Wildkrautbeseitigung in Dortmund soll neu aufgestellt werden

(Stadt Dortmund)¬†In seiner gestrigen Sitzung (20.2.2018) hat der Verwaltungsvorstand der¬†Vorlage zur ‚ÄěNeuausrichtung der Stadtgr√ľnpflege in Dortmund‚Äú¬†zugestimmt und wird diese Vorlage nun dem Rat am 22. M√§rz 2018 zur¬†Beschlussfassung vorlegen.¬†Die √ľbergeordneten Ziele der Erh√∂hung der Sauberkeit, der¬†Verbesserung des Sicherheitsempfindens und der¬†Attraktivit√§tssteigerung der Stadt sollen in einem mehrstufigen¬†Verfahren, welches die Verwaltung dem Rat zur Umsetzung vorschlagen¬†m√∂chte, bis Mitte 2019 erreicht werden.

Vorgeschlagen wird, bereits zum April 2018, also mit dem Beginn der¬†Vegetationsperiode in die intensivierte Wildkrautbeseitigung unter¬†Federf√ľhrung der EDG einzusteigen. Die geb√ľhrenfinanzierte¬†Wildkrautbeseitigung erfasst insbesondere Bereiche, die aus Gr√ľnden¬†der Verkehrssicherheit einen erh√∂hten Reinigungsaufwand erfordern.¬†Solche Bereiche sind Aufpflasterungen,¬† Verkehrsschilder, Ampelmasten¬†und Bordsteine sowie Nahbereiche von Pollern, die innerhalb der gem√§√ü¬†Anlage zur Stra√üenreinigungssatzung (Stra√üenverzeichnis Kategorie 1)¬†zu reinigenden ortsgebundenen Fl√§chen (560 km Stra√üenl√§nge) liegen.¬†Dabei schlie√üt die Wildkrautbeseitigung gr√ľnpflegerische und¬†g√§rtnerische Ma√ünahmen aus.

Die manuelle Wildkrautbeseitigung sieht den Einsatz u.a. von¬†Fugenkratzern vor. Bei mechanischen Verfahren werden mittels¬†rotierender Drahtb√ľrsten die oberfl√§chlichen Pflanzenbestandteile¬†abgetrennt. Kehrmaschinen in unterschiedlicher Gr√∂√üe kommen zum¬†Einsatz, wodurch die Laufwege nahezu komplett erfasst werden k√∂nnen.¬†Zus√§tzlich werden Freischneider herangezogen.

Nach juristischer W√ľrdigung ist die ordnungsgem√§√üe von der¬†√§sthetischen Wildkrautbeseitigung abzugrenzen. Letztere erstreckt sich¬†auf Fl√§chen und Ma√ünahmen, die √ľber die Verkehrssicherung¬†hinausgehen. Neben den einfachen manuellen und mechanischen
Verfahren sollen hier thermische Techniken eingesetzt werden. Zur¬†Durchf√ľhrung einer nachhaltig √∂kologischen und¬† Verm√∂genserhaltenden¬†Wildkrautbek√§mpfung ohne Einsatz von Herbiziden existiert ein¬†ausgereiftes Hei√üdampfverfahren.

Um nachhaltige Resultate zu erzielen, m√ľssen Vegetationsbereiche¬†mehrmals im Jahr bedampft werden. F√ľr die vorgesehenen Fl√§chen¬†ben√∂tigt die EDG drei selbstfahrende Arbeitsmaschinen und vier¬†Mitarbeiter*Innen. Weiter kann die EDG 42 Mitarbeiter*innen aus der¬†F√∂rderma√ünahme ‚ÄěService Center Lokale Arbeit‚Äú einbinden. Diese¬†Arbeitskr√§fte werden nach der Vegetationsphase im weiteren Verlauf¬†des Jahres in der √§sthetischen Stra√üenreinigung eingesetzt.

Da aktuell keine verl√§sslichen Informationen √ľber die Verkrautung von¬†Wegefl√§chen vorliegen, sollen mit der Beseitigung des Bewuchses¬†zugleich die Leistungen durch EDG dokumentiert werden – als¬†Voraussetzung f√ľr eine aussagestarke Zuordnung der Kosten in die¬†Kategorien ‚Äěordnungsgem√§√üe Wildkrautbeseitigung‚Äú und ‚Äě√§sthetische¬†Wildkrautbeseitigung‚Äú, so dass zum Jahresende ‚Äěspitz‚Äú abgerechnet¬†werden kann. Die von der EDG √ľberschl√§gig kalkulierten Kosten f√ľr die¬†√§sthetische Wildkrautbeseitigung belaufen sich auf 875 000 Euro. Sie¬†setzen sich zusammen aus den Personalkosten f√ľr vier Anleiter, dem¬†Kofinanzierungsanteil f√ľr die Ma√ünahmenteilnehmer und den¬†Fahrzeugbestellungskosten f√ľr drei Spezialfahrzeuge.

