Radfahrer bei Nutzung eines Protected Bike Lane lebensgefährlich verletzt

Eine kleine, aber im Internet lautstarke Gruppe fordert bei jeder Gelegenheit Radwege, die von der Fahrbahn an Kreuzungen zurück gesetzt sind und zwischen den Kreuzungen z. B. durch Poller oder Autos von der Fahrbahn getrennt sind um von 8-88 Jahren genutzt werden zu können. Solche Situationen gibt es bereits jetzt, z. B. an der  Schützenstraße Ecke Mallinckrodtstraße. in Dortmund. Der Radweg  entspricht – dem hochgelobten westlichen Vorbild folgend – dabei nicht den Richtlinien.  Wie trügerisch diese Versprechen von Sicherheit sind, zeigte sich heute mal wieder.

Ein 85-jähriger Radfahrer fuhr auf dem Radweg Richtung Norden, ebenso ein  59-Jähriger mit einem LKW auf der Fahrbahn. Der jüngere der Beiden wollte nach rechts in die Mallinckrodtstraße abbiegen. Da in Dortmund bei Lichtsignalanlagen nicht auf maximale Sicherheit, sondern auf maximale theoretische Kapazität für den Kfz-Verkehr gesetzt wird und die Polizeimeldung auch keinen Hinweis auf Rotlichtverstöße enthält, ist es am wahrscheinlichsten (heißt aber auch: Es könnte auch anders gewesen sein.), dass hier beide ganz legal grün hatten. Dann trägt juristisch der LKW-Fahrer die Schuld, aber ohne eine Kultur der Verdrängung des Radverkehrs von der Fahrbahn in Deutschland auf Innerortsradwege, eine Ignoranz von Richtlinien in Verwaltung und Politik und das Desinteresse des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund, Konfliktpunkte möglichst zu vermeiden bei Umläufen an Lichtsignalanlagen, kann es – wenn sich alle an die StVO halten – gar nicht erst zu einer Situation kommen, in der wir als Gesellschaft den LKW-Fahrer alleine lassen in einer unnötig gefährlichen Situation. Ob ein Abbiegeassistent  bei einem versteckten und weggeleitetem Radfahrer was gebracht hätte, weiß ich nicht.  Laut Feuerwehr, die mit 30 Einsatzkräften vor Ort war, dauerte allein das Bergen des Radfahrers 25 Minuten. Laut der Polizei ist Lebensgefahr nicht auszuschließen.

Hoffen wir, dass die Mallinckrodtstraße nicht das zweite Ghost Bike innert eines Jahres bekommen muss.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

20 Gedanken zu „Radfahrer bei Nutzung eines Protected Bike Lane lebensgefährlich verletzt

  • 06.08.2018 um 21:35
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    Der Beitrag ist ganz nett. Jedoch wäre es toll, wenn wenigstens da stehen würde in welchem Ort die Straßen sind. An Hand des Links kann ich lediglich die Street View Ansicht sehen. Weiß trotzdem nicht wo es genau ist.

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    • 06.08.2018 um 21:40
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      Bei Streetview steht „Dortmund“ links oben, die Meldungen sind von Pilzei und Feuerwehr Dortmund und der einzige Städtenamen im Text ist Dortmund. Aber ich hab’s noch ein viertes Mal ergänzt. :-)

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  • 06.08.2018 um 23:25
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    Die kleine, aber im Internet lautstarke Gruppe (darunter der ADFC Bundesverband sowie diverse Kreisverbände) fordert sichere, vom Kfz-Verkehr baulich getrennte Radverkehrsanlagen. Beispiele dafür lassen sich in den Niederlanden finden. (wo sich natürlich ebenso schlechte Beispiele finden lassen)

    Der bei Google Street View zu erkennende Radweg entspricht weder diesen Forderungen, noch handelt es sich dabei um eine Protected Bike Lane. Überschrift und Einleitung passen daher nicht so recht zum übrigen Text.

