Planbefahrung: Ausbau B 54 und B 236 in Lünen

An der nächsten Kreuzung mit den Straßen An der Werthmarheide/Hönninghauser Straße, wird es aktuell knifflig. Einfach geradeaus geht es für Rad- und Fußverkehr nicht. Man muss entweder nach links zur Ampel oder rechts zum abgesenkten Bordstein.

(Foto: Norbert Paul)
(Foto: Norbert Paul)

Die Erreichbarkeit der Straßen An der Werthmarheide von dem Geh- und Radweg ist aktuell nicht wirklich gut für den Rad- und Fußverkehr.

(Foto: Norbert Paul)

Eine Verbesserung der Situation in dieser Hinsicht ist nicht geplant im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens (hätte wir die Pläne doch mal rechtzeitig gesehen … :-(). Wie man sieht, ist die Straße (in der Karte links), weiterhin wie heute zu erreichen und damit nicht direkt und bequem.

(Auszug aus der Anlage der Drucksache Nr. 01944-15 der Stadt Dortmund mit eingezeichneten Fahrwegen)

Nach dem Plan muss man mit dem Rad (rote Linie) aus Richtung Brechten kommend mittels eine Mittelinsel über die Hönninghauser Straße um dann die Dortmunder Straße wieder mittels Mittelinsel (nur 2,50 Meter Breite) zu queren um dann wieder ein paar Meter zurück zu fahren. An jeder der Mittelinseln muss man potenziell warten (Kraftverkehr: eine Ampel, Rad- und Fußverkehr vier Ampeln). Die Mittelinseln sind zudem viel zu kurz, wenn man einen Hänger am Rad hat oder ein Kind im Add-Bike dabei hat. Aus Richtung Lünen ist es ein wenig besser, weil man weniger Ampeln überqueren muss. Ganz unklar ist, wie der Radverkehr aus der Straße Richtung Lünen geführt werden soll. Es ist zu befürchten, dass man bei Grün ankommt, warten muss, die Straße An der Werthmarheide in zwei Ampelphasen überqueren muss und dann muss man nochmal in zwei Ampelphasen die B 54 überqueren. Die Probleme treffen auch auf den queren Radverkehr und den Radverkehr zu, der direkt auf die durchgehende Verbindung ohne Anlieger möchte. Für den Fußverkehr ist die Lage genauso abschreckend.

Eine kleinere Verbesserung ist, dass man nun fast – aber eben nicht ganz – gerade die Kreuzung queren kann. Wir sind uns nicht sicher, ob der Geh- und Radweg schon soweit zurück gesetzt ist, dass er aus Sicht abbiegener Kfz wie eine querende Straße ist oder doch noch mitten im komplexen Abbiegevorgang beim Beschleunigen den Fahrweg der Kfz kreuzt. Das die Ampel versetzt wird, ist aufgrund der zusätzlichen Fahrspuren notwendig. Ob sie ansonsten auch versetzt werden würde? An der Stelle sei angemerkt, dass in den Plänen die Ampeln nicht explizit vermerkt sind. Es gibt aber keinen Grund, anzunehmen, dass auf Ampeln verzichtet wird.

Nach der Kreuzung trennt aktuell ein breiter Grünstreifen die Fahrbahnen und den breiten und gut befahrbaren Wirtschaftsweg.

(Foto: Norbert Paul)
(Foto: Norbert Paul)
(Foto: Norbert Paul)
(Foto: Norbert Paul)

Der schöne breite Trennstreifen wird wohl deutlich schmaler werden.

Auszug aus der Anlage der Drucksache Nr. 01944-15 der Stadt Dortmund
(Auszug aus der Anlage der Drucksache Nr. 01944-15 der Stadt Dortmund)

Auf der südöstlichen Fahrbahn (im Auszug rechts) sieht man unter der Fahrbahn das Symbol für die Böschung im Grünstreifen. Die Schutzwirkung des Streifens leidet also. Insbesondere wird hier der Kfz-Verkehr in Zukunft Radfahrer*innen blenden.

