TU Dortmund wird fahrradfreundlicher während der Einzelhandel in der City nicht an radfahrenden Kund*innen interessiert ist

(Foto: AStA TU Dortmund)

Nach der Ruhr-Universität Bochum hat nun auch die TU Dortmund eine kleine Fahrradservicestation als Ergänzung zu 1115 Stellplätzen auf dem Nordcampus und 166 auf dem Südcampus (inkl. Felgenbiegern). Der AStA der TU hat das Geld für diesen wichtigen Baustein einer fahrradfreundlichen Stadt bereitgestellt. Dort kann man nun 24/7 sein Rad aufpumpen oder – wie ich heute – eine Schraube festziehen (wenn es eine gängige Größe ist). Die Station ist leicht auf dem Campus zu finden und liegt auch für Studierende der FH Dortmund günstig.

(Foto: AStA TU Dortmund)
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Servicestation TU Dortmund

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: 51.493993, 7.417848

Während der AStA der TU Dortmund also zukunftsorientiert handelt, sieht die Lage bei der IHK und dem Cityring anders aus. Dort scheint man an radfahrenden Kund*innen nicht interessiert zu sein. Am 29. 5. wies ich beide auf das Netz der Service-Partner für Radfahrer*innen in Frankfurt hin.

Wäre das nicht auch was für dortmunder Händler und Gewerbetreibende, um sich von 08-15 Einkaufszentren auf der Grünen Wiese abzuheben, die sich einseitig auf Kunden ausrichten, für die man teure Stellplätze vorhalten muss? Auf dem Weg zu einer fahrradfreudlichen Stadt ohne durch parkende Autos verstellte Schaufenster und Staus müssen auch der Handel und andere Akteursgruppen aktiv werden. Die Stadt Dortmund macht ihre Hausaufgaben, in dem sie z. B. kontinuierlich mehr Fahrradbügel aufstellt. Die Bezirksvertretung Innenstadt West stellte kürzlich Geld bereit für die erste öffentlich 24/7-Luftpumpe am Rathaus. […] Es würde mich freuen, wenn der dortmunder Einzelhandel und das dortmunder Gewerbe dieses Best-Practice-Beispiel aufgreifen würden.

Inzwischen ist der Ruhrpark in Bochum weiter und die Luftpumpe gibt es am Rathaus bisher nicht, aber trotzdem ist es enttäuschend, dass ich erst auf eine Nachfrage hin, im Juli wenigstens vom Cityring die Antwort bekam, dass das Thema in den Vorstand solle. Seitdem hörte ich nichts mehr. Seitdem wurde die City mal wieder für Monate in einen Zustand der schweren Erreichbarkeit mit dem Fahrrad versetzt ohne dass IHK und Cityring dagegen protestiert haben. Und eine Fahrradwache für Radfahrer*innen in der City gibt es dieses Jahr auch nicht. Gegenüber VeloCityRuhr erläutert Carsten Elkmann, Radfahr- und Fußgängerbeauftragter der Stadt, dass sich für dieses Angebot kein geeigneter Platz finden lässt und dass eine Umsetzung nur möglich ist, wenn die Verbände sich engagieren. In Dortmund kauft man als Radfahrer*in wohl besser online ein. Immerhin: Am 17. 12. wird es wieder die Möglichkeit geben, sich ein Weihnachtsbaum mit dem Lastenrad liefern zu lassen beim Weihnachtsbaumverkauf an der Nicolaikirche.

 

Update 07. 06. 2017 16:53

Die Mittel für die Fahrradpumpe vor dem Rathaus sind in einem Unterhaltungsvertrag integriert, der sich aktuell in der Ausschreibung befindet.

Update 24. 04. 2018 2:34

Die Geschichte „geht weiter“.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

Ein Gedanke zu „TU Dortmund wird fahrradfreundlicher während der Einzelhandel in der City nicht an radfahrenden Kund*innen interessiert ist

  • 15.12.2016 um 10:53
    Permalink

    Man glaubt scheinbar überall das Autos Dinge einkaufen, dabei machen das Kunden die ins/zum Geschäft kommen. Zielgerichtet. Autos nutzen nur die Parkplätze, die sie erwischen können, egal vor welchem Geschäft.
    Wenn Autos das Anzeichen wären für „Hier wird viel gekauft“ dann wäre der Einzelhandel wohl reich. Ist er aber nicht. Sondern einfach nur das Geschäft, vor dem man parken kann.

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