Master-/Diplom-Absolventen als Radfahr- und Fußgängerbeauftragter in Dortmund überqualfiziert

Wir berichteten kürzlich darüber, dass die Stadt Dortmund neue Stellen besetzt. Darunter ist auch die Stelle des Radfahr- und Fußgängerbeauftragten. Auf Nachfrage erteilt die Stadt Dortmund wohl die Auskunft, dass überqualifizierte Bewerber*innen sich nicht bewerben mögen. Für die Stelle des Radfahr- und Fußgängerbeauftragten – so die offizielle Bezeichnung – wird ein BA-Absolvent von der Universität oder ein FH-Absolvent gesucht. Es wird übrings auch keine Berufserfahrung gewünscht. Hat man da wohl aus Dezernentensicht schlechte Erfahrungen mit einem selbstbewussten Diplom-Ingenieur mit Berufserfahrung gemacht und sucht nun jemand, der keine eigenen Ideen entwickelt und das tut, was man von ihm verlangt, z. B. den Rückschritt schön zureden, und aufgrund seiner beruflichen Qualifikation gar nicht erst erwartet, an relevanten Stellen eingebunden zu sein?

Ergänzung 17.02. 2017 20:05

Berlin schreibt gerade vier Stellen aus (hier, hier, hier). Dort sind die Erwartungen höher, aber entsprechend schlägt sich das auch in der Bezahlung mit Entgeltgruppe E14 bzw. E15 TV-L nieder.

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

6 Gedanken zu „Master-/Diplom-Absolventen als Radfahr- und Fußgängerbeauftragter in Dortmund überqualfiziert

  • 25.01.2017 um 9:21
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    Das ganze mit der Ausschreibung den Rad- und Fußverkehrsbeauftragten ist schon ein Witz. Allein schon die Bezahlung nach Stufe 12 impleziert eine höhere Stellung sowie die gewünschte Bewerbung von Dipl-Ing mit Erfahrung im Bereich. Normalerweise erfolgt eine Bezahlung im Bereich der Öffentlichen Hand in Stufe 11. Personen mit Bachelor etc. werden häufig auch nur in Stufe 10 bezahlt.

    Die Bewerbungsfrist ist übrigens seit dem 18.01. abgelaufen.

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    • 25.01.2017 um 14:37
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      Angeblich werden noch Bewerbungen angenommen …

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  • 25.01.2017 um 10:38
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    Ah ja. zu gut Deutsch:
    Die Stadt Dortmund sucht eine/n Dumme/n, die/den sie verheizen können.

    Das läßt tieeeefff blicken.

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    • 25.01.2017 um 14:42
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      Das würde ja heißen, dass er oder sie viel machen darf …

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  • 25.01.2017 um 15:07
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    Das ist leider ein generelles Problem im öffentlichen Dienst – es geht nach formalen Einstellungskriterien – hier für den gehobenen Dienst. Eine ähnliche Falle droht Juristen mit zweiten Staatsexamen. Hat man nur ein Examen mit mieser Note, kann man immer noch im gehobenen Dienst arbeiten. Hat man zwei Examina mit Ausreichend, findet man keinen Job, ist aber formal für eine Stelle im gehobenen Dienst überqualifiziert, weil man eine Befähigung zum Richteramt hat.

    Die Stadt kann da hier ausnahmsweise mal nichts für.

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    • 25.01.2017 um 16:29
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      Mich wundert, dass die Stelle nicht für Diplom-/Master-Leute ist.

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