Bochum kommt in der Zukunft an: Lieferlastenrad statt Paketbote auf dem Radweg

Wer in Bochum lebt und in der City einkaufen geht, kann in Bochum den Service von veloCARRIER in Anspruch nehmen. Seit dem 17. November und noch bis zum 31. Dezember bieten die Partner Bochum Marketing, BOGESTRA und veloCARRIER in diesem Jahr erstmals »Shoppen statt Schleppen« mit einem Sonderpreis zum Kennenlernen an. Aufgeben kann man den Einkauf bei den teilnehmenden 47 Händlern zwischen City und Querenburg und direkt bei veloCARRIER in die Huestraße 18. Vom kleine Fachhandel bis zum Elektronikfilialisten geht die Bandbreite der beteiligten Händler.

Alle Einkäufe bis zu 10 Kilogramm werden dabei von veloCARRIER  mit Cargo-E-Bikes innerhalb des Bochumer Stadtgebiets für 3,99 Euro (regulär bis 5 kg 4,99 Euro, bis 10 kg 7,49 Euro, bis 31 kg 9,99 Euro) in der Regel am gleichen Tag bis 20 Uhr abends nach Hause geliefert. Um den Sonderpreis in Anspruch zu nehmen, muss man eine BOGESTRA-Fahrkarte haben oder einfach eine Swingkarte bei der nächsten Bus- oder Bahnfahrt mitnehmen und dann vorzeigen. Wer die Einkäufe bei veloCARRIER  zwischenlagern will, zahlt 2,00 Euro.

Nach dieser Aktion fahren die Lastenräder aber weiter durch Bochum und sind auch für rein private Lastentransportaufträge buchbar. Matthias Olschowy, Fahrradbeauftragter der Stadt Bochum, zeigt sich gegenüber VeloCityRuhr erfreut über die Entwicklung: »Der Einstieg des Unternehmens ist offenbar gut geglückt, die Räder werden gerade wirklich immer präsenter in der Innenstadt.« Detlef Kutta, Chef von veloCARRIER überlegt sogar schon, den Fuhrpark von 5 auf 15 bis 20 Räder aufzustocken, weil der Einzelhandel so interessiert ist. Weitere Details zum Angebot auf der Webseite www.bochum.velocarrier.de.

Damit übernimmt Bochum eine Vorreiterrolle im Ruhrgebiet. In den Nachbarstädten wie Dortmund gibt es noch keinen solchen allgemeinen Lastenradlieferdienst, obwohl sich Wirtschaftsförderung und Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK) mit Cargobike Dortmund für den Lastenradeinsatz in der Wirtschaft einsetzen. Jedoch können beide nicht selber als Unternehmen aktiv werden. »Wir unterstützen interessierte Unternehmen mit verschiedenen Angeboten und schaffen damit die die Rahmenbedingungen für ein substantielles Wachstum«, erläutert Stefan Peltzer von der IHK zu Dortmund im Gespräch mit VeloCityRuhr. »Ich erwarte, dass unser Engagement im nächsten Jahr Früchte tragen wird und es deutlich mehr Lastenräder im Wirtschaftsverkehr in Dortmund geben wird.« Da VeloCityRuhr mit Fabian Menke einen Vertreter in dem Netzwerk hat, werden wir darüber berichten, sobald etwas feststeht.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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