Erklärschild in Bochum

Gelegentlich bin ich hier schon auf Erklärschilder eingegangen. Grundsätzlich sollte der Straßenraum ohne zusätzliche Erklärungen funktionieren. Bei Änderungen oder sehr speziellen Lösungen können die aber auch mal nötig sein. Auch temporäre Erinnerungen halte ich bei Bedarf für eine sinnvolle Lösung. So hat in Burgdorf, so die Stadtverwaltung auf Anfrage hin, die Region Hannover an mehreren  Stellen s. g. Drips aufgestellt um auf die richtige Benutzung der Fahrradschutzstreifen hinzuweisen. Diese mobilen Anzeigetafeln haben im Stadtteil Ehlershausen , so berichtet der NDR, aber nichts gebracht. Erfolgreicher ist ein Erklärschild in Bochum, berichtet der bochumer Nahmobilitätsbeauftragte Matthias Olschowy im Gespräch mit VeloCityRuhr.

(Foto: Stadt Bochum)

In Natura sieht das dann so aus:

(Foto: Stadt Bochum/Matthias Olschowy)

Das Schild zeigt, wie man korrekt auf der Fahrbahn durch die Einbahnstraße fährt. In die Gegenrichtung gibt es einen Radweg und daneben darf geparkt werden.

(Foto: Stadt Bochum/Matthias Olschowy)
(Foto: Stadt Bochum/Matthias Olschowy)

Aus der Gegenrichtung sieht der Radweg so aus mit all seinen Problemen als schmaler Radweg in so einer Straße. Es wird deutlich, warum hier Geisterradfahrer*innen ein großes Problem bereiten.

(Foto: Stadt Bochum/Matthias Olschowy)

Eine Situation, wie es sie z. B. auch in Dortmund in der Kaiserstraße gibt, die auch eine innenstadtnahe von vielen Geschäften gesäumte Einbahnstraße ist. Dort hat die Stadt Dortmund bisher das Problem nicht in den Griff bekommen, trotz zusätzlicher Schilder und weigert sich seit Jahren, Erklärschilder aufzuhängen, wie ein Anwohner fordert.

Jedoch musste auch die Stadt Bochum hier noch ein Detail im Umfeld anpassen. bevor die Beschwerden über Geisterradfahrer*inne aufhörten.

Das Schild wurde von einigen Personen wohl doch so interpretiert, dass man auf dem Radweg  fahren sollte. Da wurden die Position der Pfeile für ausschlaggebend angesehen. So lernt man, dass fast alles wichtig ist, fast alles fehlinterpretiert werden kann.

Die Lösung war am Ende sehr einfach. Es wurde ein übergroßer und nicht den Richtlinien entsprechender Pfeil manuell vor Ort von Hand gestaltet. So kann man ihn nicht übersehen, weiß der Radfahrer. Auch der erste Richtungspfeil auf dem Radweg selbst ist noch größer markiert. Bei einer Neugestaltung der Straße wäre das keine akzeptable Lösung. Im Bestand hat Bochum hier gezeigt, wie man etwas für mehr Regelkenntnis und -einhaltung tun kann auch bei problematischen Bestandssituationen. Außerdem zeigt sich hier, dass man genau gucken muss, wie eine Änderung wirkt und das man notfalls nachsteuern muss, wenn Unerwartetes passiert.

(Foto: Stadt Bochum/Lutz Leitmann)

(Foto: Stadt Bochum/Lutz Leitmann)

(Foto: Stadt Bochum/Matthias Olschowy)

(Foto: Stadt Bochum/Matthias Olschowy)
(Foto: Stadt Bochum/Matthias Olschowy)

Ich kann mir vorstellen, dass dieser Ansatz besser funktioniert, als Geisterradlerpiktogramme. In Freiburg sah ich einige davon und ich sah trotzdem massig Geisterradler*innen. Geisteradlerpiktogramm fokussieren auf den Fehler und erfordern, dass man selber darauf kommt, was richtig ist. Hier wird einfach gesagt: So ist es richtig.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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