Irgendeine Lösung für Soester Schutzstreifen

(Foto: Simon Knur)

Vor einem halben Jahr berichteten wir über die Probleme mit dem Soester Schutzstreifen. Nun gibt es eine Lösung, die entweder komisch ist oder die der WDR falsch wiedergibt.

Um Fahrradfahrern weiterhin eine sichere Fahrt zu garantieren, soll statt der beiden Mittelstreifen ein breiter Randstreifen entstehen. Außerdem sollen aus den beiden Gassen eine Fahrradstraße werden, in der Autofahrer besonders auf Radfahrer Rücksicht müssten. Autofahrer wären damit auch weiterhin gezwungen, hinter den Fahrradfahrern zu fahren.

Vor 2018 soll es mit der Umsetzung aber nichts werden mit einem Radstreifen (vielleicht ist ein Radfahrs in der Fahrradstraße. Von der Stadt gibt es aktuell noch keine Pressemitteilung. Gleiches gilt für die Landes- und Bundesverkehrsministerium.

Update 03.02.2017 03:30

Es kommt vielleicht so, wie hier befürchtet eine Lösung, die mehr gegen die StVO verstößt als die bisherige Lösung, berichtet der Soester-Anzeiger.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

17 Gedanken zu „Irgendeine Lösung für Soester Schutzstreifen

  • 31.01.2017 um 8:44
    Permalink

    Randstreifen = Seitenstreifen? Das kann man machen. Wenn man den Seitenstreifen allerdings zu breit macht, könnte er als Radstreifen missverstanden werden und die Radfahrer würden dann wieder in der Dooringzone fahren. Ebenso könnte das die Autofahrer wieder zum Vorbeiquetschen motivieren.
    Ich würde daher noch mittige Sharrows oder Radsymbole auf die Fahrbahn aufbringen. Das Schild Fahrradstraße ist ja nett, bring nach meiner Meinung aber nur wenig.

    Antwort
  • 31.01.2017 um 8:46
    Permalink

    Dann kann man nur hoffen, dass der WDR das ganze falsch wiedergegeben hat. Schon alleine die Formulierung, dass Autofahrer in Fahrradstraßen „besonders“ achten müssen, ist natürlich Zucker! Sobald aus dem Mittelstreifen ein Randstreifen wird, werden sich eine große Zahl an Radfahrern wieder am rechten Fahrbahnrand orientieren und ohne Seitenabstand dort entlangfahren. Der Sicherheitsgewinn wäre also wieder futsch.

    Antwort
    • 31.01.2017 um 21:03
      Permalink

      Aber sowohl die Stadt als auch das Bundesministerium wären gesichtswahrend aus der Sache raus, nur die Straßenverkehrssicherheit bliebe auf der Strecke und das wiederum ist ja jetzt nichts ungewöhnliches.

      Wieso dauert das Ummarkieren ein Jahr oder länger?

      Antwort
      • 31.01.2017 um 22:26
        Permalink

        Ein Seitenstreifen innerorts zählt nicht zur Fahrbahn und kann ja auch zusätzlich schraffiert werden, damit niemand drauf hält, parkt und meist auch nicht fährt.

        Antwort
        • 31.01.2017 um 23:19
          Permalink

          Also den im Bild linken Streifen zu einer durchgezogenen Linie machen und links davon schraffieren? Dann darf man aber nicht mehr zu den Parkplätzen fahren.

          Antwort
          • 01.02.2017 um 12:44
            Permalink

            …man könnte auch die Parkstände in Richtung Straße verschieben, was den Gehweg breiter machen würde. Das ergäbe dann wieder die gleiche Situation, allerdings so, dass weder jemand verleitet wird, im Seitenbereich zu fahren noch zu überholen.

            Antwort
          • 01.02.2017 um 17:16
            Permalink

            Warum nicht? Formal nimmste einfach Breitstrich – dann geht’s doch!
            Aber das kann im wirklichen Leben doch sowieso niemand unterscheiden.

            Antwort
            • 02.02.2017 um 14:22
              Permalink

              Schraffierte Bereiche sind Sperrflächen (Verkehrszeichen 298) und dürfen nicht benutzt werden, wenn man ein Fahrzeug führt. Damit darf man da auch nicht drüberfahren. Eine Unterscheidung von breiten und schmalen Strichen gibt es in der StVO nicht. Da gibt es mit Zeichen 295 nur Fahrstreifen- und Fahrbahnbegrenzungen.

