kununu.com – auch Internetbusiness kann die Zukunft ausblenden

Auf kununu.com kann man Arbeitgeber bewerten. Man kann dort auch Benefits angeben.

(Screenshot kununu.com)

Offensichtlich geht man davon aus, dass 100 % der Arbeitnehmer*innen mit dem Auto kommen und das auch so wollen, sonst gäbe es neben „Firmenwagen“ und „Parkplatz“ auch „Firmenticket“, „Gesicherte Fahrradstellplätze“ und „Umkleidemöglichkeit und Duschen“ für Arbeitnehmer*innen, die zu-Fuß-gehend, joggend, radfahrend oder ÖV nutzend kommen wollen. In vielen Stellenangeboten wird in Großstädten heute längst mit Firmentickets als Benefit geworben, da immer mehr Firmen die Vorteile erkennen, wenn Arbeitnehmer*innen nicht mit dem Auto kommen.

Schwierig finde ich auch „Gute Verkehrsanbindung“. Das ist ja nicht unbedingt für alle Verkehrsarten immer gleich gut oder schlecht. Wenn das so allein steht, werden das die Meisten wohl als Autoverkehrsanbindung deuten. Selbst wenn es anders gemeint wäre, würde ich es aufteilen in „Gute ÖPNV-Anbindung“, „Gute Radverkehrsanbindung“, Gute Erreichbarkeit zu Fuß“ und „Gute Autoverkehrsanbindung“, wobei ja bekannt ist, dass die Wahrnehmung nicht unbedingt stimmen muss. Wer den Weg mit dem Rad nicht kennt, wird den auch nicht in die Beurteilung mit einbeziehen.

Fazit: Nur weil man eine Webseite betreibt, muss man noch lange nicht gedanklich vergangenen Zeiten entschwunden sein, als man Autoverkehr für den Verkehr hielt.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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