Dortmund plant weiter wie bisher

Auf den Tag der letzten Sitzung des Nahmobilitätsbeirats der Stadt Dortmund datiert auch ein Schreiben (Drucksache Nr.05718-16-E5) zu den geplanten Aktivitäten im Bereich des Radverkehrs an die Mitglieder der Ausschüsse für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen sowie des Ausschusses für Bauen, Verkehr und Grün. Dem Beirat wurde das Schreiben nicht zur Kenntnis gegeben. So stellt sich die Verwaltung die gute Zusammenarbeit dort vor.

Im Folgenden geben wir Ihnen darüber hinaus die gewünschte Auflistung von Projekten zur Förderung des Radverkehrs zur Kenntnis, die 2017 ff. seitens der Verwaltung baulich und planerisch bearbeitet werden. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die zum Teil gefördert, teilweise von Dritten oder aus konsumtiven und investiven Ansätzen der Stadt Dortmund finanziert werden:
– Herrichtung und Freigabe des östlichen Betriebsweges am Dortmund-Ems-Kanal als Fuß- und Radweg mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
– Gartenstadtradweg (RVR/ Stadt Dortmund)
– Verlängerung ‚Bananenradweg‘ im Bereich Stadtquartier Ost, Bau ab 2017
– Fuß- und Radweg Rüpingsbach (im Bereich Lennhof), Bau in 2018
– Ausbau des Bahnseitenweges an der S-Bahn-Linie 5 von An der Palmweide bis zur Schnettkerbrücke
– Finanzierung der Eigenanteile für eine erste Teilmaßnahme des Radschnellwegs Ruhr (RS 1)
– Rampe Am Segen als barrierefreie Verbindung zum Fuß- und Radweg Phoenix West (Rückschlaggleis)
– Herrichtung der ehemaligen Baustraße westlich der Schondelle als Fuß- und Radweg
– Radverkehrsrouten „Schön und Schnell“ als Nordwärtsprojekt
– Bau von Fahrradabstellanlagen
– Bauliche Anpassungen im Straßenraum zur Förderung des Radverkehrs (Markierung, Bordsteinabsenkungen, Anpassung Signalanlagen etc.)
Die Realisierung einiger Projekte ist abhängig von der Zustimmung Dritter (wie z. B. der DBAG). Eine Umsetzung dieser Maßnahmen ist auf Grund des erforderlichen Vorlaufs (z. B. Ankaufsverhandlungen/Grunderwerb, Verträge, Planung) nicht kurzfristig möglich.

In Dortmund gibt es gerade im Alltagsverkehr zentrale Problemstellen für den Radverkehr. Eine ist die Erreichbarkeit der City bzw. deren Querung oder Umfahrung. Dort liegen viele wichtige Ziele wie Arbeitsstellen, Bahnhof und Geschäfte. Entlang der Flüsse und Kanäle in den Vororten dienen Geh- und Radwege vor allem der Erholung nach der Nutzung des Autos solange es keine durchgehende Verbindung aus den Wohnvierteln zu wichtigen Zielen wie den Hochschulen, der City, den Stadtteilzentren und zu Schulen gibt. Ob man diese allein dadurch schaffen kann, dass man das Konzept der Radverkehrsrouten „Schön und Schnell“ von einem gesamtstädtischen Konzept auf eins für die nördlichen Stadtteile reduziert? Oder durch ein paar den Richtlinien widersprechenden Schutzstreifen?

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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