              Antwort
              • 03.02.2017 um 3:31
                Permalink

                … genau das kommt vielleicht. S. Update.

                Antwort
  • 02.02.2017 um 19:17
    Permalink

    Kafka lebt. Oder es wird auf breiter Front die Normalisierung des „Fake-Stils a la 1.April“ erprobt.

    Antwort
    • 03.02.2017 um 11:18
      Permalink

      Ich antworte mir jetzt mal selber. Gestern habe ich nach ein paar Tagen Krankenhaus nur meinem ersten Gedanken Raum gelassen.

      Was man tun könnte, nein, was man tun sollte.. .auch nicht, was man tun muss, ist:
      Schritt 1: Kein von der Autolobby unterwanderter oder sonstwie komplett unbefähriger Quotenkandidat der CSU (oder entsprechend Unbefährigte anderer Parteien) führt mehr das Autoministerium (die Umbenennung des Verkehrsministeriums wird sicher irgendwann erfolgen).
      Schritt 2: Rückher zum Prinzip des a) zuerst das Hirn einschalten und aa) es dann benutzen und b) nicht das Lobbyprogramm hochladen, sondern bb) die originäre Aufgabe gemäß früher gefeierten Grundrechten konsequent anwenden.

      Was sich das Mautministerium da im letzten Jahr da aus einem Körperteil gezogen hat, welcher sonst von Beinkleidern verdeckt wird, war in sich so unsäglich unwürdig und der Inbegriff einer Farce, daß mir da wirklich nur der Vergleich der Kafkaeske einfällt. Also etwas was von solchen Widersprüchen geprägt, daß ein normaler Mensch einfach nur die Wahl hat durchzudrehen, auswandern oder sich mit irgendwelchen Drogen ruhigzustellen.

      Worum ging es in Soest? Um konkrete Probleme! Um eine gute Lösung, eine echte Verbesserung für eine konkrete Straße, die mit den vom Bund gönnerisch und im gewohnt hingeschlunzten Vorbeilatschen Mitteln, welche bundesweit so bekannt übliche wie unbrauchbar sind (Suggestionsstreifen), so nicht verbesserbar war.
      Was waren und sind nun wieder die Probleme? Es sind viele, auf verschiedenen Ebenen: Rechtliche Normen (mitsamt ihrer besonders zu anstehenden Wahlkampfzeiten beliebten Grauzonen), Mängel der Gesetzgebung die mit der Realität nicht schritt gehalten hat oder nicht Schritt halten darf(??), Uninformiertheit von betroffenen, hier „schwächsten“ Verkehrsteilnehmern, gewohnt eingschliffenes und für gewöhnlich zu 99,99% niemals verfolgtes Fehlverhalten von den hier stärkeren bzw. stärksten Verkehrsteilnehmern. Und mit Letzteren schließt sich dann der Kreis wieder zu den div. Mängeln bei den rechtlichen Normen.

      Soest hat dann für eine konkrete Straße die sonst übliche Bauausführung etwas anders gestaltet und für sich selber einen Graubereich genutzt. Das war auch toll und gut und solange ein Grund für bundesweites Beklatschen, wie niemand versucht hat hier eine tatsächliche und eben zur Abwechslung mal wirksames und nach vorne gewandte Reform durch die Hintertür anzustoßen und dann kann man auch einen Vorzeigepreis zu verleihen. Aber Huch! Andere begannen es nachzumachen! Und droht auch noch der nächste wichtige Schritt in die Richtung eines größer angelegten Verkehrsversuchs, vom politischen Urgegner(!) und das auch noch genau in den Zeitraum gleich mehrer extrem bedeutsamer Wahlen (und Vorwahlen, ich bezeichne die Wahl in NRW mal als eine solche…), da muss der Ansatz einfach mit schärfsten Waffen torpediert und versenkt werden.