Die Kombination von Stra√üenreinigung und Stra√üenbegleitgr√ľnpflege bei¬†der EDG wird zum 30.06.2018 von der Verwaltung gemeinsam mit der¬†EDG definiert. Die Zust√§ndigkeit f√ľr das Stra√üenbegleitgr√ľn von Wand¬†zu Wand soll zum 1.01.2019 zur EDG wechseln. Bis dahin sind¬†Kostenvergleiche f√ľr einen Zust√§ndigkeitswechsel zu berechnen, da die¬†nunmehr ermittelten Pflegefl√§chen mit Ausk√ľnften zur Pflegeintensit√§t¬†unterf√ľttert sein m√ľssen. Zus√§tzlich lassen sich die Kosten der neuen¬†Betriebsh√∂fe in den Kostenvergleich integrieren. Unter der Bedingung,¬†dass die Neufassung der Leistungserbringung allein durch die EDG die¬†bisherigen Kosten nicht √ľberschreiten darf, m√ľssen s√§mtliche¬†betrieblich-logistischen Synergien am neuen Betriebshof Sunderweg¬†ausgesch√∂pft werden, um die Vorteile einer einheitlichen Zust√§ndigkeit¬†f√ľr Stra√üengr√ľnpflege und -reinigung zu belegen.

Die differenzierte Fl√§chen- bzw. Objektanalyse ist dazu fortzuf√ľhren,¬†weiter ben√∂tigt es Ausk√ľnfte zu den Leistungsstrukturen, eine Analyse¬†der bisherigen Kosten, eine sehr konkrete Qualit√§tsaufnahme zum¬†derzeitigen Pflegestand. Es schlie√üen sich der Aufbau einer ITgest√ľtzten¬†Leistungsdokumentation, einer Einsatzplanung und der¬†Kontrolle der Leistungserbringung an.¬†Nach der Richtungsentscheidung des Rates m√ľssen sich mehrere¬†Monate arbeitsintensiver Konzeptentwicklung anschlie√üen. Ob sich¬†Gr√ľnfl√§chen aus dem unmittelbaren Nahraum des Stra√üenbegleitgr√ľns¬†noch sinnvoller Weise in die Pflege√ľbernahme der EDG einbauen¬†lassen, ist im Einzelfall zu entscheiden und konzeptionell zu verankern.

Nach einer nochmaligen eingehenden Er√∂rterung der Thematik¬†zwischen Verwaltung und EDG wird nunmehr vorgeschlagen, die¬†Zust√§ndigkeit f√ľr Parks, G√§rten und Au√üenanlagen von Schulen und¬†Sportpl√§tzen bei der Stadt Dortmund zu belassen. F√ľr diese Sortierung¬†spricht, dass innerhalb der EDG kein landschaftsarchitektonischer oder g√§rtnerischer Sachverstand aufgebaut worden ist, um die auch regional¬†bedeutsame Garten- und Parkanlagen Dortmunds sachkundig zu¬†managen. Dortmund hat mit dem Hoeschpark, dem Westfalenpark, den¬†Volksg√§rten, dem Rombergpark, mit seinen Naturschutz- und¬†Landschaftsschutzgebieten, mit dem Stadtgarten eine herausragende¬†Garten- und Landschaftskultur vorzustellen, die es mit dem Blick auf¬†nationale oder internationale Wettbewerbe oder Gartenbauausstellungen¬†zu profilieren gilt.

Zuletzt soll in einem Turnus von f√ľnf Jahren ein¬†‚ÄěStadtsauberkeitskonzept f√ľr die Stadt Dortmund‚Äú von der EDG in¬†Abstimmung mit der Stadtverwaltung erarbeitet werden ‚Äď das erste bis¬†zum 31.12.2019. Hier sind die Themen des sicheren Stadtraums mit der¬†attraktiven Stadterscheinung zusammenzubringen. Ziel muss es sein,¬†Dortmund als attraktive, saubere Stadt der gehobenen Landschafts- und¬†Gartenkultur zu pr√§sentieren.

Update 24. 02. 2018 15:56

Der Personalrat hat in einem Schreiben an den OB protestiert, berichten heute die Ruhr Nachrichten.

Pressemitteilung

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2 Gedanken zu „Wildkrautbeseitigung in Dortmund soll neu aufgestellt werden

  • 23.02.2018 um 8:05
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    Danke f√ľr die Pr√§sentation dieses Textes, der mit Passivs√§tzen so viel mehr aussagt als der Verfasser mitteilen m√∂chte, u.a. dass viele Zust√§ndigkeiten entweder ungekl√§rt sind oder uns vorenthalten bleiben sollen.
    Mein Lieblingssatz: „Nach juristischer W√ľrdigung ist die ordnungsgem√§√üe von der √§sthetischen Wildkrautbeseitigung abzugrenzen.“
    Verstehe ich das richtig, dass es bisher nur eine rechtliche Betrachtung gab, ob ein Radweg prinzipiell benutzbar ist?

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