Jahresrückblick und Jahresausblick aus Sicht der Städte II

In Essen hat man unsere Anfrage für den Jahresrück- und ausblick mit verschiedenen Fachbereichen abgestimmt, sodass die Antwort nun erst eingetroffen ist. Wir enthalten sie euch natürlich nicht.

1. Mit welchen Maßnahmen und Aktivitäten hat die Stadt Essen 2016 in der eigenen Wahrnehmung am meisten für den Radverkehr getan?

Im vergangenen Jahr standen Planungen und Öffentlichkeitsarbeit im Vordergrund. Neben Projekten zur Grünen Hauptstadt Europas 2017 ging es vor allem um die Unterstützung der Planungen zu den Radschnellwegen Ruhr (RS1) und Mittleres Ruhrgebiet. Für letzteren ist die Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie im Frühjahr 2017 vorgesehen. Auch Planungen für das Bauprogramm Radverkehr an Straßen wurden vorangetrieben. Aus diesem Programm wurde zum Jahresende die Einrichtung der Fahrradstraßen vom Hellweg bis zum Renzelsweg realisiert, durch die das Radverkehrs-Hauptroutennetz im Osten der Stadt vom Stadtteilzentrum Steele bis kurz vor der Stadtgrenze zu Bochum fahrradfreundlich gestaltet werden konnte.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden 2016 die Aktionen „Stadtradeln“ und „Mit dem Rad zur Arbeit“ organisiert. An sechs Stationen in Essen und den Nachbarstädten wurde die Ausstellung „Verkehrswege im Wandel – von der Bahntrasse zum Radweg“ präsentiert. Auch wurde der Essener Fahrrad-Kalender mit vielen Infos zum Radfahren herausgegeben.

Durch eine Vereinbarung mit der Universität Duisburg-Essen können die Studierenden das metropolradruhr nun auch mit ihren Semestertickets nutzen. Zur Erhöhung der Attraktivität des Systems für die Studierenden hat die Stadt Essen an der Errichtung neuer Verleihstationen an Einrichtungen der Universität mitgewirkt.

2. Welche zentralen Maßnahmen und Aktivitäten plant die Stadt Essen 2017 für die Förderung des Radverkehrs?

Für 2017 wurde Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ verliehen. Der Radverkehr stellt ein zentrales Thema dieses Jahres dar. Gerade im Bereich der Alltagswege sollen viele Menschen in Essen zum Umstieg auf das Fahrrad motiviert werden. Dazu werden die Aktionen „Stadtradeln“ und „Mit dem Rad zur Arbeit“ besonders beworben. Im Juni wird der Raderlebnistag stattfinden und Anfang Juli der „Tag der Bewegung“, bei dem der Ring um die Essener Innenstadt für den Kfz-Verkehr gesperrt und zum „grünen“ Erlebnisfeld wird.

Im Frühjahr wird die neue eingerichtete Berg Route eröffnet, die vom RuhrtalRadweg in Steele bis zum Mechtenberg an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen verläuft. Für die zweite Jahreshälfte ist auch die Eröffnung der Route durch das Deilbachtal geplant. Mit ihr werden die Naherholungsgebiete am Baldeneysee und in der Elfringhauser Schweiz fahrradfreundlich verbunden. Nach Norden wird die „Magistrale Vogelheim“ parallel zur B224 bessere Bedingungen zum Radfahren bieten.

Der Bau von Radverkehrsanlagen Im Straßenraum wird forciert. Im Rahmen des Bauprogramms Radverkehr an Straßen sind Radverkehrsanlagen an der Frankenstraße und Radfahrstreifen an der Hafenstraße geplant. Im Zuge von Deckenerneuerungsmaßnahmen werden an der Hausackerstraße, Kaulbachstraße und am Leimgardtsfeld nach Herstellung der Fahrbahndecke neue Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen markiert.

An der Stadtgrenze zu Mülheim beginnend soll ein knapp 1 km langer Abschnitt des Fuß- und Radwegs Rheinische Bahn auf Essener Stadtgebiet als Pilotstrecke für den gesamten Radschnellweg Ruhr im endgültigen Radschnellweg-Standard ausgebaut werden – inklusive aller Markierungen und Beleuchtung.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.