Am Ende des Abschnittes muss man sich links halten. Es fehlt aktuell aber an einer – auch im Dunkeln – eindeutigen Leitung des Radverkehrs. Notwendige Verbesserungen sind zu detailliert für ein Planfeststellungsverfahren.

(Foto: Norbert Paul)
(Foto: Norbert Paul)

Norbert Paul

Norbert Paul ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

3 Gedanken zu „Planbefahrung: Ausbau B 54 und B 236 in Lünen

  • 22.12.2015 um 15:27
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    Auch wenn das hier nicht angezeigt wird, den Beitrag haben Norbert Paul und Fabian Menke zusammen ausgearbeitet.

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  • 16.03.2019 um 17:16
    Permalink

    Die Lage ist und bleibt für alle Verkehrsteilnehmer diffizil und unbefriedigend, mMn gibt es zu viele Schwierigkeiten auf dem gesamten Abschnitt. Was hinzukommt, das nicht untersuchte Nadelöhr (einspurig) über die Eisenbahnbrücke vor dem Abzweig in die Kupferstrasse rechts. Selbst wenn auf dem beschriebenen Teilstück der Autoverkehr flüssiger werden sollte, durch zwei Fahrspuren, wird der Verkehr vor der Eisenbahnbrücke komplett wieder ausgebremst, da über 80% der Kraftwagen über die Brücke wollen/rollen, jedoch nur weniger als 20% in die Kupferstrasse abbiegen. Es wird spätestens da wieder den Supergaustau geben, da vor der Ampel fast doppelt so viele Autos ankommen wie bisher, was dort alle Vorteile zunichte macht. Sorry, habe zu wenig den Radverkehr thematisiert! Den „Teufel mit Beelzebub austreiben“ bringt absolut nichts. Auch wenn die Gesamtsituation jetzt unbefriedigend ist, ist mein Vorschlag: Lasst es so wie es ist!! Alle sind bisher einigermaßen klargekommen und kennen die Situation und die ein/zwei Stunden nachmittags zähfließender Verkehr aus Richtung Dortmund, was solls, er löst sich wieder auf und Vorteil für die Radfahrer, die sich auf diese Kilometer noch trauen: Der Autoverkehr kann sich durchschnittlich weiterhin nur mit ca. max. 30 km/h fortbewegen, was die Unfallhäufigkeit, auch mit Radfahrern, deutlich! minimiert. Und: Alle Planspiele gut und schön – Prognosen sagen bis 2025/2030 eine Steigerung des Verkehrs bis 40% voraus, und wenn es mit den gewöhnungsbedürftigen E-bikes so weitergeht, dann Prost Mahlzeit!

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  • 02.04.2019 um 8:27
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    Zur Planung kann ich nicht viel sagen – außer, dass sie mir nicht gefällt. ;)

    nicht gerade radverkehrsfreundlich, denn es gibt nur Seitenstreifen, auf denen zudem östlich von Brechten LKW geparkt werden. Bei der Ortsbefahrung bestand für den VeloCityRuhr-Experten mehrfach Lebensgefahr aufgrund mit hoher Geschwindigkeit dicht an ihm vorbei beschleunigten Stahl-Elektro-Konglomerate.

    Also ich würde mich über derartige Seitenstreifen freuen; allein schon deshalb, weil er mir einen mich benachteiligenden, straßenbegleitenden Schrott erspart, wie er hier ja teils schon vorhanden ist und noch verschlimmert werden soll. Das fängt ja schon damit an, dass man das Wegelchen legal gar nicht erreichen kann, selbst wenn man wollte. Man verkompliziert wieder einfache Prinzipien und „löst“ sie zu Lasten des Radfahrers. Mit der Schaffung zusätzlicher Konfliktpunkte. Und der freut sich noch drüber, weil „sicherer“…

    Und warum man hier in diesem Artikel die „Lebensgefahr“ beschwören muss, der man angeblich beim Fahren auf Straßen außerorts ständig ausgesetzt wäre, kann ich nicht nachvollziehen? Ebenso wenig, warum man Radfahrer, die da fahren als „mutig“ bezeichnen muss? Das scheint mir wieder ein Euphemismus für „lebensmüde“ zu sein…!? :P

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