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    • 06.08.2018 um 23:46
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      Der Radweg ist da durch Autos, Poller etc. von der Fahrbahn baulich getrennt und entspricht damit den Forderungen, die ich immer wieder lese und den gerne geteilten Bildern – nur halt mit deutschen Autos in einem deutschen Straßenquerschnitt, der für’s Ruhrgebiet vergleichsweise breit ist.

      Es sind nur wenige Personen, die im Internet immer wieder in Erscheinung treten mit der Forderung. Selbst wenn man anonyme Twitter-Accounts mitzählt, wird man kaum über eine niedrige dreistellige Zahl hinaus kommen. Es ist also kein Massenphänomen, dass Radfahrer*innen im Internet PBL fordern.

      Wenn man annimmt, alle ADFC-Mitglieder fühlen sich durch den Bundesverband vertreten, sind dass bei 170.000 Mitgliedern 0,2 % der Deutschen.

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      • 07.08.2018 um 0:58
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        Der Radweg scheint in keinster Weise baulich vom Fußverkehr getrennt zu sein und ist auch nicht asphaltiert. Viel schlimmer ist hier aber die Kreuzungsgestaltung. Wie du bereits geschrieben hast, wären getrennte Ampelphasen sinnvoll und bei der Größe der Kreuzung (und den zu erwartenden Verkehrsmengen) sogar notwendig. Außerdem sind die Kurvenradien für den Kfz-Verkehr zu groß und die Wege für abbiegende Kfz und geradeausfahrende Radfahrer*innen kreuzen sich nicht im 90°-Winkel. Der Radweg (inkl. Material und Farbe) wurde optisch nicht auf der Kreuzung fortgesetzt, sondern endet an einem Bordstein (ohne Nullabsenkung) und wird nur durch aufgemalte Linien weitergeführt.

        Und das sind nur die offensichtlichen Mängel, die mir spontan aufgefallen sind.

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        • 07.08.2018 um 3:58
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          Der Radweg ist für Dortmunder Verhältnisse vergleichsweise gut optisch zu erkennen, also auf eine sehr triviale Art baulich getrennt. Die Art und Weise ist absoluter Free-Style, aber immerhin noch nach Jahrzehnten gut erkennbar.

          Wenn für dich die Einhausung des Radverkehrs zu einem PBL gehört, dann ist das hier kein PBL.

          Bzgl. Grünphasen müsste ich mal gucken fahren, aber ich kenne keine derartige Kreuzung in DO, wo es nicht so wäre.

          Der Radweg (inkl. Material und Farbe) wurde optisch nicht auf der Kreuzung fortgesetzt,

          Was erhoffst du dir von ein bisschen rot?`Meinst du mit Materialfortsetzung eine „Aufpflasterung auf Gehwegniveau“?

          Antwort
          • 07.08.2018 um 8:03
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            > Bzgl. Grünphasen müsste ich mal gucken fahren, aber ich kenne keine derartige Kreuzung in DO, wo es nicht so wäre.

            Das ist in anderen Städten genauso, aber das ist ja kein Argument dagegen, es irgendwann mal richtig zu machen. Das Problem an schlechten baulich getrennten Radwegen ist eben nicht die bauliche Trennung, sondern dass sie schlecht ausgeführt werden.

            > Was erhoffst du dir von ein bisschen rot?`Meinst du mit Materialfortsetzung eine „Aufpflasterung auf Gehwegniveau“?

            Gemeint war, dass der Radweg mit rotem Asphalt ausgeführt wird und dieser auch auf der Kreuzung lückenlos fortgesetzt wird. Damit werden Radwege von allen Verkehrsteilnehmer*innen als solche erkennbar und Radfahrer*innen haben die Gewissheit, dass sie dort richtig unterwegs sind. Dieses Gefühl von „hier gehöre ich hin“ ist bei durchgängig rot asphaltierten Radwegen sehr gut erfahrbar. Eine Aufpflasterung ist an kleineren Einmündungen sinnvoll, aber im oben genannten Fall würde ich bei dem Bild, was sich mir bei Google Street View bietet, davon ausgehen, dass eine getrennte Ampelschaltung das Mittel der Wahl ist.

