20. Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer

Auf den heutigen Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer möchte ich mit der Presseerklärung von FUSS e. V. hinweisen. Er wurde 1995 durch die UN-Generalversammlung angeregt durch die WHO und die Weltbank ins Leben gerufen und am dritten Sonntag im November begangen.

Am Sonntag, den 15. November erinnert der Fachverband
Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. anlässlich des UNO-„Weltgedenktag
für die Straßenverkehrsopfer“ an die Verunglückten und ihre
Angehörigen. Gleichzeitig macht der Verband darauf aufmerksam, dass
bei der Erfassung von Unfallopfern immer noch nicht die notwendige
Differenzierung zwischen Schwerverletzen und Schwerstverletzten
vorgenommen wird. Eine solche Unterscheidung würde die Planung und
Bewertung von Maßnahmen hinsichtlich ihrer Sicherheit verbessern,
besonderen Handlungsbedarf aufzeigen und die Dimension der immensen
Folgen von Unfällen verdeutlichen.
Im letzten Jahr starben innerorts in Deutschland insgesamt 983
Menschen in Folge von Verkehrsunfällen. Vier von zehn dieser
Unfallopfer waren Fußgänger. Die Hälfte der als Fußgänger tödlich
verunglückten Personen wiederum waren Senioren über 65 Jahre, wie
die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Angesichts des
demografischen Wandels muss allein aufgrund der Alterung der
Bevölkerung Deutschlands von mehr Verkehrstoten in Zukunft
ausgegangen werden, insbesondere bei den unmotorisierten
Fortbewegungsarten.
Was man allerdings den offiziellen Daten nicht entnehmen kann, ist
die Anzahl der „Schwerstverletzten“. Diese Gruppe wird noch nicht
statistisch gesondert erhoben, sondern fließt in die Gruppe der
Schwerverletzen ein. Da man bereits mit einem stationären
Krankenhausaufenthalt von 24 Stunden als schwerverletzt gilt, wird
so die Unterscheidung zu schwerstverletzten Opfern mit
Langzeitschäden unmöglich. „Neben dem unbeachteten individuellen
Leid der schwerstverletzten Unfallopfer verschwindet auf diese Weise
eine ganze Betroffenengruppe aus dem Blickfeld“, so Stefan Lieb,
Sprecher von FUSS e.V.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund. Er ist per PGP-Schlüssel erreichbar (Testphase) über die E-Mail-Adresse norbert.paul@velocityruhr.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.