Planung und Nutzererfahrung – Drängelgitter

Radfahrer wissen es schon länger: Nichts ist nutzloser und lästiger als Drängelgitter. Es ist die stahlgewordene Unterstellung, dass Radfahrer an einer in der Regel fiktiven Gefahrenstelle vorsorglich den KFZ-Verkehr nicht durch Unfälle stören sollen. Der Bund der Steuerzahler sollte diese Art der Geldverschwendung dringend sanktionieren. In Bochum sieht man die planerische Ignoranz an dieser Stelle an einem Geh-und Radweg perfekt: Sämtliche Nutzer, egal ob zu Fuß, mit dem Hund oder auf dem Rad, umgehen den Stahlschrott  der autogerechten Stadt.  Statt organischer Wege hat man einmal rechtwinklige Zugänge angelegt. Die Folge sind klassische „Trampelfpade“, das entstehen der echten benötigten Wege. Die Stadt Kopenhagen nutzt diese „Desire lines“ übrigens an vielen Stellen als Möglichkeit zur Optimierung. Die dümmliche Reaktion von deutschen Verwaltung zur „Gefahrenabwehr“ erfolgt dann meistens in Form unbeleuchteter Felsen, die als neue Blokade aufgebaut werden und eben nicht durch bessere Wegeverbindungen. Dabei nutzt kein Mensch nutzt gerne 90° Grad Winkel in Wegen.

Das Gitter steht frei auf dem Weg und sorgt nur dafür, dass NutzerInnen von Kinderwagen sich die Füße dreckig machen. Wann werden diese Gitter in den AGFS-Städten eigentlich endlich verboten?

Simon Knur

Planer, Falt- und Liegeradfahrer aus dem Sauerland, wegen der Liebe und dem Job im Ruhrgebiet. Seit 2012 bei VCR und beruflich unterwegs zu den Themen Infrastruktur, Abwasser, Klimaschutz und Klimaanpassung. Blogge mit dem lokalen Schwerpunkt Essen, Radschnellweg und Radkultur.

15 Gedanken zu „Planung und Nutzererfahrung – Drängelgitter

  • 05.05.2017 um 22:32
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    Wo steht diese Sperre? Es wurde schonmal ein Großteil der noch vorhandenen Sperren geprüft, die meisten sollen abgebaut oder so umgebaut werden, dass sie nur noch Indikatorwirkung haben. Wenn die hier nicht sowieso schon auf der Liste steht, kommt sie mit drauf.

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    • 05.05.2017 um 23:18
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      Ich tippe auf Darpestraße Abfahrt Erzbahntrasse.

      Was meinst du mit Indikatorwirkung?

      Es wurde schonmal ein Großteil der noch vorhandenen Sperren geprüft, die meisten sollen abgebaut oder so umgebaut werden

      Vorbildlich!

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      • 06.05.2017 um 8:24
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        Mit „Indikatorwirkung“ (hm, habe ich mir das Wort jetzt selber ausgedacht?) meine ich, dass z.B. durch nur noch ein verbleibendes Element nur noch ersichtlich wird, dass irgendeine besondere Situation auf den Radfahrenden zukommt. In Hattingen gibt es auf dem Ruhrtalradweg z.B. eine vollständige Umlaufsperre, die aber mittlerweile so sehr verbreitert ist, dass man – wenn man das kennt und kann – sehr zügig durchfahren kann. Für alle Neuen ist das der Hinweis, dass hier irgendwas passiert. An der beschriebenen Stelle fängt ein Campingplatz an.

        Teils bleibt wohl auch ein Element stehen um Konfliktpunkte von Fuß- und Radverkehr zu entschärfen. Also beispielsweise an uneinsehbaren Ecken.

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        • 06.05.2017 um 11:05
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          Ich muss ja auch nicht alle Begriffe kennen … Also am Ende die gleiche Funktion wie Blumenkübel und Baumscheiben in Tempo 30-Zonen. Fände ich natürlich schöner als Umlaufschranken.

          Schon vor Jahren hatte ich schon mal über die Möglichkeit geschrieben, die Probleme zu entschärfen:

          https://adfc-blog.de/2014/04/umlaufschranken/

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        • 07.05.2017 um 11:12
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          Nix was man durch Gestaltung und Farbe nicht besser lösen könnte. ;-)

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          • 07.05.2017 um 13:13
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            Ich dachte durch Farbe kann man keinen Auto abhalten, auf die Radinfrastruktur zu kommen^^.

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            • 07.05.2017 um 18:31
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              Die Sperren richten sich historisch gesehen meistens gegen Motorräder und Mofas…

              Antwort
              • 07.05.2017 um 19:10
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                … und heute stellen RVR und Emschergenossenschaft die gegen Autos auf.

                Antwort
          • 07.05.2017 um 14:08
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            In Weil am Rhein hat man gegen abkürzende Autos statt einer amtlichem Umlaufschranke es nun erst einmal so probiert:

            Antwort
            • 07.05.2017 um 23:58
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              Der Sockel ist eine grandiose Schnapsidee, nur eine Frage der Zeit, bis da jemand hängen bleibt und sich lang macht. Da ist eine Umlaufsperre ja fast noch die weniger schlechte Lösung, die kann man wenigstens nicht übersehen. Besser: Sockel weg und ggf. Pfosten enger. In vielen Fällen wäre es ohnehin besser, erst einmal abzuwarten, ob es überhaupt zu massenhaftem Kfz-Missbrauch kommt, bevor man Hindernisse aufbaut.

              Antwort
              • 08.05.2017 um 0:40
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                Der Weg ist vor ein paar Jahren gebaut worden. Er ist *googlegoogle* als Lückenschluss für Pendler geplant im Radverkehrskonzept der Stadt. (S. 56)

                Lp1* Pendlerroute „Basel/Otterbach – Haltingen“ in Höhe der Bibliothek Dieser Streckenabschnitt wird im Jahr 2014 hergestellt.

                Ich habe ihn auch schon vor einigen Jahren dort gesehen und zwar ohne die Einschränkungen. Ich meine, dass diese Verengung erst dieses Jahr da war. Die Tage las ich auch in der VeloPost 1/2017 dazu (S. 9):

                Der Radweg auf Höhe der Stadtbibliothek in Weil am Rhein ist verengt worden: Um die Durchfahrt von Autos zu verhindern, wurden zwei Barken mit rotweiß
                schraffierten Steinen angebracht. Garantiert keine Autos dort: Das nützt dem Radler durchaus. Allerdings ist diese Gewissheit erkauft damit, dass der Radweg merklich
                schmäler ist – ein Engpass, der Risiken birgt.

                Den Sockel finde ich auch komisch.

                Antwort
    • 07.05.2017 um 11:12
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      Norbert hat Recht, Abfahrt Erzbahn Darpestraße…

      ;-)
      51.487727 7.1814863,603m

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