InfrastrukturRuhrgebiet

Metropolrad Ruhr ab April mit eingeschränkter Verfügbarkeit

Wenn man das Verkehrsverhalten langfristig verändern möchte, muss man Angebote schaffen, die langfristige Planbarkeit über die grundsätzliche Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit bei der konkreten Inanspruchnahme und natürlich Geeignetheit für die eigenen Mobilitätsbedürfnisse vorweist. Beim Bahnverkehr zeigen viele Betreiberübergänge, wie es nicht laufen sollte. Wenn dann die Politik abwechselnd Angebote ausbaut und wieder streicht, kann man den Menschen nicht verübeln, wenn sie ihr Leben lieber unter der Prämisse des Kfz-Besitzes organisieren., weil sie darüber Kontrolle haben. Aktuell ist das Metropolrad Ruhr-System nur eingeschränkt zu gebrauchen. Die Netzdichte ist gering. Regelmäßig steht kein Rad an der Station. Wie soll man unter den Voraussetzungen z. B. zusammen mit dem zunehmend nach dem Prinzip der Zufälligkeit organisiertem Bahn-Angebot sein Arbeitsweg organisieren, wie es schlechte bis mittelmäßige Planerinnen und Planer immer wieder in Plänen als Ziel einer Sharing- und/oder Verkehrswende-Zukunft ausgeben ohne hierauf Antworten zu liefern? Einen dem Angebot schadenden Betreiberwechsel kündigte nun der RVR an.

Zur Betriebsaufnahme im April 2026 steht aus Produktionsgründen zunächst ein Basis-Angebot an vorhandenen Fahrrädern zur Verfügung, das sukzessive um fabrikneue erweitert wird.

Wirr wird es in der Pressemitteilung, wenn es heißt:

Bis zum Betreiberwechsel im April 2026 stehen Metropolradruhr-Räder wie gewohnt zur Nutzung zur Verfügung: Der Betrieb wird übergangsweise vom bisherigen Betreiber nextbike (Leipzig) sichergestellt, alle bestehenden Tarife und Vergünstigungen behalten bis zum 31. März 2026 ihre Gültigkeit.

Bis zum Betreiberwechsel ist eine Übergangszeit? Aber gleichzeitig fängt der neue Betreiber erst nach dem Betreiberwechsel an?

Da hilft es nicht, dass es mittelfristig Verbesserungen geben soll: Einsatz von 8-Gang- statt 3-Gang-Fahrrädern, das Angebot soll auf über 5.000 Fahrräder und mehr als 1.000 Stationen verdoppelt werden und Pedelecs und e-Lastenräder in Teilgebieten (sic!). Die Übergangsprobleme bleiben in Erinnerung.

Der RVR hat den Betrieb des Metropolrad Ruhr-Systems neu ausgeschrieben und daraufhin an Donkey Republic mit Sitz in Kopenhagen vergeben, der angibt, das die Flotte 5766 Fahrräder umfassen soll. Das klingt viel, ist aber wenig im Vergleich zu den ca. 2.500 Fahrrädern, die der Betreiber ein Vierteljahr später in Düsseldorf auf die Straße bringen will.

 

 

 

Norbert Paul

Bin ohne Warnweste und unzulässigen sowie unsinnigen Blinklichtern unfallfrei mit dem Rad im Alltag unterwegs – auch in dunklen Sachen. Nach einschlägigem Studium folgten mehrere berufliche Stationen in der Verkehrsverwaltung. Dabei heute vor allem mit Rechtsfragen befasst. Mit meinem PGP-Schlüssel kann man mir an norbert.paul@velocityruhr.net verschlüsselte E-Mails schreiben.

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