Jahr endet mit schwer verletzter Radfahrerin in Dortmund

Das Jahr 2015 endete in Dortmund an Sylvester mit einer schwer verletzten Radfahrerin, berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung. Es ist wieder mal ein Rechtsabbiegeunfall in Zusammenhang mit einem Radweg.

Zeugenangaben zufolge fuhr die 50-jährige Dortmunderin um 17.40 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem zur B 54 parallel verlaufenden Radweg in Richtung Hagen. Beim Überqueren der Ausfahrt Brünninghausen übersah sie aus bislang ungeklärter Ursache offenbar den 36-jährigen Dortmunder in seinem Ford. Dieser fuhr zur gleichen Zeit in die Ausfahrt ein und konnte einen Zusammenstoß mit der Radfahrerin nicht mehr verhindern. Ein Rettungswagen brachte die schwer verletzte 50-Jährige in ein Krankenhaus. […] Während der Unfallaufnahme musste die Ausfahrt Brünninghausen vorübergehend gesperrt werden.

Wenn ich die Stelle richtig zuordne (die Meldung ist da nicht eindeutig) und richtig vor Augen habe, führt der Radweg nach rechts, sodass man kaum eine Chance hat, von hinten kommende Autofahrer*innen zu sehen. Ob das eine der Stellen ist, wo man gegen die StVO-Grundregeln den Autoverkehr Vorrang einräumt, müsste man vor Ort prüfen.

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

6 Gedanken zu „Jahr endet mit schwer verletzter Radfahrerin in Dortmund

  • 01.01.2016 um 21:22
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    Zudem geht der Radweg leicht bergab, wodurch die Leitplanke die Sicht auf die Abbiegespur verdeckt. Es ist dort immer ein Rätselraten, ob dort jetzt jemand abbiegen will oder nicht.

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    • 01.01.2016 um 21:50
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      Weißt du auswendig, ob da ein Vorfahrt gewähren-Schild für den Radverkehr dort steht?

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          • 03.01.2016 um 21:35
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            Habe ich auch so in Erinnerung, halte ich aber für den denkbar ungeeignetsten Ort für ein Diskussion über Zeichen 205. Das ist de facto eine Autobahnausfahrt (Tempo 100 oder offiziell 80 und tatsächlich 100) mit schlechter Sichtbeziehung und Kurvenradien, die völlig ungeeignet sind, die Geschwindigkeit der heranschießenden Kfz angemessen zu reduzieren. Die übrigen Abfahrten sind überwiegend ähnlich problematisch. Selbst wenn du für einen zweistelligen Millionenbetrag (das wären auf aktuellem Niveau die Radverkehrsmittel für Jahrzehnte) alle Abfahrten komplett umbaust (inkonsistente Lösungen mal mit, mal ohne Z. 205 können nicht sicher sein), um Kurvenradien und Sichtbeziehungen ganz grundlegend zu verbessern, hast du ohne Z.205 für Radler wahrscheinlich immer noch mehr Unfälle als mit, weil Kfz-Fahrer, die in Gedanken noch auf der Autobahn sind, nicht in jedem Fall den Vorrang des Radverkehrs beachten werden. Entfernung von 205 ohne grundlegenden Umbau wäre eine Katastrophe.

            Pragmatische Lösung wäre hier, 205 zu akzeptieren, die Sichthindernisse zu entschärfen und die Geschwindigkeit der Ausfahrer durch kleinere Maßnahmen wie Rüttelstrecken und durch Platikpoller verengte Kurvenradien so zu reduzieren, dass man 205 beachten kann, ohne eine Pirouette zu drehen. Natürlich wäre eine solche pragmatische Lösung an dieser Stelle leichter zu schlucken, wenn es nicht diese systematische Benachteiligung des Radverkehrs an anderen Stellen gäbe, an denen sie völlig unnötig ist (z.B. Zeichen 205: http://tinyurl.com/za9hm9g oder z.B. inakzeptable Wartezeiten an der neuen Ampel am Rüpingsbach: http://tinyurl.com/zvz366j ).

            Seltsame Beobachtung: Dort wäre Geisterradeln sicherer!

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            • 03.01.2016 um 22:55
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              An der B1 lassen einen > 50% der Autofahrer trotzdem vor, aber das ist dann durch die Bebauung doch anders. Muss ich nochmal drüber nachdenken.

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