ąten f├╝r systematische Vorortkontrollen, sodass die auf Hinweise ÔÇô am besten mit Foto ÔÇô angewiesen sind.

      W├Ąhrend ich eine Seite mit den Kontaktdaten heraussuchen will, sehe ich, dass die Stadt auf ihrer Webseite selber schreibt:

      Sollten Sie bei einer Baustelle im Dortmunder Stadtgebiet auf Hindernisse sto├čen, die Ihnen das Passieren eines Baubereiches ma├čgeblich erschweren, freuen wir uns ├╝ber eine R├╝ckmeldung an die Mail-Adresse: baustellen@dortmund.de. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang u.a.: fehlende Bordsteinabsenkungen f├╝r Fu├čg├Ąnger und Radfahrer, zu schmale Durchg├Ąnge oder schwer begreifbare Hinweise zu Umleitungen. Bei uns bekannten Problembereichen setzen wir alles daran, Abhilfe zu schaffen, sofern es in unserer M├Âglichkeit steht.

      Zumindest von einem Sachbearbeiter bekomme ich i. d. R. zeitnah eine Antwort.

      Antwort

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