Hannover spricht Klartext zu „Nette Toilette“
Im Nahverkehrsplan 2014 der Stadt Dortmund heißt es als Ziel für die Haltestellen:
Zentrale Verknüpfungspunkte sind mit Toiletten ausgestattet. Ob darüber hinaus weitere Haltestellen nachgerüstet werden, muss mit dem Betreiber der Anlagen verhandelt werden. Auch eine Aufstellung von Toilettenanlagen im öffentlichen Raum in der Nähe von Haltestellen sollte weiterhin geprüft werden.
Nach einem Jahrzehnt könnte man sich an Haltestellen wie „Barop Parkhaus“, „Dortmund-Lütgendortmund“, „Dortmund-Marten Süd S“, „Aplerbeck“, „Brackel Kirche“, „Scharnhorst Zentrum“, „Schulte Rödding“, „Zeche Minister Stein“, „Huckarde Busbahnhof“, „Kirchlinde Zentrum“, „Dortmund-Oespel“, „Dortmund-Germania“, „Schwerter Wald“ und Hörde-Bahnhof nach diesen Anlagen umschauen, man kann es aber auch direkt lassen. Vereinzelt gibt es in der näheren Umgebung öffentliche WC-Anlagen.
Angesichts der Unterversorgung mit öffentlichen WC liest man deutschlandweit immer wieder, dass die Politik gerne die „Nette Toilette“ hätte. Schon aus den Flyern geht immer hervor, dass das System eher kompliziert ist, da man je nach Tag und Uhrzeit woanders hin muss und bei Betriebsferien etc. hat man halt Pech. Exemplarisch für Dortmund Hörde:

Bei den erstatteten Beträgen – in Dortmund z. B. 100 € im Monat – kann sich das nur rechnen, wenn man keinen zusätzlichen Aufwand hat und es nur um zusätzliches Wasser, Papier und Seife geht. Da es auch noch die Toiletten der eigenen Kunden sind, muss man damit rechnen, dass nicht jeder wirklich Einlass bekommt. Alles andere ist naiv. Und viele werden auch eine Hemmschwelle haben, die Toilette wirklich nur kostenlos zu nutzen und dann wieder zu gehen, was zu einer Nicht-Nutzung führt oder Verlegenheitskäufen oder „freiwilligen“ Entgelten.
Früher war es auf der Webseite noch offensichtlich, dass sich hier eine Werbeagentur – was man ihr nicht vorwerfen kann – eine fortlaufende exklusive Einnahmequelle geschaffen hat.
Nutzungsrechte Wort-/Bildmarke und das Bereitstellen der Daten von Logo, Aufkleber, Flyer, und Plakat, sowie die Individualisierung erfolgt durch:
STUDIOO GmbH
Konzept- und Werbeagentur
Heute ist man vorsichtiger und beschränkt sich auf der Webseite darauf, dass ganze als super Lösung anzupreisen.

Links das Problem vieler Kommunen, rechts die Lösung, die viele Vorteile haben soll und keinen Nachteil. Schön wärs. In kleinen Kurorten mag das Konzept vielleicht funktionieren, nicht aber in Städten. Das sieht die Stadtverwaltung Hannover auch so. 2022 sprach sie Klartext, obwohl sie nicht mal danach gefragt worden war:
Das Programm «Nette Toilette» hatte bereits vor Jahren zum Ziel, Nicht-Restaurantgästen den Zugang zur hauseigenen Toilette zu erteilen. Hierfür erhielten die Gastronom*innen eine monatliche Aufwandsentschädigung. Die Praxis zeigte jedoch, dass zum einen nur sehr wenige Betriebe teilnahmen. Zum anderen verweigerten diese teilweise externen Gästen die WC-Nutzung. Problematisch ist ferner, dass dieses Konzept auf die regulären Öffnungszeiten der Lokale angewiesen ist. Kioskbetreiber verfügen zudem in der Regel nicht über öffentlich zugängliche WC-Anlagen, dito für Trinkhallen.
