Zweites Ghost Bike in Dortmund aufgestellt

Am Mittwoch ist ein 11-jähriger Junge nach einem Unfall verunglückt, als er auf seinem Rad von einem LKW-Fahrer erfasst wurde. Wir berichteten. Da das Ermittlungsverfahren noch läuft, kann die Polizei aktuell noch kein Angaben dazu machen, ob es ein Fehlverhalten bei den Unfallbeteiligten gab, so Polizei-Pressesprecher Sven Schönberg gegenüber VeloCityRuhr.Net. Heute nahmen etwa 40 Menschen an der Aufstellung des Ghost Bikes teil. Dies war das zweite Ghost Bike, dass dieses Jahr in Dortmund aufgestellt wurde, weil ein Radfahrer an den Folgen von Unfällen starben, die andere verursacht haben. Das erste Rad wurde an der Rüschebrinkstraße aufgestellt.

Zwei weitere Radfahrer verstarben dieses Jahr in Folge von Alleinunfällen. Am 16. Juli verunglückte ein Radfahrer auf einem nicht freigeben Gehweg. Wir berichtetenAm 26. August befuhr ein 34-jähriger Radfahrer den Schutzstreifen in Höhe des Hauses Deutsche Straße 40 und stürzte ohne Fremdeinwirkung.

Auch zwei andere Kinder sind in diesem Jahr bereits auf Dortmunder Straßen gestorben. Am 12. März wurde ein 12-jähriges Mädchen bei einem Verkehrsunfall in der Königsheide in Mengede lebensgefährlich verletzt. Das Kind verstarb an den Unfallfolgen, so Schönberg. Am 20. Juni verstarb ein 6-jähriges Mädchen nach einem Verkehrsunfall am Vogelpothsweg.

Treffpunkt für eine kurze Gedenk-Radtour war am Rathaus auf dem Friedensplatz.

(Foto: VeloCityRuhr)

Vor Ort gab es eine kurze Ansprache, nachdem das Rad an seinem Ort angebracht und ein Schild montiert worden war.

(Foto: VeloCityRuhr)

Das Ghost Bike steht nun gut sichtbar an der Kreuzung. Nach der Aufstellung gab es erste Fragen von Passanten. Auch als ich am Vortag an der Unglücksstelle war, wurde ich angesprochen. Alle Einwohner*innen scheinen dort einer Meinung zu sein: Der viele Verkehr ist gefährlich.

(Foto: VeloCityRuhr)

Weitere Bilder des Ghost Bikes kann man sich in der Pressemitteilung zur Aufstellung anschauen. Eine Baumscheibe neben dem Ghost Bike gibt es bereits eine kleine Gedenkstelle.

(Foto: VeloCityRuhr)
(Foto: VeloCityRuhr)

Update 08. 12. 2017 12:02

Auf unsere Anfrage, ob es bzgl. der beiden tödlichen Alleinunfälle der Radfahrer inzwischen Erkenntnisse zu den Unfallursachen gibt, hat die Polizei nicht geantwortet.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung.

Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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