Wegelagerei

Falls mal wieder jemand behauptet, europäische Verkehrskontrollen seien Wegelagerei, dem sei ein Blick in die USA empfohlen. Das SüddeutscheZeitungMagazin berichtet aktuell über die dortigen Zustände.

In 43 amerikanischen Staaten reicht ein bloßer Verdacht aus, damit Polizisten Privatbesitz beschlagnahmen dürfen, nicht nur Bargeld, sondern auch Häuser, Schmuck und Autos. Mit dem lukrativen Inkasso finanziert sich die Polizei Dinge, die sie sich sonst nicht leisten könnte. »Wir kaufen uns von dem Geld Sachen, die das Budget sonst nicht hergibt«, sagte zum Beispiel Polizeichef Ken Burton aus Missouri bei einer Anhörung. »Für uns ist das wie Geld, das vom Himmel fällt, und von dem wir uns Spielzeug kaufen können.« Aber natürlich fällt das Geld nicht vom Himmel, sondern wird in Wahrheit aus den Taschen von unbescholtenen Bürgern gezogen. Die Dimensionen der Wegelagerei sind so atemberaubend wie die Chuzpe der Highway-Räuber in Uniform.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er als Kooperationspartner von VeloCityRuhr über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

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