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            • 07.08.2018 um 12:19
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              So war das auch nicht gemeint, dass es ein Argument dagegen ist.

              Ich bin mir nicht sicher, ob die Rotfärbung von Furten nicht etwas überschätzt wird, wenn es um das Thema Erhöhung der Sicherheit geht.

              Antwort
  • 07.08.2018 um 10:20
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    Norbert, das ist keine PBL sondern ein oller Pflastersteinradweg.

    Was soll das?

    Antwort
    • 07.08.2018 um 12:18
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      Und was fehlt dir? Der ist baulich vom Fuß- und Kfz-Verkehr getrennt und durch Poller + Autos „geschützt“. Das wird immer als Merkmale genannt.

      Antwort
    • 07.08.2018 um 22:13
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      Der Radweg ist baulich von der Fahrbahn getrennt und entsprechicht daher voll und ganz den PBL.

      Antwort
  • 07.08.2018 um 21:05
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    Einen Unfall mit lebensgefährlichen Folgen dazu zu nutzen, seine fast schon pathologische Feindschaft gegen PBL mal wieder zu erwähnen, ist niveaulos. Wenn, wie Norbert Paul in anderen Kommentaren meint, die Menge der Radfahrenden, die PBLs fordern so klein ist, verstehe ich nicht diesen immer wiederkehrenden Drang, dagegen zu schießen und dabei den Radweg in der Schützenstr. zur PBL zu fantasieren. Alles in allem einfach geschmacklos.

    Antwort
    • 07.08.2018 um 22:23
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      Ich verstehe nicht, warum die Erkenntnisse der Verkehrswissenschaften nicht gelten. Aus den Augen, aus dem Sinn gilt hier besonders.

      Antwort
    • 09.08.2018 um 6:21
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      Gut auf den Punkt gebracht, Markus. Leider.

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      • 16.08.2018 um 18:26
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        Für alle, die das hier schon geschmacklos fanden, empfehle ich eine PM des ADFC NRW, der den Unfall nutzt, um mal wieder die gleichen Forderungen mitzuteilen. Der konkrete Unfall kommt da nur in der Einleitung vor. Der ADFC NRW kommt daher nicht nur ohne Bezug zum konkreten Unfall sondern vor allem ohne mitgeteilte Anteilnahme aus,. Er nimmt den Todesfall zum Anlass zu fordern:

        An Hauptverkehrsachsen müssen breite Radspuren mit physischen Barrieren vom Auto- und Schwerlastverkehr abgetrennt werden. Verbesserte Sichtbeziehungen, Verkehrsberuhigung sowie getrennte Ampelphasen für Abbieger und Geradeausfahrer erhöhen die Sicherheit ebenfalls.

        Bei den letzten beiden Punkten bin ich da einer Meinung. Das Paradoxe ist, dass gerade bei diesem Unfall physische Barrieren vorhanden waren, wenn die Führung des Radweges auch nicht den „Best of NL“-Bildern entspricht und gerade diese physische Trennung durch Poller, Werbung, Autos … sich negativ auf die Sichtbeziehungen auswirkt. Ob das unfallursächlich war, ist aber eh nicht bekannt.

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    • 09.08.2018 um 13:28
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      Der Begriff der PBL gewinnt seit etwa 5 Jahren in dem kleinen Kreis der Menschen, die sich als Laien mit Radverkehr beschäftigen, an Bedeutung. Die Mehrheit der Bevölkerung interessiert sich schlicht nicht dafür. Da er Begriff nicht legal definiert ist, werden darunter unterschiedlich weitgehende Konzepte verstanden. Wenn man die Breite der Definitionen betrachtet, scheint einer der entscheidenden Punkte zu sein, dass Radwege/Radfahrstreifen um eine zusätzliche physische Trennung erweitert/ergänzt werden. Daher verwende ich den Begriff für Radfahrstreifen/Radwege mit zusätzlicher physischer Trennung. Damit stehe ich nicht allein da. Die Webseite „People For Bikes“ definiert PBL so:

      Protected bike lanes have three key characteristics:

      Physical separation: Protected bike lanes have some sort of physical, stationary, vertical separation between moving motor vehicle traffic and the bike lane. Examples of vertical separation include plastic posts, bollards, curbs, planters, raised bumps or parked cars. Protected bike lanes can be at street level or raised, either to sidewalk level or a level in between street and sidewalk level. Paint alone does not create a protected bike lane.

