SPD Brackel fordert Rückbau des Hellwegs

Die SPD Dortmund überrascht nach dem Vorstoß zur Asphaltierung von Radwegen nun mit Forderungen, die man so aus der Lokalpolitik nicht erwartet hätte (Drucksache Nr. 11915-18). Die Fraktion merkt an, dass vierspurige Straßen in Ortskernen eher unüblich sind in Dortmund und fordert den Rückbau zur Steigerung der Attraktivität des Ortskerns. Auf der Webseite des Körner Kultur- und Kunstvereins gibt es ein Bild des heute dort ebenfalls vierspurigen Hellwegs aus der Zeit, als dass noch eine Straße mit ausreichend breiten Gehwegen für eine Dorfmitte war.

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

4 Gedanken zu „SPD Brackel fordert Rückbau des Hellwegs

  • 10.09.2018 um 11:06
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    Was ich nicht verstehe, ist die Begrenzung auf Brackel. Die Bezirksvertretung Brackel ist für den gesamten Hellweg von Körne bis zur Stadtgrenze Unna zuständig.
    Da könnte man mutiger sein.
    Die Formulierung: „An Stellen, wo eine Fahrspur eingespart werden kann, soll ein….Radweg markiert werden“ hört sich ohnehin nicht danach an, als wenn sich jemand ernsthaft mit Radverkehrsförderung auseinandergesetzt hätte.
    Eigentlich geht es um mehr Parkplätze, und mehr Aufenthaltsqualität für Kunden der anliegenden Gewerbetreibenden.

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    • 10.09.2018 um 22:20
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      Da könnte man mutiger sein.

      Für Dortmund ist die Forderung mehr als ungewöhnlich und wer sagt, dass dann nicht mehr kommt?

      Der Antrag ist ein erster Aufschlag mit Ideen, die traditionell in Dortmund als politischer Selbstmord gelten, und noch kein fertiges Konzept. Ja, man könnte weiter sein, aber wenn das ernsthaft diskutiert wird, ist das in Dortmund revolutionär.

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  • 12.09.2018 um 1:19
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    „revolutionär“ trifft es ganz gut.
    Im Ruhrgebiet und der Ruhrgebiets ‚Arbeitervertretung‘ SPD ist ja traditionell das Automobil stark positiv besetzt, was nicht verwundert, wenn man sich klarmacht, dass schwere körperliche Arbeit für sehr viele Jahrzehnte das Leben der Arbeitenden geprägt hat.
    Da war man – nachvollziehbar – froh nach der Schicht nicht noch in die Pedale treten zu müssen oder eine langen Fussweg zurücklegen zu müssen.
    Das Auto war Entlastung, Gesundheitsförderung, Zeichen sozialen Aufstiegs und der direkte Weg zur Adria. …
    46 Jahre nach dem Bericht des ‚Club of Rome‘ mal ans Nachdenken zu kommen ist für die Ruhrgebiets-SPD doch eigentlich recht flott.
    Besser spät als nie sozusagen, um das mal positiv auszudrücken.

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    • 12.09.2018 um 5:47
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      Im Ruhrgebiet […] ist ja traditionell das Automobil stark positiv besetzt, was nicht verwundert, wenn man sich klarmacht, dass schwere körperliche Arbeit für sehr viele Jahrzehnte das Leben der Arbeitenden geprägt hat. Da war man – nachvollziehbar – froh nach der Schicht nicht noch in die Pedale treten zu müssen oder eine langen Fussweg zurücklegen zu müssen. Das Auto war Entlastung, Gesundheitsförderung,

      So habe ich das noch nie betrachtet, aber die Sichtweise ist nicht von der Hand zu weisen. Wie verrückt es doch ist, dass innerhalb weniger Jahrzehnte die Gesundheitsfürsorge in die genau entgegen gesetzte Richtung gehen muss.

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