Radroutenplaner NRW überarbeitet

(Bild: Screenshot radroutenplaner.nrw.de)

Der etwas in die Jahre gekommen Radrouten-Planer NRW ist nun überarbeitet worden. Im Dezember ist die Routingoption »Knotenpunktnetz bevorzugen« und neue Themenrouten und weitere lokale Netze hinzugekommen. Jedoch gibt es keine Garantie, dass die 15.995 km des landesweiten Radverkehrsnetz, die 12.764 km Themenroute und 7.368 km lokale Radnetze wirklich aktuell sind. Das zuständige Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen erläutert gegenüber VeloCityRuhr.Net

Das Land NRW bittet die Kommunen (StVO- Behörden) im Rahmen der „Hinweise zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr- HBR NRW“ um umgehende Mitteilungen bei Änderungen in der wegweisenden Beschilderung. Eine kommunale Pflicht besteht hierfür nicht, soweit es sich um Schilder in der Baulast der Kommune (Kreis) handelt.

Das Ministerium ist der Ansicht, dass die Datenbestände im Allgemeinen gut gepflegt sind.

Durch das Mängelmeldesystem unter www.radverkehrsnetz.nrw.de nehmen insbesondere viele Bürger die Gelegenheit war, um den Landesbetrieb Straßenbau NRW auf Mängel im Wegweisungssystem hinzuweisen. Diese Meldungen werden an die Kommunen weitergeleitet. Daneben haben viele Kommunen erkannt wie wichtig eine funktionierende Wegweisung für den Radverkehr ist. Insbesondere bei touristisch interessanten Routen.

Ein Schnelltest für Dortmund ergab, dass die schon länger zurückliegenden Änderungen zwischen Dorstfeld und Barop bisher nicht eingearbeitet sind. Auch ansonsten sind die Daten aus Dortmund zweifelhafter Qualität. Den gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der B1 erkennt der Radroutenplaner, aber bei der Stadt Dortmund hat ihn keiner eingetragen für den Layer zur Darstellung der Radverkehrsanlage.

Im Februar sind nun ein responsives Design und weitere neue Funktionen dazu gekommen.

Der Radroutenplaner wurde grundlegend überarbeitet, damit er auch mit Tablet oder Smartphone angezeigt und bedient werden kann. Mit der Änderung der Nutzeroberfläche ist eine Reihe von neuen Funktionalitäten und Inhalten umgesetzt, so z.B.

  • Anzeigemöglichkeit verschiedener Hintergrundkarten
  • Vertauschen von Start-, Ziel-, Zwischenpunkt-Textfeldern durch Ziehen mit der Maus
  • Anzeige einer Liste mit allen Routen im momentanen Kartenausschnitt
  • Anzeige einer Liste mit allen Punktsymbolen im momentanen Kartenausschnitt

Die letzten beiden Funktionen konnte ich nicht finden. Der Fortschritt gegenüber dem alten Design, dass man noch auf der Katasterseite sehen kann, ist erkennbar. So kann man als Hintergrundkarte nun Openstreetmap einbinden, dem aktuellen Standard für aktuelle Onlinekarten. Innovatives findet man aber nicht wie es bei radlkarte.info des Bundesland Salzburg letztes Jahr der Fall war.  Interessant könnte die »Bike+Ride-Routing«-Funktion sein, die für das Frühjahr angekündigt ist.

Ich vermisse die Möglichkeit, die Hintergrundkarten in ihrer Dominanz zurückzunehmen, um die Routen besser erkennen zu können. Es fehlt auch noch an der Option, nur bestimmte Kategorien, wie die NRW-Alltagswegweisung einblenden zu können. Dabei sollte auch Abschied davon genommen werden, darzustellen, ob die Wegweiser nun vom Land oder der Kommune kommen. Für die Nutzung ist das nur verwirrend.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

2 Gedanken zu „Radroutenplaner NRW überarbeitet

  • 07.03.2017 um 1:47
    Permalink

    Ich fände es gut, wenn sich die ‚Radwegenetz-Planenden‘ mal ehrlich machen würden und ein realistischer Reisezeitverlängerungsfaktor für die gewählte A zu B Strecke angegeben werden würde.

    In aller Regel besteht (kürzeste Fahrbahnverbindung auf dem allgemeinen Verkehrsnetz als Basis genommen) ein Reisezeitverlängerungsfaktor von ca. 1,2 – über ca. 1,5 !

    Die Verlängerung setzt sich dabei aus
    Umwegigkeit
    Anhaltenotwendigkeit
    Tempoverringerungsnotwendigkeit (Querungen, Verschwenkungen, etc.) und vor allem
    Oberflächenbeschaffenheit
    zusammen.

    Anhaltspunkte für die Auswirkung von Oberflächenbeschaffenheit hier:
    http://www.upi-institut.de/upi41.htm

    Zudem sollte kenntlich gemacht werden wo mittlerweils überall Z.254 (für Radverkehr gesperrt) beschildert ist.
    Das wird ja immer mehr zur Landplage für Alltagsradfahrende mit dem Nebeneffekt, dass die auch im Dunkeln gut ablesbare allgemeine Wegweisung (schwarz auf gelb auf großen reflektierenden Schildern) nur noch motorisiert verlässlich nutzbar sind und Radfahrende vermehrt ratlos vor diesen Sperrungen stehen.
    Erst waren nur die Autobahnen mit Motor-Privileg versehen, dann kamen die Kraftfahrtstrassen, mittlerweile sollen wir uns dran gewähnen, dass immer mehr Bundesstrassen und sogar Landstrassen durch Radverkehrssperrungen „autobahn-isiert“ werden.

    Neben dem praktischen Nutzen würde so auch besser transparent werden wie gravierend die Reichweiten-Verluste bei der gegenwärtigen Umwandlung des allgemeinen Verkehrsnetzes in ein reines Autonetz mit benutzungspflichtigen meist miesen Rad-Nebenanlagen sind.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.