      Und wieder zurück zur Frage: Worum geht hier?
      Derzeit werden wir jeden Tag bombardiert mit Fußfesselpflicht hier und Gefährder/karteien dort und Überwachung und trallali und jubelhuppheidi und an Karneval sollen bestimmte LKW-Sorten dank Fahrverbotszonen keine mögliche Bedrohung … ich kann es nicht mehr hören.
      Soest hatte eine verblüffend einfache und hochwirksame Lösung für ein tagtäglich tausende Menschen latent bedrohendes Problem gefunden, also eine funktionierende ProblemLÖSUNG. Und das darf halt nicht sein. Es darf nicht sein, daß sich wirklich etwas ändert und dann auch noch in eine Richtung, welche zwar gerne für PR-Zwecke und nette Wahlkampfauftritte belobhudelt wird, wo sich aber unter dem Strich der Gesamtabrechnung eben nichts ändert, weil nicht ändern darf. (Stattdessen wird jetzt der Kfz-Führerschein für 16-jährige überlegt…) O Nachtigall, du trumplest wieder reichlich laut.

      Antwort
      • 11.02.2017 um 21:21
        Permalink

        Soest hat keinen Graubereich genutzt. Der behauptete Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot blieb einfach nur unwidersprochen. Weil die Stadt weisungsgebunden handeln muss und solche Dinge dann auf Anforderung von oben ändern muss.

        Ich behaupte immer noch, dass der Streifen dort völlig korrekt aufgebracht war. Erstens weil das Rechtsfahrgebot nicht heißt, dass man strikt rechts fahren muss. Sondern „möglichst weit“ rechts. Sich selbst gefährden muss man auch nicht. Also kann man mit dem Rad dort gar nicht anders fahren, als in der Mitte. Platz zum Überholen bleibt dann mit mehrspurigen Kfz nicht mehr.

        Davon abgesehen kann der Verordungsgeber, also der Bundestag, die StVO einfach ändern, falls das nötig sein sollte.

        Es ging und geht nie um StVO-Konformität, immer nur um einige Sekunden Zeitgewinn, weil jemand im „richtigen“ Verkehrsmittel unterwegs ist. Ein Blogger hat dies vor kurzem in anderem Zusammenhang Verkehrsmittelapartheid genannt. Ein sehr treffender Begriff, wie ich finde.

        Antwort
        • 12.02.2017 um 17:49
          Permalink

          Je häufiger ich das lesen, desto weniger verstehe ich, was daran Apartheid ist. Apartheid ist laut Duden:

          politisch-gesellschaftliche Doktrin der Rassentrennung, nach der früher die einzelnen ethnischen Bevölkerungsgruppen in der Republik Südafrika voneinander getrennt wurden

          Hier geht es um die Trennung von Bevölkerungsgruppen im kompletten Leben ohne die Chance von der einen Spähre in die andere zu wechseln. Wenn bestimmte Verkehrsmittel bevorzugt werden, fehlt es schon an der sozialen Gruppe die betroffen ist geschweige denn an einer sozialen Gruppe, die über ethnische Zugehörigkeit definiert wird. Auch gibt es keine Trennung aufgrund der Geburt. Auch ich kann mit morgen einen SUV kaufen und darf dann, wenn kein nähergelegener Parkplatz vorhanden ist, aufgrund des Gewohnheitsrecht auf jedem Geh- und Radweg in Dortmund parken. Und jeder PKW-Besitzer kann – solange ihm das gerichtlich nicht untersagt wurde oder er temporär z. B. aufgrund des Konsums von bewusstseinsverändernden Produkten vorrübergegend dazu nicht in der Lage ist – sich jederzeit auf ein Fahrrad setzen.

          Auf der Seite des mutmaßlichen Schreibers, den du meinst, habe ich dazu bereits ein paar Gedanken geäußert.

          Nach dem Lexikon zur Soziologie 5. Aufl. ist Rassismus ein weltanschaulich formulierter Glaube an die Höherwertigkeit der eigenen Rasse und die Minderwertigkeit anderer Rassen. Sexismus ist ein analog gebildeter Begriff nur in Bezug auf die Geschlechtszugehörigkeit. Mit Lateinisch vehiculum für Fahrzeug könnte man von Vehiculismus sprechen.

