Datenstrip für Berliner Radverkehr

In der letzten Zeit such Berlin immer wieder Mitarbeiter für die Radverkehrsplanung. Aktuell ist eine Stelle „Tarifbeschäftigte/r in der Koordinierungsstelle Radverkehr“ ausgeschrieben. Von der zuständigen Senatsverwaltung war nicht zu erfahren, ob die Stelle im Zusammenhang mit dem Radentscheid  eingerichtet wurde. Wer diese Stelle haben will, muss einen gewöhnungsbedürftigen Datenstrip hin legen:

Weiterhin bitte ich Ihren Unterlagen eine Einverständniserklärung zur Personalakteneinsicht unter Angabe der personalaktenführenden Stelle einschließlich des Stellenzeichens beizufügen.

Das ist das erst mal, dass ich eine Stellenanzeige sehe, die derart umfassend erwartet, persönliche Infos über sich preis zu geben. Ich sehe da einen Konflikt mit den Rechtsinstituten Datenschutz und Persönlichkeitsrechte, aber es werden sich Menschen finden, die dazu bereit sind, um den Radentscheid umzusetzen.

Ein wenig überraschend für eine solche Stelle werden dann auch Englisch-Kenntnisse gefordert. Ob das mit dem Lieblingsthema  „Protected Bike Lanes“ des Radentscheids zu tun hat und /oder ob man sich ein bisschen internationales Flair in die Stadt holen will, weil das cooler ist als endlich deutsche Richtlinien konsequent anzuwenden? Oder geht es darum, die eigene Radverkehrspolitik international zu vermarkten?

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.