      Exclusively for people on bikes: Protected bike lanes must define and allocate space exclusively for people on bikes, not shared with pedestrians or motorized traffic except for brief mixing zones where necessary and at intersections. If the designs are sidewalk level, there must be separate, identified space for people on bikes and people on foot in order for the facility to be considered a protected bike lane.

      On or adjacent to the roadway: Protected bike lanes are part of the street grid. In some instances, a protected lane may be separated from the road by landscaping or other features, but it runs parallel and proximate to the roadway. This distinguishes protected bike lanes from off-street pathways that follow waterways or rail corridors.

      Welcher der drei Punkte wird hier nicht erfüllt? Ich kann mir vorstelle, dass ihr meint, dass es nicht dem „Dutch Intersection Style“ entspricht. Das ist aber eine andere Sache und ich habe auch nie geschrieben, dass es eine Kreuzung sei, die dem entspricht, was aktuell in Deutschland als aktueller niederländischer Planungsstandard für Kreuzungen entspricht.

      Genauso wie ich bei einem Unfall auf Schutzstreifen, Schutzstreifen als Ort benennen würde, mache ich das auch bei PBL. Warum sollte ich das verschweigen?

      Die VHC-Fraktion sieht mit großer Sorge, dass ich Radwege nicht prinzipiell ablehne. So bekam ich die Tage eine E-Mail, in der angeklagt wurde, dass ich größte Freunde daran hätte, wenn Behörden Benutzungspflichten anordnen würden und ich allen in Rücken fallen würde, die sich für sicheres Fahren (= auf der Fahrbahn) einsetzen. Offensichtlich hinterlasse ich nicht bei allen den Eindruck, eine pathologische Feindschaft gegen Radwege zu haben.

      PBL wurden in die Diskussion eingebracht mit dem Versprechen, die Sicherheit deutlich zu steigern. Darf man danach fragen, ob sich das Versprechen erfüllt?

      Es ist eine rein quantitative Feststellung, dass sich auf die Gesamtbevölkerung bezogen, nur eine sehr kleine Gruppe kontinuierlich und mit Klarnamen im Internet für PBL einsetzt. Da kann man natürlich jetzt alles mögliche rein interpretieren. Einzige Intention war und ist die Einordnung, dass es keine Massenbewegung in der Bevölkerung ist.

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  • 10.08.2018 um 3:37
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    Die letzten drei Toten Radfahrenden in Münster (und zusätzlich einige SEHR schwer Verletzte) sind auch solchen Separations-Konstrukten zum Opfer gefallen.
    Auch mit der hier mal wieder angepriesenen Rotmarkierung.
    Gerade ältere Verkehrsteilnehmer (für die solche Konstrukte ja angeblich gebaut werden) haben da oft null Chancen.
    Aber egal, die Infrastruktur des ökologisch so vorbildlichen Trump-Landes ist ja jetzt! offenbar ‚best-practice‘ für – durchaus medienstarke – Teile der ‚Radlobby‘.
    Die vorbildlichen vollseparierten Niederlande hatten übrigens 2017 erstmals mehr unfalltote Radfahrende (206) als unfalltote Autofahrende (203).
    Auch wenn hier das Pseudonym ‚Peter Maier‘ mit peinlicher Oberlehrerattidüde schon mal versucht hat die Datenlage schönzurechnen ist die objektive Bilanz der Separationsführung bezüglich der Unfallgefahren nicht wirklich gut:
    https://radunfaelle.wordpress.com/vergleich-de-nl/
    Letztendlich sind das aber kontraproduktive Scheingefechte (es gibt auch genügend nicht separierende Länder mit schlechter Unfallbilanz), die das eigentliche Problem zurücktreten lassen:
    ES GIBT ZU VIEL AUTOVERKEHR UND ZU VIEL STRASSENGÜTERVERKEHR!
    Bzw. nicht ‚zu viel‘, sondern VIEL zu viel!

