Verbotene Bilder aus den Niederlanden III

Bisher gibt es keine differenzierte deutschsprachige Auseinandersetzung zur niederlĂ€ndischen Radverkehrspolitik. Hier besteht noch Forschungsbedarf ebenso hinsichtlich der Frage der Übertragbarkeit. WĂ€hrend deutschsprachige Seiten sich darin ergehen, den deutschen Sprachraum schlechter zu reden als er ist und die Niederlande wie auch Kopenhagen zu idealisieren, ist die RealitĂ€t dann etwas weniger eindeutig, wie die kleine Reihe „Verbotene Bilder aus den Niederlanden“ (Teil I und Teil II) zeigt. Heute ein Bild aus Venlo.

(Foto: Norbert Paul)

Norbert Paul

Norbert Paul ist per PGP-SchlĂŒssel erreichbar (Testphase) ĂŒber die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

4 Gedanken zu „Verbotene Bilder aus den Niederlanden III

  • 22.02.2018 um 18:41
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    Ich war zwar noch nie in den Niederlanden. WĂ€r mir zu flach und daher zu langweilig, ich brauch einfach Berge beim Radfahren. ;) Aber ich werde da aber auch schon von Natur aus skeptisch, wenn irgendwas (hier eine bestimmte Region) pauschal in den Himmel gehoben wird. Zumal ja grade die Niederlande meines Wissens nach so ziemlich fĂŒr totale Separation stehen. In den „Hinterhöfen“ sieht es dann oftmals auch nicht großartig anders oder besser aus, als anderswo.

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    • 23.02.2018 um 0:01
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      Aber ich werde da aber auch schon von Natur aus skeptisch, wenn irgendwas (hier eine bestimmte Region) pauschal in den Himmel gehoben wird.

      Das ich jemand kennen lerne, der das genauso sieht wie ich. *hĂŒpf* *freu*

      Antwort
  • 24.02.2018 um 18:27
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    Die Niederlande investieren aber immerhin recht konsequent in Verkehrsinfrastruktur:
    6-spurige Autobahnen als Regelfall und teilweise großzĂŒgiger 8-spuriger Ausbau, der streckenweise an kritischen Stellen auf imposante 10 Spuren ausgeweitet wird?
    Aus Los Angeles kennen wir das ja, aber ist fĂŒr so ein kleines europĂ€isches Land ist das doch schon recht beachtlich.

    Die NL haben aber auch seit etlichen Jahren akribisch die Verlustzeiten des Autoverkehrs erfasst und sorgen auf mehreren Ebenen eifrig fĂŒr eine verbesserte Reisezeit des Autoverkehrs (anti-congestion) und vor allem fĂŒr eine stauarme Ausweitung des stark wachsenden StrassengĂŒterverkehrs:
    – Radverkehr auf allen fĂŒr Autos wichtigen Strassen konsequent separieren
    – Kosten beim ÖPNV sparen und lieber in Radwege und erweitete Autostraßen investieren
    Auch Kreuzungen werden i.d.R. sehr effektiv fĂŒr eine verbesserte Autoreisezeit umgestaltet. Zur Not wird dann sogar ein zusĂ€tzlicher Kreisverkehr zur Radseparation auf Seilen ĂŒber die optimierte Autokreuzung gehĂ€ngt (Hovenring).
    Recht informativ :
    https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/nl-wissen/umwelt/vertiefung/staubekaempfung/verkehrsprojekte.html
    oder auch:
    https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/nl-wissen/kultur/vertiefung/architektur/autobahn.html

    Ebenfalls interessant wie sich in den neoliberalisierten Niederlanden auch im StĂ€dtebau suzzessive die „zwei-Klassen-Architektur“ einnnistet:
    „In einer Arbeiterstadt wie Rotterdam stellt sich zudem die Frage, wie groß der Bedarf an Luxuswohnungen wirklich ist und wie sozial vertrĂ€glich es ist, wenn eine Zwei-Klassen-Stadt mit einem reichen Zentrum und einem armen Rand entsteht.“
    https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/nl-wissen/kultur/vertiefung/architektur/rotterdam.html

    Eigentlich lĂ€ufts wie ĂŒberall: der Autoverkehr nimmt zu, die StĂ€dte werden gentrifiziert und nach und nach zu grĂŒnen „liveable“ Zonen mit wenig Autoverkehr und teurem Investoren gesteuerten Wohnraum umgestaltet, wĂ€hrend der gemeine „Pöbel“ und der abstiegsgefĂ€hrdete ‚Mittelstand‘ mit den sich vermehrenden Autos die Gegend zwischen Periherie und teuren Zentren zudieselt.
    https://www.automobilwoche.de/article/20170907/AGENTURMELDUNGEN/309079930/gerichtsentscheidung-niederlande-muessen-mehr-gegen-luftverschmutzung-tun#.WbaoK-5Tl9k.twitter

    Am Rande erwÀhnt: auch der ökologisch maximal schÀdliche Flugverkehr steigt in den NL stark an.

    Ah, eins hab ich vergessen: es werden immer noch in hoher Schlagzahl hĂŒbsche Fotos mit glĂŒcklichen Radfahrer*innen bei schönem Wetter auf separierten roten Wegen veröffentlicht.
    Sehr schön das!

    Antwort
    • 24.02.2018 um 18:35
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      es werden immer noch in hoher Schlagzahl hĂŒbsche Fotos mit glĂŒcklichen Radfahrer*innen bei schönem Wetter auf separierten roten Wegen veröffentlicht.

      Das machen die NL-Touristiker ebenso wie die Dortmund-Touristiker mit jubelnden, friedlichen BVB-Fans werben, aber nie ĂŒber rechts(radikale) Fan-Gruppen reden, zugeparkte GrĂŒnflĂ€chen in dem Vierteln um das Stadion, Glasscherben auf Radfahrstreifen und all die anderen Begleiterscheinungen. Einziger Vorteil fĂŒr Anlieger: Leere GeschĂ€fte wĂ€hrend des Spiels.

      Antwort

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