Mit dem E-Auto zum Bus – reale Einblicke in grüne Gedankenwelten

Ein Antrag in der BV Huckarde (Drucksache Nr. 11424-18) hinterlässt mal wieder Fragezeichen im Gesicht.

Die Fraktion der Bündnis 90/die Grünen beantragt hiermit die flächendeckende Installation bzw. Anbringung von 45 E-Ladepunkten vorrangig auf allen Schulparkplätzen (je zwei pro Schule), an allen öffentlichen Parkplätzen vor allem in der Nähe der Bus- und Bahnhaltestellen und an sonstigen öffentlichen/halböffentlichen Plätzen/Gebäuden.

Warum gerade auf Schulparkplätzen? Warum gerade an Bushaltestellen? Da läuft man doch hin oder nimmt höchstens das Rad. Mir fällt kein Grund ein, warum gerade an den Stellen unbedingt E-Ladesäulen nötig sind. Aber es steht ein E- vor dem Auto und das reicht bei den Grünen ja bekanntlich heute aus, damit das als Umweltschutz durchgeht. Wenn E-Autos sich wirklich durchsetzen, wird deren Reichweite so groß sein, dass Lehrer*innen damit problemlos zur Schule und zurück kommen.

Auch ein weiterer Antrag (Drucksache Nr. 11427-18) hinterlässt nicht nur angesichts der sprachlichen Holprigkeit Ratlosigkeit, da er es für sinnvoll erachtet, Radverkehr wortwörtlich an den Rand zu drängen.

Die Varzinerstraße, insbesondere Teilbereiche entlang der Bürgersteige am Rand der befahrenen Straße in der Nähe zum Bordstein teilweise durch Risse und Schlaglöcher (vor allem an Bushaltestellen) beschädigt sind und für viele Radfahrern ohne Gefahrensituationen nicht mehr befahren werden können, da die Unebenheiten und die Schlaglöcher Rutsch- und Sturzgefahr bedeuten. Dadurch müssen Radfahrer gezwungender Maßen mehr mittiger fahren, wodurch es oft zu gefährlichen Situationen mit Pkw- und Busfahrern kommt. Dadurch entstehen gefährliche Überholmanöver für die Pkw und Busfahrer, so dass zwangsläufig zu Geschwindigkeitsüberschreitungen in der 30-ger Zone kommt. Bei Frost-, Schnee- und Nässe wird es für alle Beteiligten noch gefährlicher!

Wieso muss man zwangsläufig die Höchstgeschwindigkeit überschreiten? Dann ist es nicht erlaubt. Und zwar völlig zu Recht.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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