    Angesichts der realistischen Aussicht auf irreversible Tipping-points mit leider nicht mehr unrealistischen 6°C Klimaerwärmung sollte m.E. das im Zentrum stehen und auch ein zwingend notwendiges Benchmaring (Reduktion der MIV-Verkehrsleistung) darstellen.
    Es wäre Zeit zu überlegen welche sogenannten Radverkehrsförderungen zu einer ökologischen Verkehrswende beitragen können (Reduktion der MIV-Verkehrsleistung, NICHT ‚Radverkehrsanteil‘), und welche sogenannten Radvekehrsförderungen lediglich einen Steigbügelhalter für NOCH mehr motorisierten Strassenverkehr (Vekehrsleistung) darstellen.
    Gründliche Segregation der Verkehrsarten steht m.E. bei der Anbahnung des Automobilismus 4.0 ganz oben auf der Agenda.
    Nachhaltiger Biosprit, Teilen statt Besitzen, mehr Radwege für nachhaltigen Nahverkehr, nachhaltige eAutos, autonomes Carsharing, … die Autolobby ist durchaus kreativ, wenn es darum geht die weitere Expansion der Autopest mit professioneller PR unter die Leute zu bringen.
    Aber egal, wir haben ja jetzt! endlich ein Rezept:
    Poller, Poller, Poller, und auf jeden Fall ein separates Wegenetz das garantiert kein einziges Auto auch nur eine Sekunde ‚behindern‘ wird.
    *
    und nein, ich plädiere keineswegs grundsätzlich gegen separierte Radverkehrsführung, auch wenn es die „Rad braucht Radweg“ – Betonköpfe gern hineininterpretieren mögen.

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    • 16.08.2018 um 15:10
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      Am Freitag wird ein Ghost Bike aufgestellt. 19 Uhr ab Friedensplatz, 19:45 an der Unglücksstelle.

      Antwort
  • 16.08.2018 um 7:55
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    Norbert Paul hat recht, sich über PBL streiten bringt für die Sicherheit von Radfahrern wenig. Separierte Fahradwege sind cool wenn sie mich eine möglichst lange Strecke, kreuzungsfrei und schnell zur Arbeit oder sonstwohin bringen (Das ist ja wohl die Intention des vielgelobten RS1 Projekts). Außerdem mag ich separierte Radwege im Urlaub um durch Dünenfelder oder an Flüssen entlang zu fahren.
    Im Alltag, wenn ich zur Arbeit oder zum Einkaufen fahre, gibt es ohnehin kein „Dortunder Radwegenetz“ das ich nutzen könnte. Die Wegführungen sind regelmäßig undurchdacht oder einfach an den Notwendigkeiten des Autoverkehrs orientiert und häufig auch lebensgefährlich.
    Ganz nebenbei ist der bauliche Zustand der Radwege auch eher gruselig.
    Ich nehme ich mir meinen Platz als Verkehrsteilnehmer genau so, wie es Auto- Mofa- Moped- oder Motorradfahrer tun. Es wäre nur schön, wenn in allen Köpfen ankommen würde, das ich als Verkehrteilnehmer die gleichen Rechte habe wie alle anderen und nicht versucht wird mich von der Straße zu hupen.
    Ganz nebenbei feiert sich die Stadtverwaltung hier :https://www.agfs-nrw.de/mitglieder/dortmund.html für ihre „Fahrradfreundlichkeit“ … Bei mir löst eine Aktion wie „Mit dem Rad zum Bad“ nur Kopfschütteln aus, oder um es mit Heinz Erhard zu sagen: „Äußerlich bin ich ganz ruhig. Aber innerlich schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen“.

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