Linke/Piraten fragen nach, was Stadt gegen tödliche Radunfälle macht

In der nächsten Sitzung des Ausschuss für Bauen, Verkehr und Grün bringt in Dortmund die Fraktion Die Linke & Piraten einen sinnvollen Vorschlag zur Tagesordnung ein nach dem Unfall, für den Ende des Jahres ein Ghost Bike aufgestellt wurde:

Immer wieder ereignen sich schwere Verkehrsunfälle in Dortmund, zuletzt ein besonders tragischer im Bereich Mallinckrodt-/Leopoldstraße. Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:

1) Welche Unfallschwerpunkte unter Beteiligung von wie vielen verletzten oder getöteten Radfahrern sind der Verwaltung aktuell bekannt? Welche Entwicklung ist dort in den vergangenen Jahren zu verzeichnen?

2) Welche Unfallschwerpunkte unter Beteiligung von wie vielen verletzten oder getöteten Kindern sind der Verwaltung aktuell bekannt? Welche Entwicklung ist dort in den vergangenen Jahren zu verzeichnen?

3) Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung zur Verbesserung der Situation an den Verkehrsunfallschwerpunkten?

4) Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung zur Vermeidung der Bildung neuer Verkehrsunfallschwerpunkte?

5) Welche Maßnahmen sind in der Vergangenheit getroffen worden und was haben sie bewirkt?

Wir bitten darum, die Antworten auch den Mitgliedern der Bezirksvertretungen zur Kenntnis zu geben.

Insbesondere die beiden letzten Fragen finde ich interessant, rechne aber bei der Stadt Dortmund mit einer ausweichenden Antwort. Wir sind ja nicht Bochum. Und zeitnah wird da auch nichts kommen. Aber ich habe nichts dagegen, mit der Prognose Unrecht zu haben. :-)

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

Ein Gedanke zu „Linke/Piraten fragen nach, was Stadt gegen tödliche Radunfälle macht

  • 28.01.2018 um 11:02
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    Wer nach Unfallschwerpunkten fragt, hat schon verloren. Die Verkehrsplaner interessieren sich nicht für Unfälle; das ist Sache der Polizei. Daher wird die Anfrage wohl an die Polizei weitergereicht. Unfallschwerpunkt ist ein festgelegter Begriff für eine bestimmte Anzahl von Unfällen mit Verletzten auf einem 200m Streckenabschnitt innerhalb von drei Jahren. Der Haken an der Sache ist: Sie müssen vom gleichen Unfalltyp sein,was in den meisten Fällen nicht gegeben ist. Die Antwort wird daher sein, dass die benannten Stellen alles keine Unfallschwerpunkte sind und man daher nichts verändern muss. Es ist immer besser nach Konfliktkreuzungen und tatsäch stattgefunden Unfällen zu fragen und den Begriff „Unfallschwerpunkt“ zu vermeiden.

    Lesenswert ist auch: https://adfc-blog.de/2017/10/was-ist-eine-unfallschwerpunkt-im-land-nrw/

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