          Der Ambulationismus wäre dann die Diskriminierung während man zu Fuß geht.

          http://www.frag-caesar.de/lateinwoerterbuch/ambulationis-uebersetzung.html

          Antwort
          • 12.02.2017 um 22:27
            Permalink

            „Apartheid“ – der Begriff muss in einem übertragenem Sinne verstanden werden. Das hat Rasmus ja auch durchaus immer mal wieder erklärt, was er darunter dann im konkreten Zusammenhang meint.
            Um es besser zu verdeutlichen, sollten die Übertragungen auch genannt werden. Das klassische Bild sieht hier die generell bevorzugte Behandlung einer weißhäutigen Bevölkerungsgruppe, vor einer dunkelhäutigen. So wie Rasmus es verstanden wissen möchte, geht es um die generelle Bevorzugung der Gruppe der Kfz gegenüber der Gruppe der Nichtmotorisierten, insbesondere der Radfahrenden.

            Die Verwendung des Begriffs Apartheit erzeugt leider zunächst Stirnrunzeln, da solche übertragende Begriffsverwendungen nicht unbedingt üblich und unmittelbar selbererklärend sind. Ich finde jedoch, wenn man sich die verschiedenen Mechanismen der gesellschaftlichen Unterdrückungen genügend abstrahiert vorstellt und dies dann mit der Realität bundesdeutscher Ungleichbehandlung, wie z.b. Rasmus sie immer wieder erlebt und benennt, vergleicht, trifft der Begriff der Verkehrsapartheid durchaus recht gut ins Ziel.

            PS: Das mit dem „genutzten Graubereich“ meinte ich dahingehend, daß in Soest der sogenannte Schutzstreifen nicht in der sonst bundesweit üblichen Weise aufgebracht worden ist, sondern in einer ausnahmsweise mal tatsächlich wirksamen Weise.
            Wirksam dahingehend, daß Radfahrern das enge Passieren von parkenden Kfz nicht mehr als sicher und beschützend suggeriert wird, sondern vielmehr das Einhalten eines von der StVO und geltenden Rechtsprechung Sicherheitsabstands zu parkenden Fahrzeugen.
            Der Begriff „Graubereich“ ist somit von mir missverständlich verwendet worden.

            PPS: Es gibt verschiedene Metaebenen auf denen man sich dem Theater nähern kann. Eine dieser Ebenen ist die der Deutungshoheit und Verfügungsgewalt über das Entwicklungspotential.

            Hätte die SPD-geführte Landesregierung aus diesem unübhlich gut gemachten Schutzstreifen einen Verkehrsversuch gemacht, hätte hieraus ein Erfolg werden können. Das wäre aber letzhtlich der „falschen“ Partei zugute gekommen und wer die Tagespresse der letzten Wochen verfolgt, erfährt derzeit, daß ganz besonders die SPD-Landesregierung einfach gar nichts richtig machen kann. Was eben bei jeder Gelegenheit bewiesen werden muss.
            Dadurch, daß das CSU-Mautministerium in der bisherigen Legislatur nicht sonderlich viel auf die Reihe bekommen hat, ist aber jeder Brosamen wichtig, um in der anstehenden Abrechnungszeit dann zumindest für das immer nur als Wahlkampfthema taugende Themenfeld der sog. Verkehrswende und Radverskehrsförderung, formal zu punkten. Und nun kann Dobrindt auch behaupten, er hätte da was mit dem jetzigen Vorschlag gerettet und andersrum einen Rechtsverstoß durch die SPD verhindert. Eine Win-Win-Situation für die Kosnervativen und ein Tritt ans Schienbein vom GroKo-Partner.

            Und die zweite sehr wichtige Metaebene ist, wie in einem anderem Beitrag schon erwähnt, der Umstand, daß sich so eine wirkliche Gesamtverbesserung auf bundesweiter Ebene verhindern läßt. Wo kämen wir auch hin, wenn ausser den all-4-jährlichen Blubberworten, auch mal Taten folgen würden, die zu echten Fortschritten führen, in deren Folge tatsächlich spürbar mehr Menschen sich vom klassischen Kfz abwenden würden? Eine schreckliche Vorstellung für gewisse Menschen und Einflussgruppen.

            Antwort
            • 13.02.2017 um 1:15
              Permalink

              Ich weiß was er meint, nur glaube ich nicht, dass es der richtige Ausdruck ist und wenn das, was er zu Recht kritisiert, schon Apartheid ist, dann relativiert das die Apartheid in nicht zulässiger Weise.

