Modellvorhaben Faßstraße dient der Ausweitung von Verkehrsflächen

Verkehrsversuch Faßstraße in der Realität mit Lastenrad in Linienbusform (Archiv-Foto: Peter Maier)

Im Rahmen des Umbaus der Faßstraße soll auch ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Anlass des Bebauungsplan ist es, die Ausdehnung des Straßenraumes planerisch abzusichern.

Die für den Umbau der Faßstraße erforderlichen Verkehrsflächen gehen in einigen Bereichen über den festgesetzten Straßenraum hinaus. Ziel des Bebauungsplans ist es, die für die Umsetzung der Planung erforderlichen Flächen als Verkehrsflächen zu sichern und so die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den geplanten Umbau der Straße zu schaffen. Die innere Gliederung des Straßenraumes wird im Rahmen des Bebauungsplans nicht vorweggenommen.

Es geht also nicht nur um eine Neuaufteilung sondern eben auch darum, die Faßstraße teilweise zu verbreitern, obwohl sie schon ziemlich breit ist. Das bedeutet z. B.:

Von dem privat genutzten Grundstück werden auf der Westseite der Faßstraße Flächen in einer Breite von bis zu 6 m für den Straßenausbau benötigt. Die zusätzlichen Flächen sind mindestens erforderlich, um in diesem Bereich eine zusätzliche Rechtsabbiegespur in die Alfred-Trappen-Straße und einen Gehweg mit einer Breite von 2,5 m herstellen zu können. Im Rahmen der Verkehrsuntersuchungen zum Bebauungsplan VEP Hö 274 – nördliche Seekante – wurde festgestellt, dass durch den Bau einer Rechtsabbiegespur die Verkehrsqualität an diesem Knoten deutlich verbessert werden kann.

Das ist der Bereich, wo für den Fuß- und Radverkehr nur der Weg durch die Bushaltestelle vorgesehen ist. Immerhin die grüne Fraktion in der BV Hörde votierte am 06.12.2016 für eine durchgehende Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn von der Wilhelm-van-Vloten-Straße in die Faßstraße.

Die vorgesehene Beratung in der BV Hörde am 08. 11. und  Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen am 30. 11. 2016 fanden aber nicht statt. In der Ausschusssitzung am 08. 02. forderte die CDU, die Aufstellung des Bebauungsplanes auszusetzen, weil ihr die Aufteilung des Straßenraums, die explizit nicht Gegenstand des Bebauungsplans ist, nicht gefällt. Das Protokoll dieser Sitzung ist noch nicht verfügbar. Der CDU-Antrag fordert, das nur am Rande, fordert die Rückkehr zu Vierstreifigkeit und gleichzeitig die Behebung der Defizite. Wobei ja eins der größten Defizite die Vierstreifigkeit sein dürfte.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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