Paketauslieferung mit dem Lastenrad in Siegen

Im südlichen Ruhrgebiet in Städten wie Hagen, Herdecke oder Wetter wird gerne die Steigung angeführt als Grund, warum man nicht Fahrrad fahren könne und warum man erst Recht keine Lastenräder einsetzen könne. In Siegen zeigt der Logistik-Unternehmer Timo Gieseler inzwischen, dass es doch geht, zumindest in Teilen der Stadt, schließlich gibt es auch in Siegen nicht nur steile Straßen. Bis zu  150 private und gewerbliche Kunden beliefert dort täglich ein Boote mit dem Lastentenrad, in der Weihnachtszeit auch mal 200. Ein Laster dient aktuell als Hub für die umweltfreundliche Lieferung auf der letzten Meile. In Zukunft sollen die Räder vor Ort deponiert werden, die ihre Pakete aus Mikrodepots holen, die von ihren Kollegen befüllt werden. Die Westfalenpost berichtet:

[Der Fahrer] rollt jeden Morgen gegen 9 Uhr mit dem Rad aus dem Lieferwagen, Pakete mit rund 250 Kilo Gewicht im Gepäck, die er verteilt. Dann kehrt er zurück zum geparkten Wagen, lädt das Fahrrad voll und fährt wieder los. 90 Minuten braucht er pro Tour, vier bis fünf sind es am Tag, gegen 16 Uhr ist Feierabend und [… der Fahrer] hat rund eine Tonne Pakete ausgeliefert. […] Zwei Wechselakkus hat er dabei, die über Nacht in der Gieseler-Zentrale auf der Freudenberger Wilhelmshöhe aufgeladen werden. Morgens wird sortiert, beladen, dann geht’s Richtung Siegen. die wenigste Zeit verbringen sie im Wagen: Parkplatz suchen, weite Wege mit der Sackkarre zurücklegen, vor Ampeln oder im Stau warten – entfällt alles.

Seit Anfang des Monats ist ein weiteres Lastenrad im Einsatz in Siegen-Geisweid.

Wer also sich über falschparkende Lieferwagen auf Geh- und Radwegen aufregt und ein Päckchen nach Siegen schickt, sollte das Paket mit UPS schicken, für die Gieseler unterwegs ist. UPS ist auch das Unternehmen, dass in Herne Lastenräder für die Paketzustellung  ud in Schwerte nutzt.

 

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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