              Um es besser zu verdeutlichen, sollten die Übertragungen auch genannt werden. Das klassische Bild sieht hier die generell bevorzugte Behandlung einer weißhäutigen Bevölkerungsgruppe, vor einer dunkelhäutigen. So wie Rasmus es verstanden wissen möchte, geht es um die generelle Bevorzugung der Gruppe der Kfz gegenüber der Gruppe der Nichtmotorisierten, insbesondere der Radfahrenden.

              Das wäre ansatzweise richtig, wenn Radfahrer nicht „First Lady“ werden könnten in Deutschland.

              Und es gibt die klare Grenze nicht, die der Apartheid innewohnt. Wenn ich umziehe, greife ich z. B. auch mal auf ein Auto zurück zum Transport. Und ganz viele Menschen gehören auch im Alltag zu beiden Gruppen.

              Antwort
              • 13.02.2017 um 19:30
                Permalink

                Norbert, wenn man einen bestehenden Begriff erweitert, verändert man auch zumindest zum Teil seine Bedeutung, seinen Inhalt. Wenn man von Verkehrsapartheid spricht, geht es nicht mehr um „die“ Apartheid, sondern die veränderte, neue Bedeutung.
                Und bei Verkehrsapartheid geht es, so verstehe oder interpretiere ich Rasmus zumindest, eben nicht primär um die Menschen die die Fahrzeuge verwenden, sondern das was unser Rechtswesen dann aus der Kombination Mensch+Fahrzeug macht. So scheint offenbar für die Kombination Mensch+Fahrrad ein anderes Rechtsverständnis zu gelten, als für die Kombination Mensch+Kfz und da ist es egal ob es womöglich der identische Mensch ist, der mal das eine oder das andere Fahrzeug verwendet.

                So wie Rasmus den jahrelangen Aktionismus und das Auftreten von Münsteraner Verwaltung und Polizei erlebt und interpretiert, sind die Radfahrer eben immer die Gearschten, die Autofahrer hingegen dürfen sich jeden Mist erlauben und selbst wenn die Faktenlage klar gegen den Autofahrer spricht, wird der Autofahrer in Schutz genommen, der Radfahrer hingegen nach Kräften verarscht.

                Natürlich ist es hochproblematisch das so zu generalisieren! Es kann jedoch voll und ganz einer persönlichen Wahrnehmung entsprechen.

                Und um den Bogen noch ein klein wenig zurück zum Mautministerium zu schlagen: Was war kürzlich eine Meldung? Man überlege sehr konkrete den Führerschein schon ab 16 Jahren (in Begleitung einer erfahrenen Person) zu ermöglichen. Veramerikanisierung des Zugangs zu PKW durch Heranwachsende. Da wird offenbar richtig extrem was im HIntergrund „geschraubt“ (getan). Frage: Wo wurde in den letzten 4 Jahren auch nur im Ansatz etwas vergleichbar konkretes für die Radverkehrsförderung getan? Ich meine jetzt nicht die salbungsvollen Absichtserklärungen, die stets im Sand verlaufen, sondern Dinge die ihren Gehalt auch über bunte Preisverleihungen und Sonntagsreden hinaus behalten?

                Der Soester Schutzstreifen erhielt den Deutschen Fahrradpreis. Toll. Und dann? Was hat man mit der preiswürdigen Erkenntnis dann getan??? Nichts! Aber kaum droht der Verkehrsversuch wird es torpediert und versenkt. Das ist Verkehrsapartheid auf der Metaebene der Verkehrspolitik. Reden? ja! Aber dann auch wirklich was tun? Nein! (q.e.d.)

                Antwort
                • 13.02.2017 um 19:43
                  Permalink

                  Mir ist klar, worum es ihn geht und ich äußere mich ja auch zu diesen Aspekten, nur mit deutlich weniger Wut und Hass. Dennoch halte ich es für zu polemisch, den Begriff Apartheid hierfür zu verwenden und er dient nicht dazu, das Problem zu lösen, weil er er einen absoluten Graben postuliert und anderen verunmöglicht, den Dialog zu suchen.

                  Naja, besser es passiert nichts, als wenn eine grüner Verkehrsminister Helm- und Westpflicht und ähnlichen Quatsch auf den Weg bringt.

                  Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.